Börsenausblick heute

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Börsenausblick heute

 
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Technologie- und Finanzwerte bleiben im Aufwind. Händler rechnen mit einem festen Start im Dax, da die US-Börsen im späten Handel ihre Gewinne ausgebaut haben. Der WorldCom-Schock scheint zunächst verdaut. Der Nikkei macht einen Sprung nach vorn.



Trotz des Bilanzskandals bei WorldCom haben die US-Börsen am Donnerstag kräftig zugelegt und ihre Gewinne im späten Handel ausgebaut. In den letzten beiden Handelsstunden setzten Käufe auf breiter Front ein. Sogar die gebeutelten Chipaktien legten zu, nachdem Lehman Brothers die Semiconductor-Branche auf "Neutral" heraufgestuft hat. Der Dow Jones schloss 1,6 Prozent fester auf 9269 Punkte, während der Nasdaq Composite sogar um 2,1 Prozent auf 1459 Zähler kletterte.

Gerüchte um GM können Rallye nicht stoppen



Die Aufholjagd in USA und Europa wurde zeitweise von Gerüchten unterbrochen, dass es auch beim Autoriesen General Motors Bilanzunstimmigkeiten geben könnte. Die Aktie war zeitweise vom Handel ausgesetzt und schloss knapp drei Prozent schwächer, doch im späten Handel ging es für Dow und Nasdaq wieder aufwärts.
Vor allem die nach oben korrigierten Zahlen für das US-Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal (plus 6,1 Prozent statt 5,6 Prozent) sorgten für positive Stimmung, obwohl dieses Wachstum nach Einschätzung von Volkswirten in den Folgequartalen deutlich nachlassen dürfte. Weiterhin betrieben Fondsmanager zum Ende des zweiten Quartals "Window Dressing" und schichteten ihre Depots um, was vor allem den Standardwerten zu Gute kam. Für heute werden der US-Einkaufsmanagerindex sowie Angaben zum Konsumklima in den USA erwartet.

Finanz- und Chiptitel gesucht



Bemerkenswert, dass die beiden größten Gewinner im Dow Jones ausgerechnet die Finanzwerte Citigroup und JP Morgan Chase waren. Ein Zeichen, dass Investoren trotz der zahlreichen Bilanzskandale Corporate America immer noch etwas zutrauen: Unter möglichen Unternehmenspleiten in Folge von falscher Bilanzierung leiden auch Finanzwerte, da sie um ihre Kredite fürchten müssen.
 
Ein Konkurs des im Nasdaq 100 Index notierten Skandalunternehmens Worldcom ist nach Darstellung von Marktkennern nicht mehr auszuschließen. Sollte Worldcom früher oder später Gläubigerschutz bei einem Konkursrichter suchen, wäre dies der größte Konkurs der US-Geschichte.

Unter den US-Technologieaktien zählte Motorola zu den größten Gewinnern. Das Unternehmen hatte seine Prognosen für das zweite Quartal wie für das Gesamtjahr bestätigt und einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Aktien des Netzwerkausrüsters Sun Microsystems stiegen sogar um knapp zehn Prozent auf 5,17 Dollar. Goldman Sachs hatte mitgeteilt, dass Sun mehr Fortschritte als erwartet mache. Händler dämpften jedoch aufkommende Euphorie und sprachen von einer technischen Gegenreaktion im Hightechsektor nach den massiven Verlusten der vergangenen Wochen.

Auch das Schwergewicht General Electric hat seine Gewinnprognosen bestätigt. Die Aktien des Pharmakonzerns Pfizer profitierten davon, dass das Unternehmen Aktien im Wert von zehn Milliarden Dollar zurückkaufen will.



Fester Start im Dax erwartet



Der Dax hatte am Donnerstag mit einem Plus von fast vier Prozent auf dem Tageshöchststand von 4259 Punkten geschlossen. Händler erwarten, dass der Index zum Auftakt am Freitag 4280 Punkte übersteigt. Der Nemax 50 beendete den Handelstag mit einem Plus von 4,3 Prozent.

Viele Anleger nutzten nun die Gelegenheit zum Wiedereinstieg, sagten Händler. Doch auch kritische Stimmen sind zu hören. Marktteilnehmer bezeichneten die allgemeine Stimmung als unverändert schwach. Es brauche nur eine weitere Hiobsbotschaft, um den Trend umkehren zu lassen.

Adidas und Nike im WM-Fieber



Der Sportartikelhersteller Adidas Salomon profitiert nicht nur davon, dass die deutsche Nationalmannschaft im WM-Finale steht und die Nachfrage nach Fan-Artikeln groß ist. Auch der Gewinnanstieg beim US-Konkurrenten Nike (Ausrüster vom Finalgegner Brasilien) dürfte der Aktie heute Rückenwind verleihen: Nike steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um acht Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn erhöhte sich um 28 Prozent auf 208,4 Millionen Dollar. Damit hat Nike die Wall-Street-Erwartungen übertroffen.

Knackt SAP die 100-Euro-Marke?



Besonders kräftig legten im Dax die Technologiewerte zu. SAP-Aktien verteuerten sich um 7,5 Prozent auf 97,20 Euro und könnten zum Wochenschluss wieder über 100 Euro steigen. Die Papiere profitierten auch von einer Aussage des Oracle-Vorstandsvorsitzenden Larry Ellison, der große Worte liebt und die großen Softwareunternehmen als Profiteure der Krise sieht.

Technologie-Anleger, die trotz des Kursrutsches an ihren Aktien festgehalten haben, können für heute auf weitere Erholung hoffen. Epcos , Siemens und Infineon gehörten bereits am Donnerstag zu den Gewinnern und könnten heute ihre Erholung fortsetzen.

Autowerte trotz General Motors fest



Die T-Aktie verteuerte sich am Donnerstag um 4,1 Prozent auf 8,95 Euro. Der Worldcom-Bilanzskandal scheint in der Branche verarbeitet zu sein, sagten Händler. Sollte sich eine Trendwende abzeichnen, dürften weitere Leerverkäufer ihre Geschäfte abschließen, sich wieder mit Aktien eindecken und durch diesen "Short Squeeze" für steigende Kurse sorgen. Allerdings seien bei der Telekom noch viele Fragen ungeklärt, zum Beispiel bei der Bilanzierung der Immobilien, sagten Händler.

Die Automobilwerte mussten nach den GM-Gerüchten einen Teil ihrer Gewinne abgeben, konnten aber bis Handelsschluss wieder Punkte gutmachen : Die Anteilsscheine von DaimlerChrysler beendeten den Handelstag mit einem Plus von 3,9 Prozent, Volkswagen schloss mit einem Plus von 1,92 Prozent, BMW schaffte es immerhin mit 0,7 Prozent in den positiven Bereich.

Die im M-Dax notierte Aktie des Logistikers Stinnes steht heute im Blickpunkt der Anleger. Nach Presseberichten will die Deutsche Bahn AG das Logistik-Unternehmen übernehmen.

Tokios Börse schließt fester



Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag eine Rallye hingelegt. Der Nikkei-Index schloss 360 Punkte fester auf 10621 Zähler. Vor allem die gestiegene Industrieproduktion sorgte in Japan für gute Stimmung. Der Euro verbilligte sich am Freitag Morgen auf 0,9879 US-Dollar: Die leichte Erholung der US-Börsen half auch dem US-Dollar.



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