Freitag, 12.08.2022 05:36 von dpa-AFX | Aufrufe: 142

RWI-Chef hält nichts von 'Übergewinnsteuer' - die DGB-Chefin schon

Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild). pixabay.com

ESSEN (dpa-AFX) - Der Präsident des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Christoph Schmidt, hält nichts von der Idee einer sogenannte Übergewinnsteuer für Konzern. "Zum einen ist es schwierig, so etwas wie "Übergewinne" überhaupt intellektuell sauber zu definieren, und praktisch kaum möglich, sie steuerlich zu bemessen", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag). "Zum anderen wird eine solche Steuer schnell zum willkürlichen Instrument."

Die NRW-Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Anja Weber, sieht das anders: "Während viele unter den steigenden Preisen straucheln, füllen sich die Konten einiger Unternehmen immer mehr - bedingt durch übermäßige Krisengewinne", sagte sie der "Rheinischen Post". "Diese übermäßigen und krisenbedingten Gewinne gehören abgeschöpft, um damit weitere Entlastungen für die Menschen zu bezahlen." Es brauche ein Entlastungspaket, das auch Studierende und Rentnerinnen und Rentner mit einbeziehe. Helfen könne ein Strom- und Gaspreisdeckel.

"Warum sollte man beispielsweise neben Energiekonzernen nicht auch Pharmaunternehmen mit einer "Übergewinnsteuer" belasten, die in der Corona-Pandemie durch die von uns allen heiß ersehnten Impfstoffe hohe Gewinne erwirtschaftet haben?", fragte der RWI-Chef Schmidt. Eine solche Steuer verunsichere Unternehmen - die bei höheren Gewinnen ja ohnehin auch mehr Steuern zahlten.

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