Donnerstag, 08.12.2022 14:17 von dpa-AFX | Aufrufe: 322

ROUNDUP: 'Null Schadstoffe' bis 2050 in EU - Bericht zeigt teils Nachholbedarf

Flaggen vor dem EU-Parlament in Straßburg. pixabay.com

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Bis 2050 will die Europäische Union Schadstoffe in der Umwelt umfassend reduzieren - ein neuer Bericht zeigt nun aber ein gemischtes Bild des bisherigen Erfolges. In den Bereichen Verkehrslärm und Abfall droht die EU bereits die selbst gesteckten Ziele bis 2030 zu verfehlen. Es sind daher weitere Anstrengungen notwendig, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der EU-Umweltagentur EEA hervorgeht. Gute Fortschritte gebe es hingegen etwa beim Kampf gegen Luftverschmutzung und der Verbesserung der Bodenqualität.

Grundlage der Bemühungen ist der Aktionsplan "Null Schadstoffe", den die EU-Kommission 2021 im Rahmen des sogenannten European Green Deal vorgestellt hatte. Darin steckt sie sich sechs Etappenziele für 2030, die auf dem Weg zum übergeordneten Ziel des Aktionsplans erfüllt sein müssen. Dieses lautet, dass die Verschmutzung in der EU bis zum Jahr 2050 so weit verringert werden soll, dass sie kein Risiko mehr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellt.

"Null Schadstoffe" durch Systemwandel

Nur bei den Pflanzennährstoffen wie Stickstoffverbindungen und Phosphat ist keine Verbesserung absehbar. Das Problem entsteht etwa durch übermäßige Düngung in der Landwirtschaft und treibt auch einige deutsche Regionen um. Solche Nährstoffe belasten Ökosysteme und das Grundwasser. Bis 2030 sollen diese Werte deshalb um 50 Prozent reduziert werden. "Wir halten es aber für höchst zweifelhaft, dass dieses Ziel erreicht wird", sagte Bruyninckx.

Nachholbedarf bei Abfall, Lärm und Plastikverschmutzung

Ebenfalls Nachholbedarf gibt es bei den drei weiteren Zielen: Weder bei der Anzahl der ständig unter Verkehrslärm leidenden Menschen noch bei der Abfallmenge war in den vergangenen Jahren ein positiver Trend zu beobachten. Eigentlich sollen diese Zahlen bis 2030 um 30 Prozent beziehungsweise "signifikant" sinken. Die Vorgaben sind demnach nicht zu halten. Unklar ist zudem, ob die Ziele zur Plastikverschmutzung - dass 50 Prozent weniger Plastikmüll in die Meere gelangt sowie 30 Prozent weniger Mikroplastik in die Umwelt - bis 2030 erfüllt werden können. Für eine Analyse war die Datenbasis der EEA noch zu dünn.

Wie geht es weiter?

Die EU ist bei der Verwirklichung der Ziele noch in einem sehr frühen Stadium. Der EEA-Bericht stellt eine Art Bestandsaufnahme dar und soll der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten dabei helfen, die Bereiche zu erkennen, in denen weitere Maßnahmen nötig sind. Aktuell werden demnach bereits mehrere Vorschläge geprüft. Der Bericht soll zudem als Referenz für künftige Untersuchungen dienen. Die nächste, detailreichere Überprüfung ist für 2024 geplant./jwe/DP/stw

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