Samstag, 02.07.2022 20:18 von dpa-AFX | Aufrufe: 1784

ROUNDUP: Habeck hält Preisexplosion bei einigen Stadtwerken für möglich

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck ©pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Ein Ausbleiben von russischem Nord-Stream-Gas könnte nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eine Preisexplosion bei einigen Stadtwerken zur Folge haben. Es gebe aber auch noch andere Möglichkeiten, sagte Habeck am Samstag bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" in Hamburg. Private Verbraucherinnen und Verbraucher seien auch im äußersten Fall gesetzlich geschützt davor, vom Gas abgedreht zu werden.

Am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream, die in der Regel zehn Tage dauern. Dann fließt kein Gas durch Nord Stream 1. Die große Sorge ist, dass Russland nach der Wartung den Gashahn nicht wieder aufdreht.

Um das Risiko eines Ausbleiben des Gases beziffern zu können, müsste man in den Kopf des russischen Präsidenten Wladimir Putin gucken können, sagte Habeck. "Aber man sieht ein Muster, und das kann zu diesem Szenario führen." Man habe es mit "einer quasi wirtschaftskriegerischen Auseinandersetzung" zu tun. Das russische Kalkül sei es dabei, die Preise in Deutschland hochzuhalten, um damit "die Einheit und Solidarität des Landes zu zerstören". Habeck verwies auf den Beginn der Schritte vom Stopp der Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien bis zur aktuellen Lage.

Mit Energiesparkampagnen und der Verwendung von Kohle versuche Deutschland darauf zu reagieren. Auf die bisherige Verminderung russischen Gases könne logischerweise der nächste Schritt kommen. "Die Frage ist: Macht er es wirklich?" Ausgeschlossen sei es nicht, bekräftigte Habeck.

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Es werde auch bereits reichlich Gas gespart. Mit Blick auf eine Ankündigung des Hamburger Freibad-Betreibers Bäderland, die Wassertemperatur von 28 auf 25 Grad herunterzufahren, sagte Habeck aber: "Wenn Deutschland das Problem hat, dass die Freibäder nur noch 25 Grad sind, dann haben wir in Wahrheit kein Problem."

Insgesamt seien die Probleme lösbar, wenn womöglich auch "unter großen Schmerzen und erheblichen Kosten". Vom russischen Gas abhängige Unternehmen müssten ihre Versorgungsverträge umstellen und diversifizieren. "Einige haben es nicht getan." Probleme würden sich in diesen Unternehmen in den Bilanzen spiegeln. Wettbewerbsnachteile entstünden. "Die Bewährungsprobe kommt natürlich." Die Volkswirtschaft insgesamt sei davon abhängig, dass sich die Unternehmen breiter aufstellten./bw/DP/nas

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