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21.09.17
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„Ich habe von Dieselgate im September 2015 erfahren – und nicht vorher“

Donnerstag, 16.02.2017 14:31 von

Der Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Abgas-Affäre hat zwei weitere bekannte Besucher: Niedersachsens Regierungschef und den Bundesverkehrsminister. Die Spurensuche zu „Dieselgate“ ist noch lange nicht vorbei.

Der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufseher Stephan Weil hat bekräftigt, erst am 19. September 2015 vom Skandal um Abgasmanipulationen bei VW erfahren zu haben - aus dem Fernsehen. „Es war abends beim Betrachten der „Tagesschau““, sagte der SPD-Politiker im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Er widersprach damit erneut deutlich angeblichen Anschuldigungen des früheren VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch, Weil und weitere Mitglieder des Kontrollgremiums seien früher informiert gewesen.

Mit Blick auf das Bekanntwerden der Manipulationen sagte Weil: „Ich war tief betroffen. Ich hätte dergleichen bei Volkswagen (VW Aktie) nicht für möglich gehalten.“ Am 18. September 2015 hatten US-Umweltbehörden Verletzungen von Diesel-Abgaswerten bei VW-Fahrzeugen gemeldet. Nach Angaben des früheren Konzernchefs Martin Winterkorn im Ausschuss vor einem Monat gab es einen Tag darauf eine telefonische Manager-Runde.

Weil betonte, mit Landes-Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) - auch er ist Mitglied des Aufsichtsrates - habe er „an einer nachhaltigen Aufklärung von „Dieselgate“ mitgearbeitet“. Dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen. „Es geht jetzt auch um die Prüfung von Haftungsansprüchen gegenüber Mitgliedern der Unternehmensorgane.“

Alle Mitglieder des Aufsichtsratspräsidiums bei VW, die Piëch in Aussagen gegenüber Staatsanwälten und der US-Kanzlei Jones Day attackiert haben soll, hätten die Anschuldigungen inzwischen „mit sehr klaren Worten sehr vehement zurückgewiesen“, betonte Weil. „Ich habe von „Dieselgate“ im September 2015 erfahren - und nicht vorher.“

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