Dienstag, 06.12.2022 18:37 von dpa-AFX | Aufrufe: 488

ROUNDUP/Rasantes Artensterben: Hoffen und Bangen zum Start der Weltnatur-COP

Mann mit Wirtschaftszeitung (Symbolbild). pixabay.com

BERLIN/MONTREAL (dpa-AFX) - Kurz vor Beginn des Weltnaturgipfels im kanadischen Montreal hoffen die teilnehmenden Staatenvertreter auf substanzielle Fortschritte für den globalen Artenschutz. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) betonte am Dienstag in Berlin die Dringlichkeit sofortiger Maßnahmen gegen das massenhafte Tier- und Pflanzensterben. Das Gastgeber-Land Kanada äußerte sich kurz vor dem Auftakt optimistisch. "Wir haben das Momentum gerade auf unserer Seite", sagte der kanadische Umweltminister Steven Guilbeault wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnungszeremonie.

Organisatoren, Wissenschaftler und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen erhoffen sich von Treffen ab Mittwoch ein richtungsweisendes globales Abkommen für den Artenschutz. Eines der Hauptziele der Konferenz ist es, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Eine wichtige Rolle bei den anstehenden Verhandlungen spielt auch eine solide Finanzgrundlage für den weltweiten Artenschutz. Deutschland hatte erst kürzlich zugesagt, bis 2025 jährlich 1,5 Milliarden Euro dafür bereitstellen zu wollen. Umweltschützer halten diese Summe sowie die bisherigen Schutz-Anstrengungen für zu wenig.

Eine globale Vereinbarung müsse "messbare Ziele" festlegen und eine Trendwende bewirken, betonte Lemke, die ab 14. Dezember auch vor Ort an den Verhandlungen teilnehmen wird. Außerdem müssten am Ende wirksame Umsetzungs- und Kontrollmechanismen stehen. Die Menschheit zerstöre derzeit lebenswichtige Ökosysteme in einem "atemberaubenden Tempo". Eine Anpassung daran sei "nicht mehr hinreichend gewährleistet", betonte sie. "Wir verlieren biologische Vielfalt in einem schlimmen, schnellen Tempo - bis zu 100 Mal schneller als im Schnitt der letzten zehn Millionen Jahre."

Ursprünglich hätte der 15. Weltnaturgipfel - der auch unter dem Kürzel "COP-15" läuft - schon 2020 in China stattfinden sollen, wurde dann aber wegen der anhaltenden pandemischen Lage dort verschoben und zerteilt. Der erste Verhandlungsteil fand im vergangenen Oktober hauptsächlich online in Kunming statt./faa/DP/nas

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