Montag, 08.08.2022 12:41 von dpa-AFX | Aufrufe: 584

Güterbahnen warten auf Entschädigung nach Rastatter Tunnelhavarie

Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild). pixabay.com

RASTATT (dpa-AFX) - Fünf Jahre nach der Havarie des Rastatter Bahntunnels samt siebenwöchiger Sperrung der Strecke dringen die Eisenbahnunternehmen auf Entschädigung. Allein ihnen seien Schäden von rund 100 Millionen Euro entstanden, sagte Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbands Die Güterbahnen, ein Netzwerk europäischer Eisenbahnen, am Montag. Den volkswirtschaftlichen Schaden etwa auch für Kunden bezifferte er sogar auf zwei Milliarden Euro. Inzwischen gebe es Gespräche mit der DB Netz AG. Verbandsvize Sven Flore zeigte sich deshalb "verhalten optimistisch".

Am 12. August 2017 war es beim Bau der Unterquerung der bestehenden Rheintalbahn zu der Havarie im Tunnel gekommen. Die darüberliegenden Gleise sackten ab, der Verkehr stand für sieben Wochen still. Um den Schaden zu begrenzen, pumpten Arbeiter in höchster Not große Mengen Beton auf 160 Metern Länge in die Röhre, in der noch die millionenteure Tunnelbohrmaschine steckte.

Unverständnis zeigte Westenberger dafür, dass die Arbeiten nur schleppend vorangingen. Eine Umfahrung der Tunnelbaustelle wurde erst in diesem Jahr gebaut. Die Fertigstellung des Tunnels ist für Ende 2026 geplant - das wären 30 Jahre nach der Zusage für den viergleisigen Ausbau von Norditalien zu den Nordseehäfen. Die Güterbahnen bezeichnen die Tunnelbaustelle als langsamste Eisenbahnbaustelle Deutschlands.

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