ROUNDUP: EU-Abgeordnete warnen: Lebensmittelbetrug nimmt zu

Freitag, 15.11.2013 15:54 von dpa-AFX - Aufrufe: 177

Flaggen vor dem EU-Parlament in Straßburg.
Flaggen vor dem EU-Parlament in Straßburg.
pixabay.com

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Betrug mit Lebensmitteln nimmt in der EU zu. Wundersame Wandlungen von Straßensalz zu Speisesalz, von Pferdefleisch zu Rindfleisch, von Ethanol zu Schnaps und von Käfig-Eiern zu Bio-Eiern häufen sich in Europa. In einem Bericht für den Ausschuss für Lebensmittelsicherheit des Europaparlaments fordert die konservative niederländische Abgeordnete Esther de Lange schärfere Kontrollen und höhere Strafen bei Lebensmittelbetrug.

Man sei "besorgt über Signale, dass die Zahl der Betrugsfälle steigt", heißt es in dem Papier, das Ende November im Ausschuss und danach auch im Plenum zur Abstimmung steht. Zwar sei es 260 Mal wahrscheinlicher, dass ein EU-Bürger an Grippe sterbe als an unsicheren Lebensmitteln - doch habe das Vertrauen der Bürger unter anderem durch Pferde- und Gammelfleischskandale gelitten. Das sei ein ernstes Problem für die Erzeuger.

Zu den für Betrug anfälligsten Waren gehörten Olivenöl, Fisch und Bio-Lebensmittel. Aber auch Milch, Getreide, Honig und Ahornsirup, Kaffee und Tee, Gewürze wie Safran (Safran Aktie) und Chilipulver, Wein und bestimmte Obstsäfte werden in dem Bericht unter Berufung auf Informationen von Einzelhandels- und Branchenverbänden als besonders betrugsanfällig aufgelistet.

Dabei gehe es vor allem um den Austausch wichtiger Inhaltsstoffe durch billigeren Ersatz, die falsche Kennzeichnung einer Fleischart, falsche Gewichtsangaben, die fälschliche Auszeichnung als Bio-Lebensmittel, unerlaubte Herkunfts- oder Tierschutz-Logos oder auch darum, einen Zuchtfisch als edlen Wildfisch zu bezeichnen. Lebensmittelbetrug sei sehr lukrativ, die Gefahr, erwischt zu werden, hingegen gering.

In dem Papier wird bedauert, dass es bisher noch keine zuverlässigen Statistiken über den Lebensmittelbetrug gebe. Die EU-Polizeiorganisation Europol habe aber eine Zunahme der Betrugsfälle beobachtet. Zudem seien zunehmend kriminelle Organisationen am Lebensmittelbetrug beteiligt. Die EU-Kommission wurde aufgefordert, Daten über Lebensmittelbetrug systematisch zu erfassen. Die Strafe müsse auf mindestens das Doppelte des erzielten Profits erhöht werden.

Die "Lebensmittelkette" - also der Weg vom Hersteller über den Verarbeiter und Händler bis hin zum Verbraucher - sei sehr komplex. Die Praxis der Mitgliedsstaaten bei der Bekämpfung sei sehr unterschiedlich. Häufig täten sich nationale Behörden schwer, "betrügerische grenzüberschreitend tätige Lebensmittelunternehmer erfolgreich strafrechtlich zu verfolgen".

In dem Bericht wird auch gefordert, Lebensmittelbetrug nicht mehr wie bisher als einen Verstoß gegen Verwaltungsvorschriften zu sehen, sondern als ein Problem für die Polizei./eb/DP/edh


Werbung
Mehr Nachrichten kostenlos abonnieren
E-Mail-Adresse
Benachrichtigungen von ARIVA.DE. (Mit der Bestellung akzeptieren Sie die Datenschutzhinweise)
Technische Analysen von HSBC. (Mit der Bestellung akzeptieren Sie die Datenschutzhinweise)

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.