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ROUNDUP: Chemiekonzern DowDupont halbiert Gewinn - Dow legt eigene Bilanz vor

Donnerstag, 02.05.2019 14:46 von dpa-AFX

Lagerung von Fässern mit Chemikalien (Symbolbild).
Lagerung von Fässern mit Chemikalien (Symbolbild).
© industryview / iStock / Getty Images Plus / Getty I. www.gettyimages.de

WILMINGTON/MIDLAND (dpa-AFX) - Der sich in der Aufspaltung befindende US-Chemiekonzern DowDupont hat im ersten Quartal deutlich weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Der Konzern hatte bereits mit einem schlechten Jahresstart gerechnet. Die seit 1. April eigenständige Material- und Kunststoffsparte Dow legte zudem ihren ersten eigenen Quartalsbericht vor.

Der Umsatz von DowDupont sank um 9 Prozent auf 19,6 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Nettogewinn halbierte sich auf 520 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank um ein Viertel auf 0,84 Dollar (Dollarkurs). Analysten hatten jedoch mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet und zeigten sich daher positiv überrascht.

Ein wesentlicher Grund für das schwache Abschneiden in den ersten drei Monaten war laut DowDupont-Chef Ed Breen unerwartet schlechtes Wetter, welches die Agrarsparte belastete. Dazu kamen schwächelnde Marktbedingungen im Automobil- und Smartphonegeschäft. Die Aufspaltung des Konzerns in die drei Sparten Kunststoffe (Dow), Agrarchemikalien (Corteva) und Spezialchemikalien (Dupont) soll in 30 Tagen abgeschlossen sein. Die Kunststoffsparte Dow sei bereits zum 1. April erfolgreich abgetrennt worden.

In seiner ersten eigenen Bilanz weist Dow für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von 10 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar aus. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel fast ein Viertel auf 1,9 Milliarden Dollar. Die beiden Werte entsprachen den Erwartungen des neuen Unternehmens. In den drei Bereichen Hochleistungsmaterialien und Beschichtungen, Industrielösungen sowie Verpackungen und Spezialplastik belasteten niedrigere Produktpreise sowie Währungseffekte.

Dow-Chef Jim Fitterling erwartet, dass sich die Kernwertschöpfungsketten weiter verbessern. Dies soll unter anderem durch eine Normalisierung des Niveaus der Lagerbestände und eine saisonale Erholung der Nachfrage gelingen. Zunächst dämpfte Fitterling aber die Erwartungen. "Wir rechnen mit einigem Gegenwind im zweiten Quartal - hauptsächlich durch saisonal geplante Umbau- und Wartungsaktivitäten, die in diesem Quartal 200 Millionen Dollar höher als im vorherigen Quartal sind", sagte er. Zudem soll der Fokus auf weiteren Kosteneinsparungen liegen.

Für das zweite Quartal rechnet Dow mit einem Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, wie das Unternehmen in einer Präsentation mitteilte. Die Erlöse sollen bis zu 11,5 Milliarden Dollar erreichen.

Analyst Jonas Oxagaard vom Analysehaus Bernstein geht jedoch nicht davon aus, dass Dow bereits den Preisanstieg im April für Polyethylen in seinem Ausblick für das zweite Quartal berücksichtigt hat. Dies könnte zusätzliche Gewinne in Höhe von 200 Millionen Dollar im Laufe des Jahres bedeuten. Die Zahlen von DowDupont hätten insgesamt seinen Schätzungen entsprochen. Bei Dupont sieht er aufgrund des besser als erwarteten ersten Quartals Raum für einen mutigeren Ausblick.

Das Unternehmen Dow Dupont, das erst 2017 durch die Fusion der beiden Chemieriesen Dow Chemical und DuPont entstand, hat eigenen Angaben zufolge seitdem 2,2 Milliarden Dollar eingespart, wovon 400 Millionen auf das erste Quartal entfielen. Zudem hat das Unternehmen sein drei Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen./elm/nas/fba