ROUNDUP: Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will Streik bei Lufthansa von Juli an

Donnerstag, 20.06.2019 10:54 von dpa-AFX - Aufrufe: 880

Die Tragfläche eines Flugzeugs bei Sonnenuntergang (Symbolbild).
Die Tragfläche eines Flugzeugs bei Sonnenuntergang (Symbolbild).
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Mitten in der Feriensaison kommen auf die Lufthansa (Lufthansa Aktie) und ihre Kunden Streiks der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo zu. Im Juli fänden Streiks durch die Kabinenmitarbeiter in Deutschland statt, sagte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr am Donnerstag in Frankfurt. Bei den Töchtern Eurowings und Germanwings werde es so bald wie möglich eine Urabstimmung geben, bei der Lufthansa werde sich dies um ein paar Wochen verzögern. "Am Ende dieser Urabstimmungen werden wir konkret verkünden, wann, wo und wie lange Arbeitskämpfe stattfinden werden."

Am Finanzmarkt war die Reaktion negativ. Lufthansa-Aktien gehörten mit einem Minus von 0,27 Prozent auf 15,02 Euro zu den wenigen Verlierern im sehr freundlichen Dax .

Die Lufthansa steht aktuell unter einem enormen Wettbewerbsdruck durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet , die versuchen dem Dax-Konzern Marktanteile abzuringen. Dieser Wettbewerb drückt auf die Ticketpreise. Erst vor wenigen Tagen hatte die Lufthansa ihre Gewinnziele zusammengestrichen.Vor diesem Hintergrund dürfte der Kostendruck zunehmen.

Die Lufthansa-Papiere waren nach der Gewinnwarnung auf ein Mehrjahrestief von 14,85 Euro gefallen. 2019 sind sie mit einem Minus von fast 24 Prozent der schwächste Wert im Dax.

Der neue Konflikt zwischen Ufo und der Lufthansa hatte sich bereits angedeutet. Die Gewerkschaft hatte der der Fluggesellschaft erst zu Wochenbeginn vorgeworfen, "jedes Gespräch mit der Kabinengewerkschaft konzernweit" abzulehnen. Insbesondere bei der Lufthansa-Tochter Eurowings spitze sich der Konflikt nun zu.

"Die Strategie des Konzerns steht in Frage", sagte Flohr am Donnerstag. "Der Chaos-Sommer, der uns letztes Jahr beglückt hat, wird dieses Jahr wahrscheinlich nochmal größer." Er warf der Lufthansa vor, dennoch eine Eskalation zu suchen. "Das ist die Zuspitzung einer Strategie, die sagt, ich möchte mit diesen Gewerkschaften, mit der Mitbestimmung im Konzern generell nicht mehr arbeiten. Ich möchte die Tarifverträge, die mir nicht gefallen, loswerden."

Ufo und Eurowings hatten 2017 den SPD-Mann Klaus Wowereit als Schlichter für ihren damaligen Tarifkonflikt eingeschaltet. In einem Schiedsverfahren hat man sich nach Ufo-Darstellung auf eine Reihe von Tarifverträgen geeinigt. Ufo wirft Lufthansa nun aber vor, Eurowings habe diese nicht anerkannt, womit das Verfahren am Wochenende ergebnislos geendet sei.

Im März hatte Ufo Tarifverträge mit Lufthansa gekündigt und drei Monate vor Ende der Friedenspflicht per 30. Juni mit einem Streik des Kabinenpersonals im Sommer gedroht. Lufthansa hatte die Kündigungen jedoch nicht anerkannt./cwe/DP/jha


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