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Mehr Substanz, bitte! Neuer Aktienscreener hat Wachstumswerte im Fokus

Freitag, 08.12.2017 12:17 von Eike Schäfer

Die Datenbank des Aktienfinders lässt sich gezielt nach Wachtsumswerten filtern. Unterhalb der Aktienliste erscheint in der Standardansicht eine grafische Analyse des ausgewählten Titels.
Die Datenbank des Aktienfinders lässt sich gezielt nach Wachtsumswerten filtern. Unterhalb der Aktienliste erscheint in der Standardansicht eine grafische Analyse des ausgewählten Titels.
Weil ihm die herkömmlichen Such- und Filterfunktionen für Aktien nicht gefielen, baute Torsten Tiedt sich einen eigenen Aktienscreener. Damit sollen auf einfache Weise börsennotierte Unternehmen zu finden sein, die ihre Gewinne möglichst konstant steigern. Unter dem Namen Aktienfinder bietet Tiedt seit einem Jahr seinen Aktienscreener für Wachstumswerte im Internet an.

Unter der Vielzahl an deutschen und internationalen Aktien diejenigen Wertpapiere auszumachen, die langfristigen Anlageerfolg versprechen - das soll ganz einfach mit eigenen, von ihm selbst berechneten Kennzahlen möglich sein, sagt Torsten Tiedt. Der 44-jährige Softwareentwickler aus der Investmentbranche betreibt mit dem „Aktienfinder“ eine Webseite, mit der es Privatanlegern auch ohne überdurchschnittliches Börsenwissen gelingen soll, ihr Depot zu optimieren. „Vergessen Sie vermeintliche Schnäppchen mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis und hoher Dividendenrendite“, sagt Tiedt. „Um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, investiert man am Besten in Qualität“.

Diese Qualität messbar zu machen hat sich Tiedt zur Aufgabe gemacht. Die dem Vorhaben zugrundeliegende Logik klingt simpel: Langfristig steigende Unternehmensgewinne führen ebenfalls langfristig zu steigenden Gewinnen und steigenden Dividenden. Ein Problem hat Tiedt allerdings ausgemacht: Klassische Kennzahlen wie KGV, Buchwert oder Dividendenrendite seien Momentaufnahmen und sagten nichts über die langfristige Gewinnentwicklung aus. Genau das ist der Grund, warum Tiedt selbst einen Aktienscreener aufgebaut hat, der die langfristige Gewinnentwicklung sichtbar machen soll. Aktiengfinder heißt er, und warum die Seite für alle Privatanleger nützlich sein könnte, erläutert Tiedt im Gespräch anhand den Daten des Aktienfinders mit dem Vergleich zweier US-Unternehmen.

Langfristige Gewinnentwicklung soll sichtbar werden

Der Telekommunikationsanbieter AT&T hat eine glänzende Dividendenbilanz. Seit nunmehr 30 Jahren hat das Unternehmen jährlich die Ausschüttung erhöht. Weil zuletzt das KGV auf rund 17 gefallen und die Aktie damit billig erscheint, würden sich viele Investoren für das Papier interessieren. Dabei gehe völlig unter, dass AT&T in den vergangenen Jahren weder Gewinne noch Cashflows nachhaltig steigern konnte. Das spiegele sich im langfristigen Kursverlauf wieder: Aktuell werde die Aktie auf dem Niveau wie von vor zehn Jahren gehandelt. „Viele Investoren vergessen, dass man ein niedriges KGV sowie eine hohe Dividendenrendite auch als Misstrauensvotum des Marktes interpretieren kann“, sagt Tiedt.

Als Gegenbeispiel verweist Tiedt auf das Unternehmen 3M. Anders als AT&T sei es dem Konzern gelungen, Gewinne und Cash-Flows kontinuierlich zu steigern. War die Aktie Mitte 2009 noch für etwa 70 US-Dollar zu haben, kostet sie aktuell rund 240 US-Dollar. Dass die Einstiegsdividende von 3M niedriger als bei AT&T ist, führe viele Anleger auf die falsche Fährte. „Oft wird vor allem die hohe Dividende gesehen und gedacht, dass die langfristige Kursentwicklung ein Zufallsprodukt sei. Bei Aktien mit steigenden Gewinnen ist die Dividende aber nur das Sahnehäubchen. Der Großteil der Rendite kommt durch die langfristige Kurssteigerung zustande.“

Wie aber findet man Aktien, die ihre Gewinne über die Jahre hinweg zuverlässig steigern? Hierfür benutzt Torsten Tiedt zwei Kennzahlen, die im Gegensatz zu "Schnappschüssen", wie er sie nennt, also üblichen Kennzahlen wie KGV & Co., die Entwicklung von Zeiträumen messen. Zunächst ist da die Steigerungsrate des Gewinns. Sie sei für sich alleine genommen jedoch unzureichend, da bei stark schwankenden Gewinnen die Kennzahl ebenfalls schwanke. Verschiebt man bei AT&T den Betrachtungszeitraum nur um ein Jahr, so werde aus einem zweistelligen Plus schnell ein ähnlich hohes Minus. Dieses Problem löst Tiedt über eine zweite Kennziffer: die Korrelation. Sie misst, wie konstant sich der Gewinn entwickelt - und trennt damit die Spreu vom Weizen.

Charts zur Unternehmensentwicklung und zur Bewertung der Aktie

In einer Tabelle wird das Ganze mit kleinen Grafiken übersichtlich aufbereitet. Nutzerinnen und Nutzer können nach Herzenslust sortieren und filtern - nach Korrelation, nach den Steigerungsraten und auch nach weiteren Kennzahlen. Doch der Aktienfinder bietet noch viel mehr: Für die jeweils ausgewählte Aktie werden unterhalb der Tabelle interaktive Charts angezeigt, die einen detaillierten Einblick in die Unternehmensentwicklung geben. Gewinne, Cash-Flows, Dividenden, Umsätze, Margen und vieles mehr werden über Jahrzehnte hinweg angezeigt.

Zwei der Charts beschäftigen sich nicht mit der Qualität, sondern der Bewertung der Aktie. Ist der Titel historisch betrachtet günstig oder teuer? Hierfür werden auf Basis von Gewinnen und Cash-Flows unterschiedliche Rechenmodelle angewendet und die Ergebnisse grafisch angezeigt und mit dem historischen Kursverlauf verglichen. Über- und Unterbewertungen sollen auf diese Weise auf einen Blick erkennbar werden.

Der Aktienfinder beschränkt sich zudem nicht nur auf die Historie inklusive der vergangenen zwölf Monate, sondern zeigt auch Prognosen für kommende Geschäftsjahre an. Dem Benutzer werden die voraussichtliche Gewinnentwicklung ebenso wie der daraus abgeleitete faire Wert der Aktie präsentiert.

Datenbank des Aktienfinders umfasst mehr als 600 Aktien

Insgesamt werden inzwischen mehr als 600 Aktien im Aktienfinder analysiert. Nicht alle werden kostenlos angezeigt. Wer anonym auf der Seite surft kann 40 vorgegebene Titel ("Dividendenaristokraten") sehen. Registriert sich ein Nutzer kostenlos, hat er Zugriff auf doppelt so viele Werte. Alle Aktien sehen Privatanleger für derzeit zwölf Euro für einen Zeitraum von 30 Tagen. Bei längeren Laufzeiten gibt Torsten Tiedt Rabatt.

Fazit: Wer sich für die langfristige Anlage in Aktien interessiert, findet auf aktienfinder.net teils einzigartige Informationen, nutzerfreundlich und visuell ansprechend aufbereitet. Die Funktionsweise des Tools wird auf der Seite ausführlich erklärt, ebenso wie die Strategie, die zur Entwicklung der Webseite geführt hat. Trotz all der angebotenen Informationen vergisst Torsten Tiedt am Ende nicht, interessierten Nutzern einen Ratschlag zu geben: sich vor dem möglichen Kauf einer Aktie eigenständig über das jeweilige Unternehmen zu informieren.