"Bosch war nur einer von drei Lieferanten"

Donnerstag, 03.11.2016 18:00 von

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des VW-Diesel-Skandals auch gegen Bosch. Deren Chef hat sein Schweigen dazu nun gebrochen.

Volkmar Denner wirkt nervös. In Berlin sitzt er beim Verband der Automobilindustrie (VDA) vorne in der ersten Reihe auf seinem Stuhl und starrt den Boden an. Dort soll er gleich auf die Bühne, eigentlich geht es um das Thema „Mobilität von morgen“.

Doch Denner weiß, was gleich kommt.

Hinter den Kulissen haben sie ihm kurz zuvor gut zugeredet. ZDF-Moderator Wulf Schmiese und auch VDA-Präsident Matthias Wissmann. Sie haben ihm klar gemacht, dass sie Fragen zu dem heiklen Thema nicht auslassen können. Bosch hat schließlich die Motorsteuerung geliefert, die im Mittelpunkt des VW-Abgasskandals steht.

Zur Erinnerung: VW hat in mehr als elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Betrugssoftware eingesetzt. Sie sorgt dafür, dass die Autos Zulassungstests automatisch erkennen und in einen Modus mit geringen Emissionen schalten. Kaum sind die Autos auf der Straße unterwegs, blasen sie häufig ein Vielfaches der gesetzlich erlaubten Stickoxidmenge in die Luft.

Alle wüsste doch von den Vorwürfen auch gegen Bosch, sagten Schmiese und Wissmann zu Denner. Das Thema könne man doch nicht einfach totschweigen.

Dabei hatte sich der Bosch-Chef bislang ganz gut aus der Affäre gezogen. Ein bereits anberaumtes Interview hat er kurzfristig wieder abgesagt. Schweigen ist Gold (Goldkurs) -, besonders dann, wenn mehrere Behörden gegen das eigene Unternehmen ermitteln. Das US-Justizministerium ermittelt seit Ende 2015. Etwa zeitgleich hat auch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug eröffnet. Kläger in den USA werfen Bosch vor, die Schummelsoftware nicht nur mit erfunden und ständig weiterentwickelt zu haben, sondern auch an der „Vertuschung ihres Einsatzes“ beteiligt gewesen sein.

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