Das 1x 1 der Unternehmenskennzahlen

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Das 1x 1 der Unternehmenskennzahlen Arbeiter
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Das 1x 1 der Unternehmenskennzahlen

 
06.12.02 09:04
#1
Nur Außenstehenden erscheinen sie als trockene Zahlen. Doch Unternehmenskennzahlen sind wichtig, um dem aktuellen und zukünftigen Wert der Aktien und der Solidität eines Unternehmens auf die Spur zu kommen.

So machen es auch die Fundamentalanalysten, die anhand von Jahresabschlüssen und Bilanzen ein Bild vom Gewinn und der Ertragskraft des jeweiligen Unternehmens eine quantitativen Analyse ermitteln. Dabei werden mit den Unternehmensdaten auch jene Renditekennzahlen ermittelt, aus denen Börsianer Rückschlüsse auf die Qualität und die Gewinnchancen der einzelnen Aktien ziehen. Die Zahlen bekommen Sie aus Finanzinformationsquellen oder aus den Unterlagen des Unternehmens selbst.

Punkt 1: Gewinn

Zu den wichtigsten Daten in einer Bilanz gehören Umsatz und Gewinn (vor Steuern). Zuwächse bei diesen sind mathematischer Ausdruck der Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen eines Unternehmens.

Berechnen Sie den Gewinn je Aktie. Diese Kennzahl dient als Grundlage zur Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Aus dem Jahresabschluss errechnet der Analyst den Gewinn des Unternehmens. Er kann erheblich von dem ausgewiesenen Gewinn abweichen, da in den Bilanzgewinn auch außerordentliche Erträge, beispielsweise durch Verkäufe von Immobilien oder Auflösung von Rücklagen, einfließen. Die Informationen des Unternehmens können verwässert sein beispielsweise durch eine geschönte Bilanz oder besondere Vorkommnisse.

Den Analysten aber interessieren nur die laufenden Erträge. Die Gewinne werden nach der DVFA-Formel berechnet, der von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung (DVFA), der Vereinigung deutscher Analysten, entwickelten Formel, die die Schätzungen vergleichbar machen soll. Den Gewinn teilt man durch die Zahl der ausgegebenen Aktien des Unternehmens. Das ergibt den Gewinn je Aktie.

Prüfen Sie auch, wie viel langfristige Schulden oder Verbindlichkeiten das Unternehmen hat im Verhältnis zu Eigenkapital und Vermögenswerten. Auch hier sollten Sie checken, ob das Unternehmen seine Schulden verringert oder sich stärker verschuldet.

Punkt 2: KGV


Nun prüfen Sie, mit dem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV), ob die Aktien billig oder teuer zu haben ist. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist die bekannteste Aktienkennzahl. Mit dem KGV kann verglichen werden, wie teuer oder billig eine nationale oder international Aktie ist. Das KGV nimmt den Gewinn je Aktie und teilt ihn durch den aktuellen Börsenkurs.

KGV = Aktienkurs : Gewinn je Aktie

Die Kennzahl gibt also an, wie oft der Gewinn pro Aktie im aktuellen Börsenkurs enthalten ist. Daraus ergibt sich der Faktor, mit dem die Börse bereit ist, den erwarteten Ertrag im laufenden Jahr zu bezahlen. Oder: Die Aktie kostet das xfache des Gewinns, den sie erwirtschaftet. Oder: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt an, mit dem Wie vielfachen des Jahresgewinns die Aktie zur Zeit an der Börse bewertet wird. Oder noch anders ausgedrückt: Wie viele Jahre muss ein Aktionär warten, bis er seinen Kapitaleinsatz durch Gewinnausschüttungen zurückerhält?

Ein isoliertes Ergebnis aus der KGV-Berechnung sagt wenig aus. Erst im Vergleich zu anderen Aktien oder dem Gesamtmarkt wird die Zahl aussagekräftig. Prinzipiell gilt: Je niedriger das KGV, desto billiger ist die Aktie. Und je höher, desto teurer.

Punkt 3: Cash-Flow


Beim Cashflow geht es darum, ob ein Unternehmen aus seiner betrieblichen Tätigkeit mehr Mittel generiert, als es ausgibt. Sie können daraus schließen, ob ein Unternehmen mit seiner Geschäftstätigkeit genügend Gewinn erwirtschaftet, um zukünftiges Wachstum finanzieren zu können, ohne auf Fremdkapital oder auf die Ausgabe zusätzlicher Aktien zurückgreifen zu müssen. Beides kann für den Altaktionär von Nachteil sein.

Der Cash-Flow, also die "fließenden" Barmittel, eines Unternehmens erfasst die von einem Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums erwirtschafteten Mittel. Am Cash-Flow lässt sich die Finanzkraft und Liquidität einer Aktiengesellschaft ablesen. Das sind vor allem der Gewinn plus Abschreibungen und Pensionsrückstellungen.

Der Cash-Flow wird zur Zahlung von Dividenden, für Investitionen oder zur Schuldentilgung verwendet. Hinter dieser Vorgehensweise steht die Überlegung, dass besonders Abschreibungen den Gewinn drücken. Diese aber tatsächlich ein Zeichen dafür sind, dass sich die Firma neue Anschaffungen leisten konnte, sich somit konkurrenzfähiger machte. Bei sehr hohen Abschreibungen dürfte der Investitionsgrad des Unternehmens hoch sein. Dies kann auf eine moderne und innovative Technik hinweisen.

Ermittlung des Cash-Flow:

     Jahresgewinn/-verlust
     (=Dividende + Rücklagenzufügung ? Rücklagenauflösung)
+     AfA Sachanlagen (Abschreibung für Abnutzung)
+     Afa Finanzanlagen
+     Zinsen für Fremdkapital
+     Erhöhung der langfristigen Rückstellungen
+     Organverluste


= Cash-Flow in Millionen Euro

Ermitteln Sie das Kurs-Cashflow-Verhältnis. Wenn man den Kurs einer Aktie durch den Cash-Flow je Papier teilt, erhält man das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis. Die Kennziffer KCV zeigt, mit dem Wie vielfachen des bereinigten Gewinns die Aktie gehandelt wird. Je kleiner das KCV, um so attraktiver ist eine Aktie.

Kurs/ Cash-Flow- Verhältnis = Aktienkurs : Cash-Flow je Aktie

Ein KCV von 2 zum Beispiel bedeutet, dass der aktuelle Aktienkurs innerhalb von zwei Jahren aus dem Finanzmittelfluss gedeckt ist. Je höher das KCV, desto teurer ist eine Aktie.

Punkt 4: Dividende


In diesen Börsenzeiten muss wieder an alte Wirtschaftsregeln erinnert werden wie: Für ein langfristiges und stabiles Engagement an der Börse sind Dividendenpapiere geeignet. Hier ist die entscheidende Unternehmenskennziffer die Dividendenrendite, die im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs steht. Zur Berechnung der Dividendenrendite setzt man die zuletzt gezahlte Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Kurs.


Dividendenrendite = Dividende x 100 : Aktienkurs

Generell gilt: Je höher die Dividendenrendite, desto besser, weil risikoloser ist ein Papier zu beurteilen. Isoliert sollte man diese Unternehmenskennziffer nicht betrachten. Nur mit Blick auf den Verlauf des Aktienkurses ist dies sinnvoll: Ein permanent faIlender Aktienkurs führt zwangsläufig zu einer immer höheren Dividendenrendite.
Das 1x 1 der Unternehmenskennzahlen schnee

schöne Übersicht o. T.

 
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