Deutsche Börse AG - Fondshandel: Anleger setzen auf Mischfonds

Dienstag, 01.04.2014 15:32 von Aktiencheck - Aufrufe: 2111

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Dem Richtungswechsel im DAX scheinen Anleger eher zurückhaltend gegenüberzustehen, so die Deutsche Börse AG.

Spezialisten würden von einem ruhigen Handel mit aktiv verwalteten Fonds berichten. "Die Umsätze sind relativ dünn", melde Andreas Kehnen von der Baader Bank. Der Markt befinde sich weiterhin in einer Seitwärtsphase, es hätten die Impulse von außen gefehlt. "Seit es mit dem Deutschen Aktienindex nach oben geht, lassen die Umsätze nach", melde Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Über alle Anlageklassen hinweg hätten sich Verkäufe und Käufe in etwa die Waage gehalten.

Trotz Wochengewinn im DAX von 2,61 Prozent mahne auch Christoph Geyer vor zu viel Euphorie. Die technische Lage im Deutschen Aktienindex hätte sich zwar verbessert, allerdings seien die Verkaufssignale bei den Indikatoren noch nicht abgearbeitet. Für ein wichtiges Zeichen halte der Charttechniker der Commerzbank das Halten des jüngsten Tiefs im Bereich von 9.000 Punkten oberhalb dieser Unterstützungslinie. "Wie nachhaltig die DAX-Kursgewinne tatsächlich sind, wird sich in den kommenden Tagen zeigen", meine auch die Helaba. Zumindest rücke die Krim-Krise immer mehr in den Hintergrund. "Die Märkte gehen davon aus, dass Sanktionen ein zahnloser Tiger bleiben werden", beschreibe die Commerzbank. Zusagen über Hilfskredite bis zu 27 Milliarden US-Dollar und harte Sparmaßnahmen sollten zudem die Ukraine über Wasser halten.

Mischfonds kämen in dieser Woche gut an. Als Bestseller der Woche mache Wöllnitz den Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R) aus. "Hier gab es fast nur Zuflüsse." Mit nahezu ausschließlich Käufen führe Wöllnitz auch den Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A EUR Acc) auf der Gewinnerseite.

Publikumsfonds mit hiesigen und europäischen Werten würden bei Fondsanlegern gegenwärtig auf wenig Gegenliebe stoßen. Kehnen spreche von überwiegenden Abgaben im BlackRock Global Funds - Euro Markets (BlackRock Global Funds - Euro-Markets Fund A4 EUR), dessen Fondsmanagement sich zu 70 Prozent auf Unternehmen mit Sitz in der Währungsunion konzentriere. In Summe abgestoßen würde zudem der über 7 Milliarden Euro schwere Fidelity Funds European Growth Fund (Fidelity Funds - European Growth Fund A-DIST-EUR). Deutsche Bluechips etwa im Fondak (Fondak A (EUR)) führe Kehnen ebenfalls auf den Verkaufslisten. "Einen Trend kann man aufgrund geringer Umsätze aber nicht ableiten."

Gegen den Strom schwimme laut Wöllnitz der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen T), der auf ausgewählte Unternehmen aus der zweiten Reihe im deutschsprachigen Raum setze. "Hier verbuchen wir fast ausschließlich Käufe."

Im Geschäft mit Immobilienfonds gebe es für Wöllnitz einiges zu tun. "Zwei Werte stehen im Mittelpunkt." Tendenziell abgestoßen werde etwa der CS EuroReal (CS EUROREAL A EUR), der sich in Abwicklung befinde. Bewegung in beide Richtungen mache Wöllnitz im Grundbesitz Europa (grundbesitz europa RC) aus. "Rund um die jüngste Ausschüttung gab es viele Rückflüsse, danach wurde wieder gekauft." Mit plus 2,66 Prozent Jahresrendite stehe der Immobilienfonds gar nicht so schlecht da.

Bei international aufgestellten Portfolios verbuche Kehnen Bewegung in beide Richtungen. Überwiegend in den Anlegerdepots lande beispielsweise der LO Funds Generation Global (Lombard Odier Funds - Generation Global (EUR) PD) ebenso wie der Loys Sicav Loys Global (LOYS Sicav - LOYS Global P). Auf wenig Gegenliebe stoße hingegen der Carmignac Investissement (Carmignac Investissement A EUR acc). "Der Fonds wird tendenziell abgestoßen."

Kasse würden Anleger unterdessen weiterhin im Biotech-Sektor (DWS Biotech LC) machen, wie Wöllnitz feststelle. Seit Ende vergangenen Monats stehe dieser wie auch andere Biotech-Fonds meist auf den Abgabelisten und habe seither einiges an Federn lassen müssen. Für die vergangenen zwölf Monate liege der Wert allerdings immer noch bei Plus 31 Prozent.

In Publikumsfonds mit asiatischen Aktien gehe es nach Beobachtung von Kehnen nach wie vor unspektakulär zu. "In dieser Anlageklasse ist kaum was los." Per Saldo verkauft würde der HSBC GIF Chinese Equity (HSBC GIF Chinese Equity AC). Emerging Market Aktien und Anleihen hätten in der vergangenen Woche allerdings erstmalig seit langem wieder Zuflüsse erfahren. "Das spricht nun in den kommenden Wochen für eine Gegenbewegung", urteile die Commerzbank, die mittelfristig dennoch verhalten bleibe. "Denn die strukturellen Probleme sind noch lange nicht gelöst." (01.04.2014/fc/a/f)

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