Die Konsumfreude kehrt zurück

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Die Konsumfreude kehrt zurück bammie
bammie:

Die Konsumfreude kehrt zurück

 
28.11.04 19:15
#1
Die bislang trübe Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts aufgehellt. Die Hoffnung der Branche auf ein leichtes Umsatzplus hat sich dadurch verstärkt.


Berlin - Am ersten Adventssamstag hätten die Warenhäuser und Fachgeschäfte den ersten großen Kundenansturm erlebt, berichtete der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Nach einer Trendumfrage in Geschäften in ganz Deutschland scheine die Konsumfreude zurückgekehrt zu sein.

Vier Wochen vor Weihnachten zeichne sich ab, dass die Konsumenten ihre Kaufzurückhaltung zumindest vorübergehend ablegten. Damit bestätigten sich jüngste Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die einen Anstieg des Konsumklimaindikators und der Neigung zu Anschaffungen bestätigt habe.

Eine lebhafte Nachfrage habe den meisten Händlern höhere Umsätze als vor einem Jahr beschert, erklärte der HDE. Dadurch seien die Hoffnungen des Einzelhandels gewachsen, den gesamten Novemberumsatz in den letzten Tagen des Monats noch ins Positive zu wenden. Diese Erwartung werde dadurch bestärkt, dass viele Städte wegen der Weihnachtsmärkte am letzten November-Sonntag eine Öffnung der Geschäfte erlaubten.

Gefragt waren dem HDE zufolge unter anderem Unterhaltungselektronik, Digitalkameras, CDs, DVDs, Bücher, Spielwaren, Parfüm, Kosmetikartikel und hochwertige Haushaltswaren.

Noch Mitte des Monats hatte die Branche beklagt, ein Ende der Krise im deutschen Einzelhandel sei nicht in Sicht. Der HDE hatte seinen Umsatz-Ausblick für das laufende Jahr zuletzt wegen der schwachen Konsumneigung auf minus 0,5 Prozent gesenkt.


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bammie:

Amerikaner starten furios ins Weihnachtsgeschäft

 
28.11.04 19:31
#2
Amerikaner starten furios ins Weihnachtsgeschäft - Umsatz steigt um fast 11%

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Amerikaner haben einen furiosen Start ins Weihnachtsgeschäft hingelegt. Nach Schätzungen wurden allein am Freitag acht Milliarden Dollar (sechs Mrd Euro) ausgegeben, fast elf Prozent mehr als im vergangenen Jahr, berichteten US-Medien am Sonntag. Der Freitag nach dem in den USA groß gefeierten Erntedankfest (Thanksgiving) ist traditionell einer der stärksten Umsatztage.

Der Einzelhandelsverband Retail Federation geht davon aus, dass am letzten Novemberwochenende einschließlich Freitag 130 Millionen Menschen in den Geschäften unterwegs waren. Viele Läden öffneten am Freitag schon um 05.00 Uhr, und die meisten blieben an allen Tagen bis spät in die Nacht offen. Der Verband rechnet in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit mit 4,5 Prozent mehr Umsatz als vor einem Jahr. Das entspräche 220 Milliarden Dollar. Die Amerikaner wollten im Durchschnitt 702 Dollar für Geschenke, Dekoration und Weihnachtskarten ausgeben, 30 Dollar mehr als im vergangenen Jahr.

Vor vielen Läden hatten sich schon in der Nacht zu Freitag Schlagen gebildet, weil die ersten Einkäufer mit besonders günstigen Angeboten gelockt worden waren. Die Elektronikkette RadioShak verkaufte etwa DVD-Spieler für unter 20 Dollar. Zudem hatten die meisten Käufer jede Menge Coupons dabei, die die großen Kaufhäuser zuvor in Zeitungsanzeigen feilboten.Damit waren Nachlässe von mehr als 20 Prozent auf den gesamten Einkauf möglich. Manche Läden gaben Gutscheine im Wert von bis zu 50 Dollar aus, die ab einem bestimmten Einkaufsvolumen eingelöst werden konnten./oe/DP/zb  
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bammie:

Aktien statt Gutscheine

 
28.11.04 21:38
#3
Hermann Kutzer

„Die Stimmung im deutschen Einzelhandel hellt sich auf“, meldet der Branchenverband nach dem Kundenansturm vom ersten Adventssamstag. Ein Hoffnungsschimmer an einem sonst trüben Wochenende, denn der private Konsum ist bisher die entscheidende Schwachstelle unserer Konjunktur gewesen.

Gefragt waren vor allem Unterhaltungselektronik, Digitalkameras, DVDs, Kosmetikartikel, Spiel- und Haushaltswaren. Das war zu erwarten. Gewiss kann man mit solchen Gaben seine Lieben auch erfreuen, aber: Wo bleibt da die Überraschung? Ist es denn nicht gerade jene freudig erregte Unsicherheit beim Entschnüren unterschiedlich großer Päckchen, die für die Höhepunkte der heiligabendlichen Bescherung sorgt?

Gemeint sind nicht etwa die ultimativen Last-Minute-Geschenke, die Briefumschläge mit Weihnachtsgrußkarte und einem jährlich wechselnden Gutschein (von der Tankstelle bis zum Theater). Vielmehr möchte ich Wertpapiere empfehlen, bevorzugt deutsche Aktien. Von Adidas bis Zapf – auf dem Kurszettel stehen Alternativen, die auf keinem Wunschzettel zu finden sind. Nichts gegen das Mini-Abo beim Stadttheater. Origineller ist freilich ein Mini-Depot z.B. aus Dax-Werten, China-Fonds und Gold-Zertifikaten. Für den gehobenen Konsumenten bietet sich auch die volkswirtschaftlich nützliche Kombination von Konsum- und Anlageeffekten an: Schenken Sie einen Benz plus ein Depot aus Daimler-Aktien!  
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Pieter:

Abwarten sage ich nur. Abgerechnet wird in 4 Woche

 
28.11.04 23:53
#4
n.
Den selben Schmarren von Umsatzwachstum und tollem Weihnachtsgeschäft habe ich letztes Jahr nach dem ersten Wochenende auch gehört. Am Ende gab es Wehklagen und Weinen beim Handel.

Ich sehe nicht einen einzigen Grund, warum der Bundesbürger mehr ausgeben sollte. Die wirtschaftliche Lage ist kein bischen besser als vor einem Jahr. Nur heute hat sich die Taktrate erhöht, in der sogenannte Wirtschaftsfachleute aus der Industrie, Handel oder sonst was  längere Arbeitszeiten fordern, weniger Feiertage, weniger Urlaub, Abschaffung der Krankengeldfortzahlung , längere Lebensarbeitszeit, längere Wochenarbeitszeit ..... und, und  und.
Und alles nutzt nix, die Arbeitsplätze werden doch nicht sicherer, sie werden doch wegexportiert, nicht weil mal so dicke Verluste macht, sondern weils gerade In ist.

Nein ich sehe keine Grund, das bischen Geld mit vollen Händen auszugeben. Mein Weihnachtsgeld geht zu 95% auf die hohe Kante. Da werde ich es mit Sicherheit noch bitter nötig brauchen. Keine müde Mark wird für unnütze Geschenke ausgegeben. Und viele Andere haben dieses Jahr ja garkein Weihnachtsgeld mehr erhalten.

Pieter
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Weihnachtsgeschäft läuft besser als 2003

 
04.12.04 21:35
#5
Berlin (ddp). Das Weihnachtsgeschäft läuft bislang nach Einschätzung des Einzelhandels besser als im vergangenen Jahr. «Die aktuelle Stimmung der Konsumenten hebt sich positiv von den vergangenen Monaten ab und ist auch besser als im Weihnachtsgeschäft 2003», sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, am Samstag in Berlin. Mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts sei der Handel bislang zufrieden. Insgesamt sei die Branche für die kommenden drei Wochen bis Heiligabend vorsichtig optimistisch.

Nach Angaben Pellengahrs haben viele Geschäfte am zweiten Adventssamstag ihre Umsätze im Vergleich zum vergangenen Wochenende gesteigert. Das in den zurückliegenden Tagen von den Unternehmen ausgezahlte Weihnachtsgeld habe die Ausgabebereitschaft spürbar erhöht. Gefragt waren dem Verband zufolge vor allem Geschenke zum Nikolaustag. Als Renner im Weihnachtsgeschäft bezeichnete der HDE Digitalkameras, DVD-Geräte und MP3-Player. ddp.vwd/pon  


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bammie:

Handel jubelt über zweiten Adventssamstag

 
05.12.04 11:47
#6
B BERLIN. Der deutsche Einzelhandel hat eine positive Zwischenbilanz des Adventsgeschäfts gezogen. «Die aktuelle Stimmung der Konsumenten hebt sich positiv von den vergangenen Monaten ab und ist auch besser als im Weihnachtsgeschäft 2003», sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, am Samstag in Berlin. Insgesamt sei die Branche für die kommenden drei Wochen bis Heiligabend vorsichtig optimistisch.

Schon vor einer Woche hatte der Einzelhandel über ein besseres Bild als 2003 berichtet. An diesem zweiten Adventssamstag berichteten die Händler vielerorts von Geschäften von Geschäften zumindest auf Vorjahresniveau, oft auch darüber. Nach Angaben Pellengahrs haben viele Geschäfte am diesem Samstag ihre Umsätze im Vergleich zum vergangenen Wochenende gesteigert. Das in den vergangenen Tagen von den Unternehmen ausgezahlte Weihnachtsgeld habe die Ausgabebereitschaft spürbar erhöht.

«Wir sind in einer Traumsituation», berichtete auch der Präsident des hessischen Einzelhandels, Frank Albrecht, in Frankfurt. Das trübe Wetter sei perfekt für einen Einkauf. Die Umsatzkurve zeige im Vergleich zu 2003 deutlich nach oben. «So ein gutes Weihnachtsgeschäft war überhaupt nicht vorhersehbar», so Albrecht. «Wir hoffen, dass der Trend so weiter geht.»

Damit wächst die Zuversicht, dass Weihnachten diesmal das ansonsten schwache Einzelhandelsjahr mit einem positiven Akzent beendet. «Nach bisheriger Einschätzung hat das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr das Potenzial, in den bitteren Tee des Jahres einen Tropfen Honig zu tun», beschrieb der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, am Samstag die Lage.

Gefragt waren dem HDE zufolge vor allem Geschenke zum Nikolaustag. Auf der Hitliste der Einkäufer standen insbesondere kleine Präsente ganz oben: Süßwaren, CDs und DVDs, Parfüm, Leder- und Spielwaren. Auch Bücher, Schmuck und Uhren hätten zugelegt, hieß es vom Handel. Als Renner im Weihnachtsgeschenk bezeichnete der HDE darüber hinaus Digitalkameras, MP3-Player und DVD-Geräte. Mancherorts wurden sogar die Schokoladen-Nikoläuse knapp.
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Nobody II:

Ich habe gestern auch gekauft.

 
05.12.04 11:51
#7
Mit 10% Rabatt + 10 € Gutschein und habe für 19,95 eine DVD geholt.

Mag sein, dass die Umsatz machen, verdienen werden die aber nicht viel.

Gruß
Nobody II
Die Konsumfreude kehrt zurück Happydepot
Happydepot:

müßt Ihr aber noch Geld haben..

 
05.12.04 12:16
#8
also kann es euch unter der Regierung SPD nicht schlecht gehen wie viele hier im so Ländle tuen.Aber wartet ab wenn es 2006 vorbei ist.:-)
Merkel und Co zeigen euch wo der Hammer hängt.
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bammie:

tja eine Folge von Geiz ist geil

 
05.12.04 12:54
#9
zum Jahresende werden die Sparstrümpfe wieder hervorgeholt.
Vielleicht warten sie noch auf die richtig guten Weihnachtsangebote, beispielsweise, DVD-Recorder oder Flat TVs.

Entweder machen sie dieses Jahr noch das Rennen oder halt erst nächstes Jahr.

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bammie:

Weihnachtsgeschäft gibt kaum Auftrieb für Einzelha

 
06.12.04 08:55
#10
AKTIEN IM FOKUS: Weihnachtsgeschäft gibt kaum Auftrieb für Einzelhandelsaktien

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz eines positiven Fazits des Einzelhandels zum bisherigen Weihnachtsgeschäft erwarten Händler und Analysten am heutigen Montag kaum Auswirkungen auf die Kurse wichtiger Einzelhändler wie Metro , Douglas (Xetra: 609900.DE - Nachrichten - Forum) oder KarstadtQuelle . Lang & Schwarz sieht die Aktien zum Handelsstart insgesamt uneinheitlich, während der DAX (Xetra: Nachrichten) knapp behauptet erwartet wird.

"Das positive Resümee ist keine Überraschung, damit war bereits gerechnet worden", sagte HVB-Analyst Volker Bosse. Die betreffenden Aktien würden deswegen heute sicher nicht durch die Decke gehen. Allerdings sei es durchaus für Metro (Xetra: 725750.DE - Nachrichten - Forum) positiv, dass Unterhaltungselektronik derzeit gefragt sei. Auch für Douglas als klassischer Anbieter von Weihnachtsgeschenken sei die positive Einschätzung des Branchenverbands HDE eine gute Nachricht. Dies gelte ebenso für KarstadtQuelle (Xetra: 627500.DE - Nachrichten - Forum) , die im Textilgeschäft gut aufgestellt seien.

Allerdings seien die positiven Kommentare des Einzelhandels auch vor dem Hintergrund eines schwachen Weihnachtsgeschäfts im Vorjahr zu sehen, betonte Bosse. Zudem versuche der Einzelhandel zu diesem Zeitpunkt im Jahr immer eine positive Stimmung zu erzeugen. Auch Aktienhändler betonten in Frankfurt, dass wegen der positiven und zuversichtlichen Äußerungen des Einzelhandels keine Auswirkungen auf die Aktienkurse in dem Sektor zu erwarten seien.

Dem Einzelhandel zufolge nährt knapp drei Wochen vor Heiligabend das bisherige Weihnachtsgeschäft Hoffnungen auf einen versöhnlichen Jahresausklang und eine bessere Konsumkonjunktur 2005. Nach einer Zwischenbilanz des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) läuft das Geschäft mit den Geschenken zum wichtigsten Fest des Jahres 2004 weiter spürbar besser als vor einem Jahr - und das mit steigender Tendenz. "Das Weihnachtsgeschäft ist sicher noch ausbaufähig", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. "Aber es gibt ja die Tendenz, dass die Kunden immer später kaufen." Die aktuelle Stimmung der Konsumenten sei besser als in vergangenen Monaten und auch besser als im Weihnachtsgeschäft 2003. Die Ausgabebereitschaft sei spürbar erhöht./fs/fat  
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Erholung kommt 2005 noch nicht beim Konsumenten an

 
06.12.04 12:09
#11
Erholung kommt 2005 noch nicht beim deutschen Konsumenten an


Frankfurt/Main (ddp). Die globale konjunkturelle Erholung wird der deutsche Verbraucher auch im kommenden Jahr noch nicht zu spüren bekommen. «Das ist auch 2005 nicht wahrscheinlich», sagte Bundesbankpräsident Axel Weber am Montag in Frankfurt am Main vor dem 19. Internationalen Zinsforum. Grund seien die durch die schwache Lage am Arbeitsmarkt eingetrübten Aussichten für die verfügbaren Einkommen in Deutschland.

Das klassische Erholungsmuster der Konjunktur aus früheren Jahren gelte heute nicht mehr, warnte Weber. Bislang hatten sich positive außenwirtschaftliche Impulse auf Deutschland zunächst in einer höheren Investitionsneigung niedergeschlagen, erläuterte Weber. Die dadurch entstandene Mehrbeschäftigung habe den privaten Verbrauch angetrieben. Heute sei die Erholung «sehr exportlastig» und diese Entwicklung werde anhalten. Dadurch werde sich die Inlandsnachfrage langfristig erholen, allerdings «langsam und verhalten». ddp.vwd/rab/mwo  
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Einzelhandelsaktien dümpeln dahin

 
07.12.04 21:17
#12
Vom Weihnachtsgeschäft dürfen Aktionäre deutscher Einzelhandelsgesellschaften auch in diesem Jahr kaum ein Kursfeuerwerk erwarten. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) rechnet zu Weihnachten zwar mit mehr Umsatz. Laut Analysten sind allerdings Zweifel angebracht.


DÜSSELDORF. Der HDE geht in seiner Prognose davon aus, dass der weihnachtsbedingte Mehrumsatz im November und Dezember von 6,2 Mrd. auf 7,2 Mrd. Euro klettern wird, doch Zweifel sind angebracht. Die Fachverbände der vom Weihnachtsgeschäft am stärksten betroffenen Branchen – darunter Spielwaren, Schmuck und Kosmetik – sind zeigen sich weitaus verhaltener.

Auch Konjunkturexperten wie Ralph Solveen von der Commerzbank glauben angesichts der Umsatzrückgänge im September und Oktober nicht daran, dass es vor dem Fest zu einer grundlegenden Trendwende kommen wird. Einen dramatischen Einbruch wie 2003, als der Weihnachtsumsatz um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr absackte, hält er aber ebenfalls für unwahrscheinlich. „Das Umfeld für den privaten Verbrauch hat sich gebessert“, glaubt er. Die Wahrnehmung der Konjunkturlage sei positiver. Was den Händlern außerdem zugute kommt: Die Monate November und Dezember besitzen in diesem Jahr jeweils einen Verkaufstag mehr als 2003.

Von den großen börsennotierten Handelskonzernen hängt die Essener Karstadt-Quelle AG mit Abstand am stärksten vom deutschen Weihnachtsgeschäft ab. Laut einer Befragung von E-Circle stehen die Karstadt-Warenhäuser bei Deutschlands Verbrauchern für Weihnachtsgeschenke fast an der Spitze. Nur die Elektrofachmärkte von MediaMarkt sind noch beliebter. Gleichzeitig hält der konzerneigene Versender Quelle beim Kauf von Weihnachtsgeschenken Platz drei. Dabei erlöst Karstadt-Quelle rund 90 Prozent seines Geschäfts auf deutschem Boden.

Und dort tut sich der Konzern derzeit schwer: Da Kunden im Oktober und November angesichts der problematischen Rettungsaktion offenbar fürchteten, ihre Ware nicht mehr umtauschen zu können, gingen die Verkäufe zurück. Der Konzern senkte daraufhin die Ertragsprognose. Die Investmenthäuser Merrill Lynch und M. M. Warburg sowie der Informationsdienst Independent Research reduzierten ihre Erwartungen ebenfalls und bestätigten ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie. Goldman Sachs stufte Karstadt-Quelle auf „underperform“ herunter.

Der vierte große in Frankfurt gelistete Handelskonzern, die Bielefelder AVA („Marktkauf“), beschränkt sich zwar – bis auf einen Standort in Moskau – auf den deutschen Einzelhandelsmarkt. Da der Konzern aber überwiegend Lebensmittel und Heimwerkerbedarf führt, dürften die Schwankungen im Weihnachtsgeschäft eher gering ausfallen. Dass die Aktie sich seit Wochen deutlich nach oben bewegt, hat einen anderen Grund: Viele Anleger rechnen damit, dass der Mehrheitsaktionär Edeka den freien Aktionären bald ein Übernahmeangebot unterbreiten wird.
Volker Bosse, Handelsexperte bei der Hypo-Vereinsbank in München, hält zudem den Niedergang des Versandhandelsgeschäfts, das im Oktober deutschlandweit um 13,6 Prozent einbrach, für ein strukturelles Problem. Da viele Läden nach der Abschaffung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung mit spontanen Sonderaktionen lockten, komme der Versandhandel mit seiner fixen Preisgestaltung nicht mehr schnell genug nach. Karstadt-Quelle ist davon besonders betroffen: Rund die Hälfte des Umsatzes brachte bislang das Kataloggeschäft.

Der börsennotierte Wettbewerber Metro hat sich gegen die anhaltende Konsumflaute in Deutschland weitaus besser gewappnet: Er generiert inzwischen die Hälfte seines Umsatzes im Ausland. Zudem stehen die Elektrofachmärkte von Media-Markt und Saturn in der Kundengunst weit vorn, und auch Kaufhof berichtete zuletzt wieder von einem leichten Umsatzzuwachs. „Die gesteigerte Kundenfrequenz auf Grund der Jubiläumsangebote zum 125-jährigen Bestehen dürfte sich positiv auf das Weihnachtsgeschäft auswirken“, schätzt Volker Bosse.

Verstärkt aufs Ausland setzt ebenfalls die Douglas Holding AG, die dort auf einen Anteil von 30 Prozent kommt. Das flaue Geschäft im Heimatmarkt gleichen die Hagener damit aus. Im Geschäftsjahr 2003/04 (bis Ende September) wuchs ihr Umsatz hier zu Lande mit 0,6 Prozent nur mäßig. Jenseits der Grenzen schaffte der Fachhandelskonzern dagegen ein Plus von 8,2 Prozent. Falls es tatsächlich zu einem deutschlandweiten Einzelhandelsplus im Weihnachtsgeschäft kommen sollte, würde Douglas davon voraussichtlich überproportional profitieren. Mit den Parfümerien, den Thalia-Buchhandlungen, den Süßwarenläden von Hussel und der Juwelierkette Christ ist der Konzern auf das Geschenke-Geschäft ausgerichtet wie kaum ein anderes Handelshaus.
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bammie:

Nachfragebelebung am dritten Advents-Samstag

 
12.12.04 01:16
#13
Berlin (ddp.vwd). Der Einzelhandel meldet eine weitere Belebung im Weihnachtsgeschäft. Nach einer bundesweiten Umfrage des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) erzielten die meisten Geschäfte höhere Umsätze als an den beiden vorangegangenen Advents-Samstagen. Das Geschäft an den Wochentagen sei ausbaufähig und werde nach Erwartungen des Handels bis Heiligabend noch «kräftig zulegen», sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr am Samstagabend in Berlin. Der absolute Höhepunkt im Weihnachtsgeschäft sei nun am kommenden letzten Adventswochenende zu erwarten.

Die Händler hoffen darauf, dass die Kauflaune der Kunden bis zum Monatsende andauert und der Branche «zumindest einen versöhnlichen Ausklang eines sonst leider unerfreulichen Jahres beschert», sagte Pellengahr. Zu den Rennern bei den Kunden gehörten PVC- und Gesellschaftsspiele, Spielwaren, Uhren und Schmuck sowie Bücher und Lederwaren. Die kälteren Temperaturen sorgten dafür, dass auch Wintermäntel, Mütze und Schals verstärkt nachgefragt wurden. Bei der Unterhaltungselektronik gingen LCD- und Plasma-Fernseher gut. ddp.vwd/hsi/stu  
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rabzoll:

Muhahahahihihihi...das ist ja blos die

 
12.12.04 13:40
#14

alljährliche Jahresendpropaganda des Handels.

Die wollen nur an den Herdentrieb der Menschen appelieren. Nach dem Motto: Alle anderen kaufen viel...willst du der einzige sein der wenig kauft um sich dann unterm Weihnachtsbaum zu blamieren...
...sehr gerissen...aber zu durchsichtig...geiz ist geil...ich kauf nix,nix,nix...nix!

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Höhere Weihnachtsumsätze mit Elektronikgeräten

 
18.12.04 14:47
#15
Frankfurt (Reuters) - Der Bundesverband Informationswirtschaft (Bitkom) registriert im laufenden Weihnachtsgeschäft deutlich höhere Umsätze mit Elektronikgeräten wie Handys und MP3-Playern.

"Von einer Konsumflaute ist nichts zu spüren", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Samstag. Die Umsätze mit solchen Technikprodukten lägen rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Hohe Zuwachsraten gegenüber dem vergangenen Jahr verzeichneten Handys mit Kameras, aber auch Musikrekorder für das digitale MP3-Format, DVD-Rekorder und LCD-Bildschirme.



Das werden wohl die Renner dieses Jahr unterm Weihnachtsbaum.

rabzoll, wenn du nix kaufen willst, was schenkst du dann deinen lieben in der Familie ? ;) hihi
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bammie:

Einzelhandel setzt auf durchgreifende Besserung de

 
24.12.04 08:40
#16
Einzelhandel setzt auf durchgreifende Besserung des Konsumklimas

Berlin (ddp.vwd). Nach einem überraschend günstig verlaufenden Weihnachtsgeschäft 2004 schöpft der Einzelhandel Hoffnung, dass sich das Konsumklima in Deutschland nach einer langen Phase der Kaufzurückhaltung wieder durchgreifend bessert. Das ergab eine Umfrage der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe) beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) und bei führenden Warenhausketten und Warenhäusern der Republik. HDE-Präsident Hermann Franzen, sagte: «In diesen Tagen erkennt man die deutschen Konsumenten kaum wieder: Zeigten sie sich das ganze Jahr hindurch zögerlich und zurückhaltend, so haben sie zum Weihnachtsgeschäft ihre Lebensfreude und Lust am Einkaufen wiedergefunden.»

Angesichts des erfreulichen Dezembers sei der Handel trotz des unbefriedigenden Novembers zuversichtlich, insgesamt im Weihnachtsgeschäft ein leichtes Umsatzplus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu erzielen, sagte Franzen. Für das gesamte Jahr 2004 ergebe sich damit ein leichtes Minus «zwischen einem halben und einem Prozent».

Ähnlich positiv äußerte sich der Konzernsprecher der Modeeinzelhandelskette C&A in Düsseldorf, Knut Brüggemann: Das Unternehmen sei «sehr zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft». Die Kunden legten wieder mehr Wert auf Qualität. «Die Rabattschlachten sind in diesem Jahr ausgeblieben», sagte Brüggemann. Selbst beim krisengeschüttelten KarstadtQuelle (Xetra: 627500.DE - Nachrichten - Forum) -Konzern in Essen bessert sich offenkundig die Stimmung. Unternehmenssprecher Jörg Howe sagte, zwar sei das Jahr 2004 nicht gut verlaufen, aber ein «befriedigendes bis gutes» Weihnachtsgeschäft habe einiges wettgemacht. Der Zeitung zufolge rechnet KarstadtQuelle inzwischen nur noch mit einem Jahresminus beim Umsatz von 3,6 bis 3,9 Prozent. Ursprünglich waren die Planungen des Konzerns von einem Umsatzrückgang um sieben Prozent ausgegangen.  
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bammie:

Deutsche Online-Shops mangelhaft gerüstet

 
24.12.04 08:41
#17
Deutsche Online-Shops mangelhaft gerüstet fürs Weihnachtsgeschäft

UTRECHT, The Netherlands, December 24 /PRNewswire/ -- - 70% der Online Shops unbefriedigend erreichbar

Eine Vielzahl deutscher Internet-Shops ist nur mangelhaft gerüstet für
die steigende Zahl online Kunden im November und Dezember. Im
Weihnachtsgeschäft ist noch nicht mal ein Drittel aller Online-Shops wirklich
allzeit erreichbar, so eine Studie von WatchMouse. Der niederländische online
Monitoring Dienst hat für die Studie über einen Zeitraum von zweieinhalb Monate 37 grosse online Marktplätze und Shops auf Erreichbarkeit überprüft.
Der grosse Andrang vor Weihnachten, so weist die Studie aus, sorgt mitunter
für eine Überbelastung der Server und Reaktionszeiten vieler online
Geschäfte.

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2004 beobachtete WatchMouse 37
Webseiten grösserer Online Einzelhändler, wie etwa Quelle, Pearl.de,
Neckermann oder Douglas. Die Ergebnisse erwiesen, dass die 'Uptime' - der
Zeitraum in der ein Server online verfügbar ist - zwischen 98% und 99.5%
liegt. "Das erscheint eine befriedigende Zahl, aber eine Erreichbarkeit von
98% kann bedeuten, dass eine Seite eine Halbe Stunde täglich unerreichbar ist
für Kunden. Bei anhaltenden Problemen wären das 14 Stunden im Monat und pro
Jahr sogar eine gute Woche," so Mark Pors, einer der Gründer von Watchmouse.

Die Auszeiten machen sich nicht nur im Portemonnaie der Unternehmen
bemerkbar. Der Jungunternehmer Pors: "Eine Webseite die nicht erreichbar ist,
kann im Call Center eines Unternehmens für viel zusätzliche Arbeit sorgen,
doch ebenfalls dem guten Namen erheblichen Schaden zufügen. Problematisch ist

dabei, dass die mangelhafte Erreichbarkeit oft nicht oder erst zu spät
bemerkt wird. Bei Rechtzeitigem Erkennen von Auszeiten kann relativ einfach
und schnell die Erreichbarkeit wiederhergestellt werden, zum Beispiel durch
den Einsatz von mehr Serverkapazität."

WatchMouse fasst in ihrer Studie zusammen, dass nur 30% der Online Shops
optimal erreichbar ist. Betrachtet man die steigenden online Umsätze des
Einzelhandels, kann es sich beim Geschäftsverlust sogar um beachtliche Summen
handeln: Im Jahr 2004, so die Prognosen des Hauptverbandes des Deutschen
Einzelhandels (HDE), stieg der online Umsatz im Einzelhandel von 11 auf 13
Mrd EUR - eine Steigerung von 18%.

Im Dezember signalisierte der HDE jüngst noch eine deutliche Verbesserung
des Weihnachtsgeschäfts im vergleich zum Vorjahr, was sich auch im
Internethandel bemerkbar gemacht haben dürfte. Im Vorweihnachtsgeschäft des
Novembers gingen die Reaktionszeiten drastisch zurück. "In den letzten Wochen
vor Weihnachten häuften sich gerade bei renommierten Shops noch einmal die
Fehlermeldungen." So Pors über die scheinbar anhaltende Tendenz, dass bei
grösserem Aufkommen die Erreichbarkeit im Internethandel noch immer zu
Wünschen übrig lässt.

Über Watchmouse

Unternehmen können Ihre Webseiten unkompliziert in eigener Regie
beobachten mit Hilfe der Monitoring Dienste von WatchMouse.

WatchMouse überprüft seit 2001 weltweit Internetseiten und E-Commerce
Applikationen von Unternehmen verschiedenster Branchen. WatchMouse liefert
ihre Dienste an mehr als tausend Kunden in über 70 Länder. Der Service von
WatchMouse wird in 7 Sprachen angeboten und Analysen werden über weltweite
Kontrollpunkte und Monitoring-Netzwerke durchgeführt.
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bammie:

Konsum - Luxus lohnt

 
27.12.04 08:53
#18
Geiz war gestern geil. Weltweit kommt die Lust auf Edles und Teures zurück, selbst im griesgrämigen Deutschland. Damit laufen auch die Geschäfte von LVMH (Paris: FR0000121014 - Nachrichten) , Bulgari (Mailand: BULG.MI - Nachrichten) und Co wieder. Und deren Aktien. Auch Anleger sollten sich jetzt ein bißchen Luxus gönnen.

von Andreas Moring, Euro am Sonntag 52/04

Rudolph Moshammer lebt in seiner eigenen Welt. Die Börse kommt darin nur als Geldvernichtungshölle vor. "Mit Aktien verdienen S' höchstens Mitleid", läßt der selbsternannte Modezar aus München verlauten. Und die goldenen Zeiten des Luxusmarkts seien angeblich auch vorbei. "Mit echtem Luxus machen S' heuer kein G'schäft mehr", konstatiert der Feingezwirnte. Mit anderen Worten: Aktien der Luxusgüterkonzerne sind der direkte Weg in die Armut.

Na, wenn der Modemann mit dem sehr eigenen Geschmack sich da mal nicht irrt. Denn die Kurse vieler Edelwerte steigen wieder. In den letzten sechs Monaten legten die Aktien von Bulgari um zwölf Prozent zu, die von Richemont um über 15 Prozent. "Die Geschäfte von Bulgari, Hermés und Co ziehen merklich an", weiß Branchenexpertin Scilla Huang Sun, die den Fonds Luxury Goods der Schweizer Clariden Bank managt.Das sah schon einmal anders aus. Nach dem Platzen der Internetblase verging vielen ehemaligen Aktienmillionären entweder die Lust am schillernden Luxusleben, oder sie hatten schlichtweg kein Geld mehr für Champagnersausen und mal eben ein kleines Collier für die Gattin. Drei Jahre lang ging es mit der Luxusbranche bergab. Bulgaris Gewinn etwa brach im Krisenjahr 2001 um 30 Prozent ein.

Doch Anfang dieses Jahres begann der Rubel wieder zu rollen, in den ersten sechs Monaten legten die Umsätze weltweit um knapp 15 Prozent zu. Mit steigender Tendenz. Entsprechend optimistisch ist die Stimmung in den Chefetagen. "Wir erwarten eine signifikante Verbesserung beim Profit und ein starkes Weihnachtsgeschäft", sagt beispielsweise Richard Lepeu, Chef bei Richemont, dem nach LVMH zweitgrößten Hersteller von Luxusartikeln, der unter anderem Uhren von Cartier und Lange & Söhne verkauft.Die neue Glamour-Welle hat mehrere Ursachen. Die weltweite Erholung der Wirtschaftslage ist eine. Die großen Märkte USA und Fernost weisen gute Wachstumsraten aus. Besonders der prosperierende Ferne Osten beschert den Luxusherstellern zusätzliche Nachfrage. Was kaum jemand weiß: 40 Prozent des weltweiten Umsatzes im globalen Luxusmarkt werden in Japan gemacht. Und ausgerechnet da zieht das Geschäft wieder an. "Hier zeichnet sich eine Trendwende ab", sagt Branchenkenner James Amoroso vom Schweizer Brokerhaus Helvea.

Hinzu kommen die neuen Märkte China und Rußland. Ihr Anteil am Luxusgeschäft ist zwar noch relativ gering, bietet jedoch langfristig enormes Potential. Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet sogar, daß die Chinesen in zehn Jahren die Japaner überflügeln. Und selbst Europa hat sich offenbar aus der Konsumlethargie der letzten Jahre befreit. "Europa ist zurück", frohlockt Richemont-Chef Lepeu. Global gesehen wächst die Nachfrage nach Luxuswaren mit einem Plus von sieben bis acht Prozent doppelt so schnell wie die Weltwirtschaft. Wichtig auch: "In den vergangenen eineinhalb Jahren sind zum Glück größere Krisen, neu begonnene Kriege oder Seuchen ausgeblieben", so Analystin Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg. Das hebt auch bei den besser Betuchten die Stimmung - und die Lust, sich wieder etwas zu gönnen.25000 Euro müssen für ein 18-Karat-Goldcollier von Gucci oder Cartier schon hingeblättert werden, das 200-Karat-Diamantengehänge fängt sowieso erst in der sechsstelligen Preisliga an. Und eine schöne Glashütte-Uhr kostet 30000 Euro. Trotzdem: Gerade der Uhrensektor boomt. Allein Schweizer Zeitmesser wurden von Januar bis Novemberim Wert von über zehn Milliarden Euro exportiert - so viel, wie noch nie zuvor.

Die Kauflust der Reichen macht die Aktien der Luxusindustrie, die in diesem Jahr weltweit 170 Milliarden Euro umsetzt, auch für Anleger interessant. Zumal die Gewinnspannen häufig sehr hoch sind. Grund: Die wahren Luxusgüter wie Colliers oder Edeluhren sind in der Regel handgefertigt. Industrielle Produktion, die schnell ausgeweitet werden könnte, gibt es praktisch nicht. An einem Double-Split-Chronographen von Lange & Söhne für 82500 Euro etwa sitzen gleich mehrere Uhrmacher bis zu einem dreiviertel Jahr. Steigt die Nachfrage, geht die Tendenz daher zu höheren Preisen. Hinzu kommt, daß sich die Hersteller in den vergangenen Jahren auf wenige margenträchtige Marken konzentrierten, unrentable Nebengeschäfte abstießen und das wachstumsstarke Kleingeschäft mit Accessoires wie Brillen und Täschchen ausweiteten. Bulgari weist in dieser Sparte Wachstumsraten von 20 Prozent auf.Die neue Glamour-Welle macht sich in den Bilanzen der börsennotierten Nobelkonzerne schon bemerkbar. Der französische Branchenprimus LVMH (Louis Vuitton Moet Hennessy) steigerte im ersten Halbjahr den Absatz um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Der Schweizer Richemont-Konzern erhöhte die Erlöse um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Und die Juweliere von Bulgari verkauften in den ersten neun Monaten Klunker im Wert von 554 Millionen Euro, ein Plus von gut acht Prozent.Entsprechend optimistisch fallen die Analystenkommentare aus. Bei vielen Häusern - von der Deutschen Bank (Xetra: 514000.DE - Nachrichten - Forum) bis Goldman Sachs - stehen die Luxusartikler auf den Empfehlungslisten. Ganz vorn dabei ist nach Meinung fast aller der französische LVMH-Konzern. Die Kursziele liegen zwischen 60 und 75 Euro. "Das ist der klare Favorit" sagt Landesbankerin Ambrus. "Die hohe Nachfrage nach LVMH-Produkten wird anhalten und die Gewinne steigern."Der Konzern bringt neben den nach wie vor begehrten Ledertaschen von Louis Vuitton auch Edel-Mode der Labels Kenzo oder Donna Karan, Uhren (Tag Heuer, Zenith), Schmuck und Champagner (Veuve Clicquot, Dom Perignon) an die Dame und den Herren. Die Aussichten für LVMH-Wettbewerber wie Tiffany, Pinault Printemps-Redoute (Gucci, Yves Saint Laurent) und Richemont (Dunhill, Cartier, Jaeger Le Coultre) sind bei den meisten Analysten dagegen noch etwas verhaltener. Der Grund: Die Unternehmen stecken noch mitten im Umbau.

Von der Rückkehr der Reichen an die Käuferfront profitieren zunehmend auch die Werte aus der zweiten Reihe. Die Billig-Billig-Arien sind inzwischen auch beim Durchschnittskonsumenten zunehmend verpönt. Und geil schon gar nicht. Zumindest, wenn es um das eigene Erscheinungsbild geht. "Das Pendel schlägt zurück. Qualität, Service und die Aura des Edlen sind wieder wichtige Kriterien", hat Marktforscherin Simone Cornelsen von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) herausgefunden.Zwar würden die Menschen bei Gütern des täglichen Bedarfs weiter genau auf jeden Cent achten, doch wenn es um Kleidung oder Schmuck geht, werde wieder mehr Geld ausgegeben. Den Trend bestätigt auch Christiane Dierks, Chefin des Hamburger Image-Instituts, einer Forschungs- und Beratungsinstitution. "In wirtschaftlich eher unsicheren Zeiten, wie wir sie immer noch haben, legen die Menschen mehr Wert auf den korrekten Auftritt", erklärt sie. "Die Menschen wollen angepaßt und irgendwie korrekt aussehen."

Das hilft den Modefirmen mit dem Edel-Touch. Der britische Ausstatter Burberry bedient das steigende Bedürfnis nach Förmlichkeit und schlichter Eleganz im British Style mit viel Erfolg. Aus dem Haus mit dem schwarz-rot-weiß-beigen Karomuster kommen längst nicht mehr nur Trenchcoats. Das Geld wird mit Schuhen, Taschen, Schals und Anzügen verdient, aber auch mit Parfums und selbst Wohnungs-Accessoires. Das zahlt sich auch für Aktionäre aus. Seit dem Börsengang 2002 legten die Papiere der Nobelmarke um mehr als 100 Prozent zu.Auch deutsche Labels wie Hugo Boss (Xetra: 524550.DE - Nachrichten) oder Escada (Xetra: 569210.DE - Nachrichten) profitieren vom Trend zu bekannten Schneidernamen. So erwirtschaftet Escada - nach ebenfalls kräftigen Restrukturierungsmaßnahmen - im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,5 Millionen Euro Gewinn. Im Vorjahr waren es noch 77,6 Millionen Euro Miese. Auch Hugo Boss schaffte im ersten Halbjahr mit einem Umsatzplus von neun Prozent auf 554 Millionen Euro die Wende. Zwar wurden die höheren Umsatzzahlen teilweise durch Preissenkungen erkauft. "Aber das Umsatzwachstum gleicht den Effekt mehr als aus", sagt Fondsmanager Hans-Peter Schupp von Mainfirst.Daß Mooshammer das große Geschäft mit dem Luxus vorerst abgehakt haben will, überrascht nicht. In seiner Boutique gibt es inzwischen ein Arsenal an Kleidung und Accessoires der mittleren Preisklasse. Krawatten für 29 Euro? Die hätten vor wenigen Jahren noch als unwürdig gegolten. Aber irgendwie muß der Rolls-Royce ja unterhalten werden. Und auf Kursgewinne zu verzichten ist auch eine Art von Luxus.  
Die Konsumfreude kehrt zurück bammie
bammie:

Einzelhandel wünscht sich Normalisierung

 
02.01.05 11:56
#19
Berlin (ddp.vwd). Die von Umsatzrückgängen geplagten deutschen Einzelhändler richten - wieder einmal - all ihre Hoffnungen auf das neue Jahr. Große Zuwächse werden zwar nicht erwartet, aber schon über eine Normalisierung der Umsätze würde sich die seit drei Jahren rote Zahlen schreibende Branche freuen. Nach dem für die Händler erfolgreichen Weihnachtsgeschäft, das das branchenweite Umsatzminus 2004 auf rund ein Prozent begrenzte, wird jetzt gern vom «geplatzten Knoten» und der «Rückkehr der Kauflust» gesprochen.

Dieser Optimismus wird jedoch postwendend relativiert: Es sei noch längst nicht sicher, dass dieser Trend auch auf längere Sicht anhält, gibt sich der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Holger Wenzel, vorsichtig. Die Auswirkungen von Steuerreform und Hartz IV sowie die Entwicklung am Arbeitsmarkt seien nicht kalkulierbar. Die Branche hoffe aber, dass der Umsatzrückgang 2005 endlich gestoppt und wenigstens das Niveau von 2004 gehalten wird, in dem mit Erlösen von rund 370 Milliarden Euro gerechnet wird.

Genährt werden die Branchenhoffnungen von der wieder gestiegenen Anschaffungsneigung der Deutschen. Nach den vor wenigen Tagen veröffentlichten Daten der GfK-Konsumforschung könnte sich Wenzel zufolge ein Stimmungsumschwung abzeichnen. Dieser werde aber «leise sein und die Branche nicht in Euphorie versetzen», sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer der Nachrichtenagentur ddp.vwd. Trotzdem werde es auch im kommenden Jahr wieder mehr Insolvenzen und weitere Stellenstreichungen im Einzelhandel geben. Für 2004 geht der HDE von rund 5000 Insolvenzen und dem Abbau von rund 20 000 Stellen aus.

In ihren vorsichtigen Ausblicken auf 2005 verweisen sowohl der HDE als auch der Warenhausverband BAG auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Richtig aufatmen könne die Branche wohl erst, wenn die Reformen am Arbeitsmarkt die gewünschten Ergebnisse bringen und die Leute mehr Geld und mehr Zukunftsvertrauen haben, sagte Wenzel. So lange wird die schwache Binnenkonjunktur das deutsche Wirtschaftswachstum wohl noch bremsen.

Trotzdem sieht die Bundesregierung bereits Licht am Ende des Tunnels. Laut Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) gibt es erste Anzeichen für eine Belebung der Binnenkonjunktur. Zuletzt hatte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle kurz vor Weihnachten von einer breiteren wirtschaftlichen Erholung gesprochen, da sich die Impulse durch die Inlandsnachfrage weiter verstärken würden. Einschränkend hieß es, die privaten Haushalte dürften ihre Kaufzurückhaltung aber erst im Laufe des kommenden Jahres aufgeben, wobei die Konsumzuwächse allerdings moderat blieben.

Die seit Jahren anhaltenden Probleme führen auch innerhalb der Einzelhandelsbranche zu Veränderungen. Laut Wenzel werden die Discounter weiter Zuwächse verzeichnen, während die Warenhäuser nach wie vor mit Problemen kämpfen. Beim Fachhandel werde die Konzentration und Ausdünnung anhalten. Kennzeichnend für den harten Wettbewerb in der Branche sei auch die zunehmende «Sortimentsvermischung» wie bei Tchibo und Aldi, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer. ddp.vwd/mwo/pon  
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bammie:

Handel erwartet chinesisches Jahr

 
02.01.05 12:11
#20
Dem Einzelhandel steht 2005 ein „chinesisches Jahr“ bevor – und das gleich zweifach: Weil China zum vollwertigen Mitglied der Welthandelsorganisation WTO aufsteigt, fallen vor dem Jahreswechsel die meisten Investitionsbeschränkungen. Bislang hatten staatliche Auflagen den Expansionsdrang westlicher Handelsketten im Reich der Mitte deutlich gebremst.

HB DÜSSELDORF. Zudem streichen die westlichen Industrienationen die Quoten für Textilimporte aus China. Den Einkauf deutscher Händler dürfte das deutlich entlasten. „Die Quoten machten bislang 50 Prozent des Beschaffungspreises aus“, schätzt Hartmut Merkel, Vorstand bei Karstadt-Quelle. „Bei den Preisen wird sich 2005 vieles ändern.“ Karstadt-Quelle bezieht jeden vierten Artikel aus China.

Für den deutschen Einzelhandel sei der Einkauf dort schon jetzt fast ein Muss, urteilt Peter Breuer, Prinzipal bei der Unternehmensberatung McKinsey. Schließlich betragen die Arbeitskosten in China ein Fünfzigstel der Löhne in Deutschland. Gleichzeitig hole China beim Ausbildungsstand auf: Derzeit gebe es dort bereits 250 000 graduierte Ingenieure, 2008 sollen es 350 000 sein.

Ein Hindernis bleibt nach Breuers Einschätzung die Logistik. Zwar wird sich das Autobahnnetz bis 2010 auf 36 000 Kilometer verdreifacht haben, doch die Entfernungen seien oft schwer zu überwinden. 27 Tage dauert es, einen Container von Schanghai nach Rotterdam zu verschiffen. „China ist deshalb nicht bei allen Einkäufen die Antwort“, sagt Breuer. Bei Innovationen und Modedesign spiele das Riesenreich ohnehin noch keine Rolle.

Dennoch zeigen sich von der Marktöffnung schon jetzt zahlreiche Einzelhändler elektrisiert. „Derzeit beziehen wir 15 Prozent unserer Ware aus China“, sagt Obi-Vorstandschef Sergio Giroldi, „wir planen aber einen Anteil von 25 Prozent.“ China habe sich zu einem stabilen und verlässlichen Einkaufsmarkt entwickelt.

Die Aufnahme in die WTO wird auch die Expansion westlicher Handelshäuser nach China beschleunigen. Ab 2005 dürfen Ausländer dort auch dann neue Läden öffnen, wenn ihnen ein chinesischer Partner fehlt und wenn sie schon drei Filialen in einer Stadt betreiben. Bislang haben von den deutschen Handelskonzernen nur Obi und Metro (Xetra: 725750.DE - Nachrichten - Forum) eine Expansion im Reich der Mitte gestartet.

Obwohl den chinesischen Verbrauchern durchschnittlich nur 636 Euro an frei verfügbarem Einkommen in den ersten neun Monaten dieses Jahres zur Verfügung standen, zieht der Markt mit 1,3 Mrd. Einwohnern die Konzerne magisch an. Ikea baut in Schanghai sein drittes Möbelhaus; der britische Baumarktbetreiber Kingfisher will nach dem Fall der Restriktionen das Filialnetz auf 39 Häuser verdoppeln; Wal-Mart hat für 2005 elf Warenhäuser in der Planung. Dass bislang Carrefour (Paris: FR0000120172 - Nachrichten) als der einzige Konzern gilt, der in China Geld verdient, schreckt die Branche nicht. „Die Konzerne versuchen, Marktanteile zu gewinnen“, sagt Dennis Chung von der DBS-Bank, „bevor der Wettbewerb zu eng wird.“
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bammie:

Deutsche bleiben auch 2005 Konsum-Banausen

 
05.01.05 21:56
#21
Deutsche bleiben auch 2005 Konsum-Banausen, mit einer unbändigen Lust am "Gürtel-enger-Schnallen". Die von Politik und Wirtschaft "geforderte" Konsumlust will sich laut einer Umfrage auch im neuen Jahr nicht einstellen. Trotz Entlastungen durch die Steuerreform wollen mehr als 60 Prozent der Bundesbürger 2005 mehr oder mindestens genauso viel Geld sparen wie 2004.

Allerdings war der Auftraggeber der vom Forsa-Institut durchgeführten Befragung ein Profiteur der Verunsicherung und der Sparwut: der Finanz-Dienstleister AWD Holding (508590)ChartArchiv. Gefragt danach, wo die Deutschen am ehesten Geld einsparen wollen, lagen die Bereiche Energiekosten (67 Prozent), Telefonkosten (67 Prozent), Restaurantbesuch (65 Prozent) mit großem Abstand an der Spitze.

Danach folgen Reisen (49 Prozent), Versicherungen (37 Prozent), Lebensmittel (33 Prozent) und Wohnungskosten (29 Prozent).

Beim Notgroschen wollen nur 19 Prozent der Befragten sparen und beim Aufbau einer Altersvorsorge sogar nur 12 Prozent, - gute Zeiten demnach für die Geschäfte der Finanzdienstleister.

Gürtel enger schnallen Eine Trendwende beim Sparverhalten sei nicht zu erwarten, ergab die Studie. Nur 26 Prozent der Deutschen wollen demnach in diesem Jahr mehr Geld ausgeben, nur acht Prozent wollen gar nichts auf die hohe Kante legen. Dagegen wollen 18 Prozent den Gürtel noch enger schnallen und 45 Prozent so viel sparen wie bisher.

Zur seit dem 1. Januar 2005 geltenden Änderungen beim Alterseinkünftegesetz gibt es noch ein erhebliches Informationsdefizit. Nur 25 Prozent der Bundesbürger fühlen sich ausreichend über die Neuerungen informiert, 74 Prozent gaben an, zu wenig über neue staatliche Zulagen, nachgelagerte Besteuerung und Schichtensystem zu wissen. Hier werden wohl die Berater von AWD & Co Abhilfe schaffen wollen.

Für die repräsentative Studie wurden den Angaben zufolge Mitte Dezember 1.006 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren befragt. Das war noch vor der Sintflut und der Media-Markt Verarsche-Tour!
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Kaufkräftige Rentner gesucht

 
#22
Die Werbung setzt zunehmend auf faltige Charaktertypen - Denn die Älteren haben so viel Geld wie nie zuvor

von Inga Michler

Berlin - "Bei dieser hier geht alles: Möbel, Banken, Versicherungen." Nicola Siegel zieht ein Foto aus ihrem Karteikasten. Zu sehen ist eine freundliche, grauhaarige Dame, so um die 70. "Die hat was ganz Edles. Oder die..." - auf dem nächsten Bild lächelt eine etwa 80jährige mit fransiger Kurzhaarfrisur ein unternehmungslustiges Großmutter-Lächeln. "Die hat zwar leicht abstehende Ohren. Macht aber nichts." Denn die Frau sei verschmitzt. "Und Verschmitztes ist gefragt bei Alten."

Nicola Siegel, 47, ist Chefin der Agentur Senior-Models in Berlin. Sie vermittelt Modelle im Alter von 30 bis 85 Jahren für Werbeaufnahmen und TV-Spots. Die Nachfrage nach älteren Gesichtern sei in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Nicht mehr nur makellose junge Schönheiten würden gesucht, sondern auch lebenserfahrene, faltige Charakter-Typen.

Die Werbung erlebt eine Revolution - und spiegelt damit einen großen Trend in der Gesellschaft wider. Alt ist nicht mehr gleichbedeutend mit kränkelnd, stur und sparsam. Lebensfroh, modebewußt und vor allem konsumfreudig sind Attribute, die zunehmend auch für Menschen jenseits der 60 gelten.

Wirtschaft und Politik haben diesen Trend erkannt - und wollen ihn für sich nutzen. Auf immer neuen Seniorenmessen, Tagungen und Kongressen werden die Wünsche und Nöte der kaufkräftigen Alten erörtert. In dieser Woche lud das nordrhein-westfälische Sozialministerium zur Konferenz "Seniorenwirtschaft in Europa 2005" im alten Bonner Bundestag - gesponsert unter anderem von Versandhäuser, einem Funknotrufdienst für Kranke und einer Rentner-Internetseite. Zur Eröffnung pries die Sozialministerin des Landes, Birgit Fischer, die Chancen, die eine "Gesellschaft des langen Lebens" für die Wirtschaft biete.

Wohl wahr. Jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge ist keine Bevölkerungsgruppe so konsumfreudig wie die Alten. Die 65- bis 80jährigen geben rund 82 Prozent ihres ausgabefähigen Einkommens für Waren und Dienstleistungen aus und liegen damit sieben Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Schon heute entfallen fast 22 Prozent des gesamten Konsums auf Seniorenhaushalte. Pro Monat sind das rund 17,5 Mrd. Euro. Tendenz steigend. Denn der Markt der über 50jährigen wächst rasant. Mehr als 30 der rund 82 Millionen Deutsche zählen zu den "Best Agers", wie sie die Werber nennen. 2050 wird es rund die Hälfte der Bevölkerung sein.

Doch der Wandel hin zu altenfreundlichen Produkten und Dienstleistungen steht noch ganz am Anfang. Die Nürnberger Agentur für Generationen-Marketing, einer der Pioniere der Branche, schickt 500 betagte Trend-Sucher durchs Land, um Angebote auf ihre Seniorentauglichkeit testen. Die Berichte, die sie mitbringen, sind oft ernüchternd. Die Trendjäger klagen über zu kleine Umkleidekabinen, ungepflegte Toiletten in Kaufhäusern oder unleserliche Verpackungsaufschriften. Viele Firmen hätten die Alten noch gar nicht auf der Liste, sagt Andreas Reidl, Chef der Agentur.

Dabei winken in vielen Branchen schon heute beste Geschäfte, zum Beispiel:

Pauschalreisen: Keine Gruppe gibt so viel Geld im Monat für den organisierten Urlaub aus wie die 65- bis 70jährigen. Pro Haushalt waren es im ersten Halbjahr 2003 monatlich 83 Euro. Der Bundesdurchschnitt lag bei nur 58 Euro.

 Gesundheitspflege: Gaben Haushalte mit 25- bis 55jährigen lediglich 40 Euro im Monat ihres privaten Konsums für die Gesundheit aus, waren es bei den 55- bis 65jährigen bereits 106 Euro, bei den 65- bis 70jährigen 114 Euro.

Finanzdienstleistungen: Schätzungen zufolge verfügt jeder 55- bis 65jährige im Schnitt über ein Geldvermögen von 48 000 Euro. Das sind 12 000 Euro mehr als der deutsche Bevölkerungsdurchschnitt.

Mit dem schnellen Online-Banking oder dem Flugticket aus dem Internet ist den Älteren allerdings meist nicht geholfen. Sie wünschen sich intensive Beratung und viel Komfort.

Einige Firmen haben das erkannt und setzen gezielt auf die Senioren. Im Dezember eröffnete die Supermarktkette Edeka in Chemnitz den ersten "Markt der Generationen" in Deutschland. Es gibt Sitzecken zum Ausruhen, die Gänge sind breit, die Preisschilder doppelt so groß wie üblich. Einzelne Bausteine würden nun in andere Edeka-Märkte übernommen, sagt ein Konzern-Sprecher. Und fügt schnell hinzu: Davon profitierten schließlich auch die Jungen.

Die betagten Kunden im Blick, ohne die Jungen zu verlieren - das ist der Spagat, den immer mehr Firmen versuchen. Die Alten mögen Kunden von heute sein. Die Jungen aber sind die Kunden von heute, morgen und übermorgen. Da will man nicht altbacken daher kommen. Und da sind sie wieder, die Stereotypen: Hier die Jungen - bunt, lebensfroh, konsumfreudig; dort die Alten - grau, gebrechlich und unmodern.


Auch in der Werbung sind diese Klischees noch lange nicht besiegt, wie die Berliner Model-Agentin Siegel weiß. Sie schlägt meist vorsichtig Mittvierziger vor, wenn neue Kunden nach "älteren Models" fragen. Oft heißt es dann: "So alt nun doch wieder nicht." Die Werber umgäben sich am liebsten mit 18jährigen Schönheiten, sagt Siegel. "Für diese jungen Hüpfer ist eine 45jährige doch schon 'ne Oma."

Artikel erschienen am Sa, 19. Februar 2005


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