Ölprodukte bleiben teuer

Donnerstag, 23.06.2022 12:01 von GodmodeTrader - Aufrufe: 151

Während die Öl-Nordseesorte Brent gestern zeitweise um 6,5 Prozent auf 107 Dollar je Barrel zurückfiel und ihren Abwärtstrend somit fortsetzte, bleiben Ölprodukte teuer. Die durchschnittlichen Benzinpreise in den USA notieren mit rund fünf US-Dollar je Gallone nahezu historisch hoch. Zu Jahresbeginn kostete die Gallone noch rund drei Dollar.

Die hohen Tankstellenpreise haben die US-Regierung bewogen einzuschreiten. US-Präsident Biden hat am Mittwoch den US-Kongress zu einer dreimonatigen Aussetzung der bundesweiten Steuer auf Benzin und Diesel von 18,4 US-Cent bzw. 24,4 US-Cent je Gallone aufgefordert. Ob sich dafür eine Mehrheit im Kongress finden wird, ist allerdings fraglich. Biden hat auch die Bundesstaaten aufgefordert, die jeweiligen staatlichen Kraftstoffsteuern zu senken, die vielfach höher sind als die Steuer des Bundes. Der Demokrat hat die Zwischenzahlen im Herbst vor Augen, seine Partei will die knappe Mehrheit in den Kongresskammern verteidigen. Der Unmut der Amerikaner an den Zapfsäulen (und deren mögliche Absicht einer Denkzettelwahl) könnten dieses Unterfangen vereiteln.


Temporäre Steuersenkungen haben aus Sicht der Commerzbank keinen dauerhaft preissenkenden Effekt, da sie die Nachfrage anregen. Wichtiger wäre es, so die Analysten, das Angebot an Benzin und Diesel zu erhöhen. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass die Öl-Nachfrage weiter zulegen wird. Um den von der IEA erwarteten Bedarfsanstieg zu kompensieren, müsste die OPEC ihre Ölproduktion auf mehr als 30 Mio. Barrel pro Tag und damit um mehr als 1,5 Mio. Barrel pro Tag erhöhen. Wegen anhaltender Produktionsunterbrechungen besonders in Libyen und in Nigeria erscheint dies wenig wahrscheinlich, sofern Saudi-Arabien seine Förderung entsprechend ausweitet. „Signifikant billigeres Öl erscheint somit auf kurze bis mittlere Sicht eher unwahrscheinlich“, erwarten Analysten der Postbank.

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Brent Crude Öl

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