Montag, 04.07.2022 16:03 von Zentralredaktion | Aufrufe: 855

Wie 2008...: Kupfer-Crash: Signalisiert das Barometer für die Weltwirtschaft eine Rezession?

Kupfer in der Rohstoffindustrie (Symbolbild). © FactoryTh / iStock / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de

Das rote Metall gilt als Konjunkturbarometer. Vergangene Woche fiel Kupfer auf ein 17-Monats-Tief. Zunehmende Befürchtungen über eine weltweite Konjunkturabschwächung treiben den Ausverkauf von Industrierohstoffen voran.

Die Kupferpreise fielen auf ein 17-Monats-Tief und setzten damit den Einbruch des ersten Quartals fort: Das rote Metall, das als Barometer für die Weltwirtschaft gilt, fiel in London um bis zu 3,7 Prozent auf 7.955 US-Dollar je Tonne. Im bisherigen Jahresverlauf fielen die Kupferpreise um satte 20 Prozent.

Anleger scheinen zunehmend davon überzeugt zu sein, dass das Wirtschaftswachstum angesichts der strafferen Geldpolitik und der Energiekrise in Europa nachlassen werde. Die Bau- und Verbrauchernachfrage verlangsamt sich in der Regel gemeinsam mit der Wirtschaft.

"Der Preisverfall bei Metallen scheint sich in Richtung Juli zu beschleunigen", zitiert Bloomberg den Analysten Edward Meir vom Rohstoffhändler ED&F Man.

Auch Aluminium, Nickel und Zink weiteten ihre Verluste aus. Der London Metal Exchange-Index der sechs Basismetalle verzeichnete den stärksten Quartalseinbruch seit der Finanzkrise 2008.

Zu Beginn dieses Jahres ließen eine Kombination aus boomender Nachfrage, logistischen Engpässen und Produktionsausfällen die Preise für Metalle wie Kupfer und Nickel in die Höhe schnellen. 

Anfang März war der Nickelpreis auf mehr als 48.000 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Zeitweise wurde sogar die 100.000-Dollar-Marke geknackt. Aktuell notiert das Metall wieder bei 21.600 US-Dollar pro Tonne. Der Aluminiumpreis ist ebenfalls stark gefallen: Von mehr als 3800 US-Dollar pro Tonne auf nun rund 2400 US-Dollar.

Es gäbe aber laut Bloomberg einige Lichtblicke für Metalle. Die chinesische Nachfrage erhole sich allmählich von den Produktionsstopps der Jahre 2019 bis 2020 und die Regierung verstärke ihre Konjunkturmaßnahmen, einschließlich mehr Geld für Infrastrukturausgaben.

"Steigende US-Zinsen, ein stärkerer US-Dollar und zunehmende US-Rezessionsrisiken haben sogar Silber in letzter Zeit geschadet", so die UBS-Analysten Dominic Schnider, Wayne Gordon und Jessie Ren in ihrem jüngsten Edelmetallbericht. "Es ist unwahrscheinlich, dass sich diese Kombination von Faktoren in naher Zukunft ändern wird, da die US-Notenbank weiterhin eine restriktive Haltung einnimmt."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion

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