Anleger verkaufen europaweit Tech-Werte

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Anleger verkaufen europaweit Tech-Werte bammie

Anleger verkaufen europaweit Tech-Werte

 
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Das schwache Ergebnis des Handyherstellers Motorola hat europaweit Titel von Techologieunternehmen unter Druck gesetzt. Auch Aktien der Versicherer zählten zu den großen Verlierern.  
Der Dax hat am Morgen seinen Gewinn vom Vortag eingebüßt. Der deutsche Leitindex fiel um 1,4 Prozent auf 3909 Punkte. Kein einziger Wert lag im Plus. Auch die anderen europäischen Indizes verloren, allerdings nicht so stark wie der Dax. Der Auswahlindex Stoxx 50 sackte um ein Prozent ab. Der CAC-40 in Paris gab 1,1 Prozent ab und der FTSE in London 0,8 Prozent.
Für Entspannung könnten allerdings gute Nachrichten vom Ölmarkt sorgen. Am Morgen verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl leicht auf 53,43 $. In London kostete ein Barrel der Sorte Brent 48,75 $. Mehr Aufschluss über den Preisverlauf erwarten sich die Anleger von den wöchentlichen Lagerdaten der Amerikaner, die am Nachmittag veröffentlicht werden.

Technologietitel unter Druck

Spannend wird es am Mittwoch in der Technologiebranche, weil Konzerne wie Lucent, Siebel, Ebay und ST Microelectronics Zahlen vorlegen. Am Vortag hatten Techwerte nach starken Quartalergebnissen des US-Chipproduzenten Texas Instruments und vom Computerriesen IBM gewonnen.
In Europa gerieten Technologietitel dennoch unter Druck. Zu den größten Verlierern im Dax zählten  Siemens und  SAP, die je zwei Prozent abgaben. Das gleiche Bild im Stoxx 50: Philips verbilligten sich um zwei Prozent, Nokia fielen um 1,9 Prozent, und  Ericsson gaben 1,7 Prozent ab. Aufwärts ging es für Halbleiterhersteller  Dialog Semiconductor. Das im TecDax notierte Unternehmen steigerte im dritten Quartal den Umsatz und erzielte einen Gewinn. Die Aktien legten gegen den schwachen TecDax 0,4 Prozent zu.

Für schlechte Stimmung sorgten die Zahlen des weltweit zweitgrößte Handy-Herstellers Motorola, die die Investoren enttäuschten. Das Unternehmen hat zwar die Kosten deutlich gesenkt und seinen Gewinn gesteigert, mit seinem Wachstum bei den Auslieferungen die Erwartungen der Analysten aber nicht erreicht. Die Aktie von Motorola fiel am Dienstag im nachbörslichen Handel um sechs Prozent.

Versicherer setzen Talfahrt fort

Auf den Verkaufslisten standen erneut europaweit Versicherungsaktien. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer, der Unternehmen der Branche Manipulation bei Maklergeschäften vorwirft, weitete seine Ermittlungen gegen die Assekuranz auch auf Krankenkassen aus.
Axa fielen um zwei Prozent.  Allianz gaben 1,5 Prozent ab,  Münchener Rück verbilligten sich um 1,4 Prozent, und Swiss Re notierten 1,1 Prozent niedriger.

Anleger verkaufen Autotitel

Auch auf Autowerte, die noch am Dienstag zulegten, waren die Anleger schlecht zu sprechen. Noch immer stehen im Bochumer Opel-Werk die Bänder still. Die Arbeiter wollen am Vormittag darüber entscheiden, ob sie die Produktion wieder aufnehmen. Zur Abstimmung versammelt sich fast die gesamte Belegschaft. Zuletzt schienen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber anzunähern. In einem Brief, der der Financial Times Deutschland vorliegt, forderte der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster die IG Metall auf einzugreifen.
Der Sportwagenbauer  Porsche plant wie  DaimlerChrysler Kostensenkungen. Grund ist nach Aussage von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking das absehbare Auslaufen der Währungssicherungsgeschäfte. "Langfristig muss man auch mit einem ungünstigen Dollar-Kurs leben. Da machen wir uns nichts vor. Auf Währungsveränderungen muss man eine strategische Antwort haben", sagte Wiedeking in einem Interview der FTD. Porsche ist zwar der profitabelste Autohersteller der Welt. Doch ein Großteil des Gewinns geht auf das Konto von Währungstermingeschäften.
Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Nachrichten und verkauften Porche-Papiere. Die Aktien lagen zuletzt 1,6 Prozent im Minus und zogen weitere Autotitel mit sich. DaimlerChrysler gaben 1,3 Prozent ab.  Volkswagen fielen um 1,4 Prozent und  BMW um 1,1 Prozent.

Börsen in den USA und Japan verlieren

Die US-Börsen fielen am Dienstag trotz der guten Zahlen von IBM und Texas Instruments. Schwach zeigten sich besonders die Titel von Versicherern und Rohstoff verarbeiteten Unternehmen, weil befürchtet wird, dass die Nachfrage aus China nachlassen könnte. Der breite S&P verlor ein Prozent, der Standardwerte-Index Dow Jones 0,6 Prozent. Der technologielastige Nasdaq Composite gab 0,7 Prozent ab.
Auch in Japan verloren besonders Aktien von Stahl- und Logistikfirmen sowie Technologieunternehmen. Der Leitindex Nikkei rutschte sogar um 1,7 Prozent auf 10.882,18 Punkte ab.
Der Euro legte gegenüber Dienstagabend leicht zu, behauptete aber seinen Ausbruch aus der Handelsspanne, in der er seit Juni pendelte. Zuletzt lag die Einheitswährung bei 1,2544 $.
(mit Agenturen)


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