Alternativen zu Bitcoin: Welche Kryptowährungen gibt es noch?

Mittwoch, 10.01.2018 11:00 von Svenja Thiel

Münzen, die repräsentativ für Ethereum stehen.
Münzen, die repräsentativ für Ethereum stehen. - © Lightboxx www.gettyimages.de
Der Hype rund um Kryptowährungen findet derzeit kein Ende: Inzwischen gibt es laut Coinmarketcap fast 1.400 digitale Währungen. Zusammengerechnet haben diese inzwischen eine Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen US-Dollar erreicht. Doch welche Kryptowährungen neben dem Platzhirsch Bitcoin gibt es noch? ARIVA.DE präsentiert eine kleine Auswahl.

Die Kryptofamilie wächst

Bitcoin, Ethereum und auch Ripple sind die drei wohl bekanntesten Vertreter der Kryptofamilie, jedoch bei weitem nicht die einzigen. Nahezu täglich kommen neue Währungen dazu. Die Bezeichnung als „Währung“ ist jedoch mehr oder weniger missverständlich, da es sich keinesfalls um echte Währungen handelt. Vielmehr sind Bitcoin, Ethereum und Co. Spekulationsobjekte, die nicht an einen realen Wert gebunden sind. Dennoch gibt es rund um die Digitalwährungen derzeit einen regelrechten Hype. Die großen Schwankungen, denen diese bisweilen unterlegen sind, scheinen dem Boom nichts anzuhaben.

Doch wie ist der Aufschwung zu erklären? Viele politische und wirtschaftliche Unsicherheiten tragen ihren Teil dazu bei, dass der Kurs von Kryptowährungen in die Höhe schnellt. Diese Beliebtheit kann auch als Kritik an der Politik der Zentralbanken verstanden werden. Als mögliche Alternative in Krisenzeiten erfreuen sich die Digitalwährungen demnach immer größerer Beliebtheit. Sie sind außerdem eine neue Form der Finanzspekulation, da es sich um künstliche Erzeugnisse handelt.

Die bekanntesten Kryptowährungen neben Bitcoin

Ripple

Anders als Bitcoin handelt es sich bei Ripple nicht um eine richtig „freie“ Währung. Die Kryptowährung wurde von Ryan Fugger, Chris Larsen und Web-Entwickler Jed Caleb ins Leben gerufen und von Ripple Labs weiterentwickelt. Ripple arbeitet, anders als viele andere Digitalwährungen, eng mit großen Banken zusammen. Mit dem System sollen digitale Vermögenswerte in Echtzeit ausgetauscht werden können. In der Ripple-Blockchain werden nicht nur alle Transaktionen gespeichert, sondern auch der übertragene Gegenwert. Im Fall von Ripple findet anders als zum Beispiel bei Bitcoin kein Mining statt, da die Währung von Ripple Labs selbst erzeugt und emittiert wird. Die zirkulierende Gesamtmenge an Coins, sogenannten Ripples, beträgt rund 100 Milliarden.

Ethereum

Bei Ethereum handelt es sich um eine Plattform für sogenannte „Smart Contracts“, also Computerprotokolle, die Verträge abbilden, prüfen oder deren Abwicklung technisch unterstützen. Ethereum bildet diese Smart Contracts in einer Blockchain ab. Das System verwendet als interne Digitalwährung sogenannte Ether als Zahlungsmittel. Insgesamt sind derzeit rund 97 Millionen Ether im Umlauf. Bereits 2013 wurde Ethereum von Vitalik Buterin in einem Weißbuch beschrieben und 2014 vorgestellt. 2015 wurde die Digitalwährung dann endgültig ins Leben gerufen. Ziel des Bitcoin-Rivalen ist es allerdings nicht eine eigene Währung zu erschaffen, sondern vielmehr die Schaffung eines dezentralen Internets.

Bitcoin Cash

Die Digitalwährung Bitcoin Cash entstand im August 2017 im Zuge der Abspaltung vom Bitcoin-Netzwerk. Bitcoin Cash hat allerdings im Vergleich zu Bitcoin eine höhere Blockgröße. Diese Kryptowährung soll mit schnelleren und kostengünstigeren Transaktionen überzeugen. Ein Grund für die Abspaltung waren vor allem die Erhöhung des Blockgrößen-Limits von 1 MB auf 8 MB sowie die Protokoll-Erweiterung SegWit. Bei SegWit handelte es sich um ein Update für den Bitcoin Core-Quellcode, der wiederum der am weitesten verbreiteten Bitcoin-Software zugrunde liegt. Die Gesamtmenge an Coins beträgt derzeit 21 Millionen.

Litecoin

Die Digitalwährung Litecoin wurde 2011 von dem ehemaligen Google-Angestellten Charlie Lee gegründet. Das System dieser Kryptowährung ist dem von Bitcoin recht ähnlich. Die Erstellung und Übertragung der Kryptowährung wird also nicht zentral gesteuert, sondern basiert auf einem dezentralen Open-Source-Verschlüsselungsprotokoll. Litecoin wurde als Alternative zu Bitcoin ins Leben gerufen. Die Gesamtanzahl an Coins beträgt derzeit etwa 84 Millionen.

IOTA

IOTA ist ein Akronym und steht für Internet of Things und Tangle. Das Außergewöhnliche bei IOTA ist, dass es die Blockchain umgeht und auf ein eigenes Softwareprotokoll zurückgreift, den sogenannten Tangle. Ein Tangle besteht aus vielen parallel laufenden Strängen, wodurch viele Transaktionen gleichzeitig ablaufen können. Je mehr Transaktionen ablaufen, desto schneller können diese auch bestätigt werden. Anders als bei Bitcoin werden hier keine Miner benötigt. Entwickelt wurde IOTA im Jahr 2015 von David Sønstebø, Sergey Ivancheglo, Dominik Schiener und Dr. Serguei Popov. Die Zahl der IOTA-Einheiten MIOTA beträgt derzeit rund 2,8 Milliarden.

Wie geht es mit dem Kryptomarkt weiter?

Neben den hier aufgezählten Kryptowährungen gibt noch zahlreiche weitere digitale Währungen, wie beispielsweise Cardano, Stellar und Dash, um nur einige zu nennen. Bislang ist Bitcoin wohl die mit Abstand wertvollste und erfolgreichste Kryptowährung. Doch auch andere sind auf dem Vormarsch und könnten sich dazu anschicken eine echte Konkurrenz für den Bitcoin zu werden. Dies zeigt sich vor allem am Beispiel der Kursverläufe von Ripple und Ethereum im Jahr 2017 verglichen mit Bitcoin.

Bild
© ARIVA.DE: 2017 stiegen Bitcoin (grün) um 247,4 Prozent, Ethereum (rot) um 238,9 Prozent und Ripple (blau) um 921,2 Prozent. 

Die Idee hinter allen Kryptowährungen, unabhängig von deren Erfolg, ist im Grunde oft dieselbe, denn grundsätzlich wollen sich diese als Konkurrenz und Alternative zum klassischen Geldsystem präsentieren. Aus diesem Grund polarisieren sie auch: Auf der einen Seite warnen viele Wirtschaftsexperten und Kritiker vor immensen Verlusten, der Entstehung einer Blase und fehlender Regulierung. Auf der anderen Seite feiern Befürworter die digitalen Währungen nicht nur als Alternative zu Krisenanlagen wie Gold und Silber oder als Alternative zum Geld, sondern auch als interessante Spekulationsobjekte.

Alle Kritik an den Risiken scheint Banken zudem nicht davon abzuhalten, ihre Kunden beim Kryptohandel zu unterstützen. So plane beispielsweise die US-Bank Goldman Sachs derweil Medienberichten zufolge einen eigenen Handelsbereich für Kryptowährungen, der bis Ende Juni 2018 an den Start gehen soll. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass unter der großen Menge an Digitalwährungen einige dabei sind, die Bitcoin in Zukunft ernsthaft Konkurrenz machen könnten, darunter vor allem auch Ethereum und Ripple. Zuletzt boomte der Markt regelrecht. Die zahlreichen Warnungen zum Kryptohype sollten jedoch nicht in den Wind geschlagen werden: Große Verluste sind keinesfalls ausgeschlossen und dessen sollte sich auch jeder Anleger bewusst sein.

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.