Nepptop: PC's verhökern - aber richtig!

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Nepptop: PC's verhökern - aber richtig! Happy End
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Nepptop: PC's verhökern - aber richtig!

 
01.02.02 22:50
#1
Mal ehrlich. Warst Du dämlich genug den PC vor dem Du gerade sitzt neu im Geschäft zu kaufen? Wo doch jeder weiß, daß so ein Teil schon veraltet ist, wenn es vom Fließband läuft und verpackt wird. Von dem Moment in dem M$ den Softwaremarkt mit einer neuen Version seiner Betriebssystemsimulation besudelt überhaupt nicht zu reden, dann ist er sogar fürs Technische Museum schon zu alt. Also, wer nicht hilfloses Opfer des Konsumterrors sein und den Wert seiner Kohle auf der Ladentheke schon halbiert sehen will schnappt sich eins dieser dicken Blätter, die ganz ohne Tittenbilder und 8cm großen Schlagzeilen reissenden Absatz finden. Das einzige Problem bei der Sache: Die Menschen dahinter!

Denn bei Kleinanzeigenblättern stehen immer ganz normale Leute wie Ich und Du (eigentlich mehr wie Du) dahinter, die vom Wellensittich bis zum Atomreaktor für den Vorgarten so ziemlich alles verhökern, was die Redaktion oder die BPjS nicht rausfiltern. Während die meisten vornehmlich in den Sparten "Er sucht sie", "Sie sucht es" und "Ihr sucht uns" herumstöbern um danach zu merken, daß sie doch wieder auf eine gefakte Sexline reingefallen sind, kann man hier tatsächlich auch schon mal das ein oder andere Kleinod finden. Dabei bietet die Vielfalt der Sparten eine geradezu unerschöpfliche Quelle von belustigenden Zeugnissen menschlichen Unvermögens beim Feilbieten von nicht mehr gewollten Habseligkeiten. Um da Großmutters Spieluhr aus dem 18.Jahrhundert für einen Hunderter als echtes Schnäppchen anzubieten, reichen bei den meisten der sogenannten Inserenten die orthographischen und intellektuellen Fähigkeiten geradeso aus um die eigene Telefonnummer korrekt zu formulieren. Wirklich verstörend wird es jedoch, wenn man sich mit der ernsten Absicht zum kleinen Preis einen modernen Computer zu erwerben in die Tiefen der Sparte "Computer und Zubehör" begibt. Allerlei seltsame Wesen hinterlassen hier ihre Spuren mit der Absicht uns ihre Pentiums und Athlons und Durons aufzudrängen. Hier eine kleine Auflistung der auffälligsten Typen:

Der Super-Nerd: Hier verfaßt ein Profi eine Kleinanzeige für einen anderen Profi. Nur seines gleichen können die kryptische Aneinanderreihung von Abkürzungen und Produktbezeichnungen deuten und ablesen, ob der angebotene PIII-AMD-KII6 mit GeF3, OptiPlex5, 35GB, RW-DVD und 2nd-Level-PipeBurst-Cache-RAM den hohen Ansprüchen genügt. Ein Tip: Die ziemliche hohe Zahl gegen Ende der Anzeige ist in der Regel der Preis.

Der Amateur: Hierhinter verbirgt sich meist die verzweifelte alleinerziehende Mutter, die sich erst jahrelang den teuren PC für ihren Filius vom Mund abgespart hat, in der Hoffnung er wird zum Computerwissenschaftler und sich dann doch gezwungen sieht, das Ding zu einem Bruchteil des bezahlten Preises wieder loszuwerden, weil die kleine Kröte nur damit daddelt und die Spiele immer teurer werden. Wahlweise kann es auch der Rentner sein, der dachte er könnte tatsächlich lernen, wie er mit Excel seine Briefmarkensammlung verwalten kann, dann aber doch aus Erschöpfung aufgibt weil der Monitor keine Fernbedienung hat. Wie auch immer. Amateuranzeigen zeichnen sich meistens durch das auffällige Fehlen jeglicher Informationen aus, die nötig wären um sich über den angebotenen PC ein Bild zu machen und lauten etwa so: "Computer mit Computerbildschirm und Computertisch und Computerstuhl, Tastatur und Mikrosoft, 1000 DM (vielleicht auch billiger)". Da sich der Amateur im Geschäft eh den letzen Schrott hat andrehen lassen: schnell weiterblättern!

Der ganz Gerissene: Hier ist jemand, der weiß daß er beschissen wurde. Noch vor einem halben Jahr hat er sich einen lahmen 200MHz MMX mit 16MB für 4.000 DM aufschwatzen lassen, obwohl der neue 2GHz-Rechner zum halben Preis bereits fast in den Regalen stand. Mittlerweile hat er genug Ahnung von der Materie um zu wissen, daß er für den rostigen Krempel fairerweise gerademal genug für einen Kasten Bier und ´ne Stange Zigaretten bekäme. Aber, denkt er sich, die Welt will betrogen sein. Er annonciert seinen aus dem letzen Loch pfeifenden Kasten also folgendermaßen:

Ideal für Anfänger und Einsteiger! PC-Komplettsystem, 14" s/w Monitor, mit großer 100MB Festplatte und vielen Programmen. Nur 2.000 DM! Hmm, mag man sich denken, für mich als Neuling ist das doch genau das richtige, oder? Doch da wird der Denkfehler auch schon klar, ein PC ist kein Motorrad. Also nicht weniger Leistung = weniger Verletzungsgefahr. Im Gegenteil, allein um die idiotenfesten Installationsroutinen von AOL zu starten, braucht man in der Regel ein High-End Gerät wenn man nicht vor dem Monitor verdursten will. So bleibt also doch nur Abwarten bis nächstes Jahr wenn das Objekt der Begierde für eine Handvoll Hunderter bei Aldi zu haben ist – Aber dann gibt es den Pentium 5 mit 1 Terahertz bei Vobis ja schon wieder für....
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Jo mei, schloaft´s Ihr scho?

 
#2


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