Digitalisierung kommt langsam im Bankensektor an

Donnerstag, 24.09.2020 08:00 von Kapitalmarkt ARIVA - Aufrufe: 507

Abbildung 1: Insbesondere junge Unternehmen haben so viel auf ihrer Agenda stehen, dass sie keine Zeit haben, sich mit Bankberatern zu treffen, um ein Konto zu eröffnen. Für sie bieten Fintechs schnelle und einfach Lösungen für das Firmenkonto.
Abbildung 1: Insbesondere junge Unternehmen haben so viel auf ihrer Agenda stehen, dass sie keine Zeit haben, sich mit Bankberatern zu treffen, um ein Konto zu eröffnen. Für sie bieten Fintechs schnelle und einfach Lösungen für das Firmenkonto. - © Pixabay © geralt (CC0 Public Domain)
Das Online-Banking ist erst im Jahr 2005 so richtig bei den Kunden angekommen. Viele haben auch heute noch Sicherheitsbedenken. Etwa ein Viertel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger wickeln auch heute noch keine Bankgeschäfte über das Internet ab – aus Angst.

Dass Cyber-Kriminelle es leicht haben, an Passwörter zu gelangen, liegt nicht zuletzt auch an den Sicherheitsmaßnahmen der Banken. Für viele Unternehmen waren diese Risiken einfach zu groß, sodass sie auch weiterhin auf das klassische Firmenkonto gesetzt haben. 

Deutsche Banken gelten als benutzerfreundlich und haben vorbildliche Kundenbetreuung. Doch beim digitalen Vertrieb und im Bereich innovative Dienstleistungen hapert es noch, so lautet zumindest das Ergebnis des 2. Digital Banking Index eines Strategieberatungsunternehmens. Dabei sind deutliche Stärken und Schwächen zutage getreten. Im Bereich digitales Marketing, wenn es um Reichweite, Positionierung in Vergleichsportalen oder Suchmaschinenpräsenz geht, sind die deutschen Geldinstitute gut aufgestellt. Auch bei Benutzerfreundlichkeit, digitalen Kontaktmöglichkeiten und digitalen Verwaltungsmodelle schneiden die deutschen Banken gut ab. Das Angebot an mobilem und Online-Banking ist vorbildlich. Doch wo hapert es?

Fintechs speziell für junge Unternehmen

Bei digitalen Innovationen hingegen, insbesondere in den Bereichen RoboAdvisory, Plattform, Coaching und Payment, liegen die deutschen Banken im internationalen Vergleich nicht auf den Spitzenplätzen. Beim Blick auf die vorderen Plätze ist zu sehen, dass Fintechs und Direktbanken hier das Feld anführen. Bei diesen Banken können die Kunden vieles selbst verwalten, wie beispielsweise Adressänderungen selbstständig vornehmen oder Kartensperrungen sowie Kartenneubestellungen. In diesem Bereich gesellen sich weitere Fintechs hinzu, die auf spezielle Nischen ausgerichtet sind. Das Fintech Penta hat sich mit seinem digitalen Firmenkonto ausschließlich auf kleine Unternehmen und Start-ups konzentriert. Privatkunden können dort kein Konto eröffnen.

Firmenkunden bekommen dort ein digitales Geschäftskonto, das Unterkonten für Mitarbeiter, Firmenkarten, smartes Ausgabenmanagement und eine Schnittstelle für die Buchhaltung und den Steuerberater bereithält. Mit Letzterem lässt sich der Papierkram teilweise automatisieren. Langfristig will das Unternehmen seinen Kunden alles abnehmen, was vom Tagesgeschäft ablenkt und Geld sowie Zeit kostet. Das reicht von der Buchhaltung bis hin zu juristischen Fragen.

An die digitalen Vorreiter aufschließen

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Abbildung 2: Viele Kunden wünschen sich, Bankangelegenheiten auch per Smartphone regeln zu können. © Pixabay © USA-Reiseblogger (CC0 Public Domain)

Für die meisten Banken ist das Aufschließen an die Digitalisierung der Konkurrenz damit verbunden, das digitale Angebot an Produkten und Serviceleistungen zu komplettieren. Damit würden sie die Kunden befähigen, genau wie bei den Fintechs, relevante Anfragen digital durchzuführen. Auch smarte Mechanismen sind gewünscht, damit die Banking-App ein echter digitaler Finanzbegleiter wird. Damit können Kunden dann beispielsweise automatisch den Dispokredit mit dem Tagesgeldguthaben ausgleichen oder durch eine Verknüpfung mit dem Haushaltsbuch die Ausgaben smarter steuern, indem sie Limits setzen.

Für das Firmenkonto gibt es attraktive Gesamtpakete

Kleine Unternehmen und Start-ups haben reichlich Bewegung auf ihrem Firmenkonto mit Überweisungen, Lastschriften, Rücklastschriften, Gebühren und Einzahlungen. Klassische Banken verlangen für so viel Bewegung häufig entsprechende Gebühren. Bei den digitalen Firmenkonten gibt es diese Leistungen in der Regel günstiger. Firmenkunden können häufig Pakete auswählen, die ihren Bankgewohnheiten entsprechen und so Kosten sparen. Zur Grundausstattung gehören dabei eine bestimmte Anzahl an Buchungen und eine Kreditkarte.

Fintechs bieten Zusatzleistungen

Der Vorteil von Online-Banken und Fintech-Unternehmen liegt darin, dass sie häufig mit innovativen Zusatzleistungen aufwarten, die für junge Unternehmen praktisch sind, wie beispielsweise ein Überweisungsalarm sobald Geld eingegangen ist. Damit sind die Einnahmen ständig im Blick. Darüber hinaus bieten Statistiken und Tabellen die Möglichkeit, das Firmenkonto durch monatliches Reporting transparent zu halten.

Moderne Identifizierungsverfahren

Bei den klassischen Banken müssen Kunden sich persönlich oder umständlich mit dem PostIdent-Verfahren identifizieren. Online-Banken und Fintechs nutzen hier moderne Verfahren, wie das VideoIdent-Verfahren, mit dessen Hilfe Kunden ihr Firmenkonto ganz einfach und in wenigen Minuten vom Büro aus eröffnen können.

Viele Schnittstellen

Beim klassischen Firmenkonto gibt es in der Regel wenig Komfort. Die Leistungen beschränken sich auf die Umsatzanzeige und eventuell noch eine grafische Darstellung. Bei Fintechs bekommen Kunden schon längst viel mehr. Das Firmenkonto lässt sich mit vielen Buchhaltungsprogrammen und Fakturierungstools verknüpfen. Oft lassen sich auch andere Bankkonten verknüpfen sowie Bezahlsysteme, beispielsweise PayPal. Das spart viel Zeit und erleichtert es, den Überblick über die Finanzen zu behalten.

Digitales Firmenkonto ist „state of the art“

Ein digitales Firmenkonto hat auch Außenwirkung. Es zeigt, dass das Unternehmen zeitgemäß ist, und zwar auch bei den Zahlungsmöglichkeiten. Neben Überweisung und PayPal gibt es inzwischen auch Apple Pay oder kontaktlose Bezahlmöglichkeiten, die den Komfort für die Kunden erheblich verbessern.

Direktbanken helfen viel Zeit zu sparen

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Abbildung 3: Wer häufiger zumindest Barmittel einzahlen muss, braucht zumindest einen Einzahlungsautomaten. Diesen Service bieten die wenigsten Online- oder Direktbanken an, weil dies bei Fremdinstituten nur schwer möglich ist. Hier ist die Filialbank die bessere Möglichkeit. © Pixabay © coyot (CC0 Public Domain)

Bill Gates hat schon in den 1990er-Jahren gesagt: „We need banking, we don’t need banks anymore.“ Für viele Geschäftskunden ist der Gang zur Bank, um die verschiedenen Geschäfte zu erledigen, sehr zeitaufwendig. Häufig passen solche Termine, die während der normalen Öffnungszeiten einer Bank stattfinden müssen, überhaupt nicht in den Terminkalender. Unternehmen, die nur wenig mit Bargeld arbeiten, viele Überweisungen tätigen und auch sonst selten Beratung brauchen, sind mit einem digitalen Firmenkonto bestens bedient.

Die Suche nach der passenden Bank

Bei der Suche nach der passenden Bank können die folgenden Punkte helfen, das richtige Firmenkonto zu finden:

  • Anzahl der Buchungen pro Monat
  • gewünschte Leistungen
  • Möglichkeit, Kontokorrentkredit in Anspruch zu nehmen
  • notwendige Zahlungssysteme
  • Verfügbarkeit von Geldautomaten im In- und Ausland
  • Verfügbarkeit von Paketlösungen mit Haupt- und Unterkonto
  • Verknüpfungsmöglichkeiten


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