Aktien Frankfurt: Dax trotz trüber Stimmungsdaten weiter in Gewinnzone

Freitag, 22.11.2019 15:07 von dpa-AFX - Aufrufe: 656

Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt.
Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt.
© typhoonski / iStock / Getty Images Plus / Getty Im.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Kurse trotz unerwartet schwacher Konjunkturdaten am Freitag weiter im Plus halten können. Der Dax stieg am Nachmittag leicht um 0,33 Prozent auf 13 181,25 Zähler. Positive Signale aus China zum Thema Handelsstreit hatten den Leitindex noch am Morgen zu einem Sprung von fast einem Prozent verholfen. Das Land bemüht sich nach den Worten von Staats- und Parteichef Xi Jinping um eine erste Vereinbarung im Handelskrieg mit den USA.

Der chinesische Präsident betone am Freitag allerdings auch, keine Angst vor einer anhaltenden Auseinandersetzung zu haben. "Wenn notwendig, werden wir zurückkämpfen, aber wir arbeiten aktiv daran, keinen Handelskrieg zu haben", sagte er in seinen ersten öffentlichen Äußerungen, seit beide Seiten an einer Teilvereinbarung über eine "Phase eins" verhandeln.

Auf Wochensicht steht der Dax nun - nach sechs Gewinnwochen in Folge - mit 0,56 Prozent im Minus. Am Dienstag hatte sich der Index mit in der Spitze 13 374 Punkten zunächst seinem bisherigen Rekord von 13 596 Zählern aus dem Januar 2018 angenähert.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,38 Prozent auf 3693,47 Punkte zu, der MDax für mittelgroße Werte stieg um 0,41 Prozent auf 27 136,94 Zähler.

Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect beschrieb die Stimmung an den Märkten zuletzt als "verhalten optimistisch". Jedoch könnten die Teilnehmer die aktuelle Verhandlungspolitik weder von den USA noch von China richtig ein- und abschätzen.

Konjunkturseitig hat sich die Unternehmensstimmung in der Eurozone im November überraschend eingetrübt. Wie das Institut Markit am Freitag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 50,3 Zähler. Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg auf 50,9 Zähler gerechnet.

Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank kann den Daten zumindest eine gute Nachricht abgewinnen: "Die Industrie steckt bereits in der Rezession, scheint aber nun andererseits auch einen Boden gefunden zu haben", schrieb der Experte in einer ersten Einschätzung. Die Stimmung in der Industrie sei nach wie vor nicht gut, bessere sich aber. Der Dienstleistungssektor gebe hingegen weiter in kleinen Schritten nach.

Auf Branchenebene waren am Freitag vor allem konjunktursensible Werte wie die Rohstoffproduzenten und Medienunternehmen gefragt. Chemiewerte schnitten weniger stark ab. So gaben die Aktien des Industriegasekonzerns Linde im Dax um 0,59 Prozent nach und landeten damit auf dem letzten Platz.

Auch im Gesundheitssektor gab es Zuwächse. So kletterten die Papiere von Fresenius (Fresenius Aktie) am Freitagnachmittag mit einem Aufschlag von 2,13 Prozent an die Dax-Spitze. Die Dialysetochter Fresenius Medical Care (Fresenius Medical Care Aktie) (FMC) verzeichnete gleichsam ein Plus von 1,39 Prozent.

Der Gründer des kriselnden Gendiagnostik- und Biotechkonzerns Qiagen (Qiagen Aktie) Detlev Riesner hat in einem Interview der Rheinischen Post über seine Hoffnung gesprochen, dass sich sein Unternehmen gegen eine Übernahme stemmen kann. Er warnte gleichzeitig potenzielle Investoren vor einer Schließung der Zentrale in Hilden. Die Aktie gewann im MDax 2,10 Prozent dazu.

Ebenfalls auf den vorderen Plätzen stand Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) mit plus 1,89 Prozent. Die Investmentbank Oddo BHF hatte den Rüstungskonzern angesichts begrenzter Rückschlagsrisiken zu seinem unveränderten Kursziel von 87 Euro von "Reduce" auf "Neutral" hochgestuft.

Nachdem die Privatbank Berenberg Va-Q-Tec von "Hold" auf "Buy" hochgetuft und das Kursziel von 9 auf 14,50 Euro angehoben hat, gewann die Aktie zudem 3,90 Prozent dazu. Der Hersteller von Dämmlösungen und thermischen Verpackungssystemen sei wieder in der Spur, schrieb Analyst Benjamin Pfannes-Varrow in einer Studie. Der Experte ist sehr optimistisch für das Schlussquartal und 2020. Er rechnet mittelfristig mit einer Wachstumsrate von im Schnitt 13 Prozent pro Jahr.

Im Nebenwerteindex SDax gewannen die Papiere der Jost Werke fast 7 Prozent dazu. Nach Vorlage der Geschäftsergebnisse aus dem dritten Quartal lobten Analysten die Kostendisziplin und Margenstabilität des Lkw-Zulieferers. Der Hersteller von Waschanlagen Washtec legte nach einem positiven Analystenkommentar noch stärker um fast 8 Prozent zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,34 Prozent am Vortag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 144,56 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,30 Prozent auf 171,20 Punkte.

Der Euro stagnierte bei 1,1054 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1091 Dollar (Dollarkurs) festgesetzt./kro/fba

--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---


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