Mittwoch, 29.06.2022 15:59 von dpa-AFX | Aufrufe: 1013

ROUNDUP 2: FDP-Minister wollen Aktien in Deutschland attraktiver machen

Ein Wahlkampfplakat der FDP zur Landtagswahl 2013 in Hessen. © ollo / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de

(neu: Reaktion Deutsche Börse.)

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wollen die FDP-Bundesminister Christian Lindner (Finanzen) und Marco Buschmann (Justiz) Aktien in Deutschland attraktiver machen. "Wir wollen eine Aktienkultur in Deutschland stärken", sagte Lindner am Mittwoch in Berlin. "Wertpapiere sind nicht etwas für Millionäre, Wertpapiere sind etwas für Millionen." Dazu müssten aber die Rahmenbedingungen verbessert werden. So solle ein höherer Freibetrag geschaffen werden für Gewinne aus dem Verkauf von Aktien und Aktienfonds im Privatvermögen.

Die FDP-Minister legten Eckpunkte für eine Modernisierung des Kapitalmarkts vor. Diese sind aber innerhalb der Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP noch nicht geeint. Ziel sei eine Umsetzung im kommenden Jahr, sagte Lindner.

Konkret planen Lindner und Buschmann, dass aufstrebende Firmen (Start-ups) leichter Zugang zu Kapital bekommen sollen. Die steuerlichen Rahmenbedingungen für eine stärkere Teilhabe der Arbeitnehmer am Erfolg ihres Unternehmens sollen verbessert werden. Der Freibetrag für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen soll von derzeit 1440 Euro auf 5000 Euro erhöht werden. Auch die Arbeitnehmer-Sparzulage bei der Anlage vermögenswirksamer Leistungen in Vermögensbeteiligungen soll steigen. Die Aktien- und Vermögensanlage solle steuerlich attraktiver gemacht werden, sagte Buschmann.

Im Vergleich etwa zu angelsächsischen Ländern halten die Menschen in Deutschland vergleichsweise wenig Aktien. Im Durchschnitt des Jahres 2021 hatten nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts knapp 12,07 Millionen Menschen hierzulande Aktien, Aktienfonds oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) im Depot. 17,1 Prozent der Bevölkerung waren demnach am Aktienmarkt investiert und damit etwa jeder Sechste ab 14 Jahren. In anderen Industrieländern ist die Aktionärsquote teils deutlich höher, in den USA beispielsweise fördert der Staat die Altersvorsorge über den Kapitalmarkt stärker.

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Lob kam auch vom Bundesverband deutscher Banken (BdB). "Deutschland steht vor einem Jahrzehnt der Investitionen. Um diese Herausforderung zu stemmen, brauchen wir privates Kapital und einen starken Finanzmarkt", kommentierte BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig. "Neben den nationalen Rahmenbedingungen ist und bleibt aber die europäische Kapitalmarktunion entscheidend für einen wettbewerbsfähigen Finanzmarkt. Hier muss Deutschland vorangehen."

Bei der Kapitalmarktunion geht es im Kern darum, bürokratische Hürden zwischen den einzelnen Staaten der Europäischen Union abzubauen, um Unternehmen mehr Möglichkeiten zu geben, sich Geld zu beschaffen. Verbraucher sollen zudem mehr Möglichkeiten für grenzüberschreitende Geldanlagen bekommen. Kredite und Finanzierungen werden in Europa - im Gegensatz zu den USA - hauptsächlich von Banken vergeben. Pläne der EU-Kommission für eine Kapitalmarktunion liegen seit September 2015 auf dem Tisch, doch die Umsetzung stockt./hoe/ben/DP/men

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