Freitag, 03.02.2023 20:37 von dpa-AFX | Aufrufe: 786

ROUNDUP 2: Leoni-Aktionären droht massiver Kapitalschnitt

Ethernetleitung der Leoni AG. © Leoni AG

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NÜRNBERG (dpa-AFX) - Den Aktionären des Nürnberger Automobilzulieferers Leoni droht ein massiver Kapitalschnitt. Nach einem geplatzten Verkauf eines Unternehmensteils muss sich der hochverschuldete Kabel- und Bordnetzspezialist dringend frisches Geld besorgen. "Die laufenden Verhandlungen lassen erwarten, dass es ohne einen Kapitalschnitt der Aktionäre keine Lösung geben wird", teilte Leoni am Freitag in Nürnberg mit. Bei Umsetzung der voraussichtlich notwendigen Maßnahmen würden "die derzeitigen Aktionäre mit ihrer bisherigen Beteiligung weitestgehend verwässert." Gemeint ist, dass die Aktien einen Teil ihres Werts verlieren. Auch die beteiligten Banken müssten auf einen Teil ihrer bereits zum Jahresende fällig gewordenen Forderungen verzichten.

Der Leoni-Aktienkurs brach am Freitag deutlich ein. Die Papiere büßten knapp 44 Prozent auf 3,39 Euro ein, nachdem sie im Handelsverlauf zeitweise um fast die Hälfte auf das Rekordtief von 3,15 gefallen war. Leoni ist damit an der Börse nur noch etwas mehr als 100 Millionen Euro wert. Zum Zeitpunkt des Rekordhochs des Aktienkurses von 66,20 Euro Anfang 2018 hatte die Marktkapitalisierung noch bei mehr als zwei Milliarden Euro gelegen.

Leoni drücken nach eigenen Angaben Nettofinanzschulden in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro. Ein Großteil davon wäre zum Jahresende fällig geworden. Zur teilweisen Tilgung hätten die Einnahmen aus dem Verkauf der gewinnträchtigen Kabelsparte dienen sollen. Diese hätten den Plänen zufolge rund 400 Millionen Euro in die Leoni-Kassen gespült. Nach dem Ausstieg des thailändischen Investors im Dezember war zunächst mit den Geldgebern ein Moratorium vereinbart worden.

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