In # 252 schrieb ich, dass US-Banken wie xyz von der US-Justiz mit "mit sehr viel niedrigen Strafen" belegt worden sind als jetzt die Deutsche Bank.
Das ist nur dann korrekt, wenn man die 14 Mrd. Dollar zugrundelegt, die die US-Justiz offiziell von der Deuba verlangt. Inoffiziellen Gerüchten vom Freitag zufolge (# 265) soll die Strafe für die DB jedoch auf 5,4 Mrd. reduziert werden.
Damit läge die Strafe in etwa in der Größenordnung, die auch US-Banken für den Subprime-Beschiss zahlen mussten. FuW liefert (im Aritikelauszug unten) einen Überblick darüber.
Demnach wurden Goldman mit 5 Mrd. und Citigroup mit 7 Mrd. Dollar zur Kasse gebeten. Die noch ausstehenden Bußen für UBS und Credit Suisse werden mit jeweils 2,5 Mrd. Dollar beziffert.Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die Gewinne aus dem Subprime-Beschiss zumindest für Banken wie Goldman (wichtigster Verbriefer von CLOs) und Citigroup höher ausfielen als die schlussendlich geforderten Vergleichszahlungen, was einen "moral harzard" darstellt.
Die sonstigen Aussagen in dem interessanten FuW-Artikel zum Risiko der DB decken sich im Wesentlichen mit dem, was ich in den letzten Tagen hier über die DB geschrieben habe.
Hier noch meine Einschätzung zu Zocks:
Long DB bleibt trotz des starken gefallenen Kurses wegen des Risikos einer Kapitalerhöhung (oder einer stark verwässernden staatlichen Rettung) hoch spekulativ (siehe FuW). Short kommt aber auch kaum in Frage, sofern man nicht über sehr detaillierte Kenntnisse zur komplexen Finanzlage der DB verfügt (diese Herkulesaufgabe, vor allem angesichts der Riesen-Derivatepositionen, bleibt mMn Hedgefonds-Profis vorbehalten).
Wer bei 30 Euro in DB-Shorts eingestiegen ist, hat ein hohes Sicherheitspolster. Wer jetzt (noch) einsteigt, könnte übel überrascht werden, sofern die Forderungen kleiner als erwartet ausfallen (siehe 14 % Anstieg des DB-Kurses am Freitag) und/oder wenn später die hohen Risikorückstellungen teilsweise wieder aufgelöst und als Gewinn verbucht werden.
Nicht zuletzt könnte die DB übernommen werden (sofern dies kartellrechtlich möglich ist), da sie nur 15 Mrd. Marktkapitalisierung aufweist - in etwa so viel wie Twitter, das gerade von der US-Cloudfirma Salesforce übernommen wurde. Die DB notiert zu nur einem Viertel ihres Buchwertes, ist daher für einen finanzstarken Übernehmer ein Schnäppchen. Hat dieser genügend EK, wäre auch die aktuell sehr niedrige Kernkapitalquote der DB kein Problem mehr, weil dann die kombinierte Quote zählt. Es könnte z. B. theoretisch passieren, dass eine liquide Auslandsbank (womöglich sogar aus China) für die DB einen Übernahmepreis von 20 Euro pro Aktie anbietet. Wer bei 10 Dollar short gegangen ist, würde dann einen Totalverlust erleiden.
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www.fuw.ch/article/wachsende-sorgen-um-deutsche-bank/
Wird die Deutsche Bank tatsächlich eine derart hohe Busse bezahlen müssen?
Vermutlich nicht. Auf Basis ähnlicher Vergleiche des DoJ gehen Analysten von deutlich niedrigeren Zahlungen aus. Goldman Sachs (GS 161.27 1.46%) hat für den gleichen Fall 5 Mrd. $ bezahlt, Citigroup (C 47.23 3.12%) 7 Mrd. $. Analysten rechnen mit 5 bis 10 Mrd. $. Am Freitagabend zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieser Zeitung kursierte die unbestätigte Meldung, wonach die Busse bloss 5,4 Mrd. $ betragen werde.
Sind damit alle Bussen vom Tisch?
Nein. Die Bank steht auch noch unter Geldwäschereiverdacht. Sie untersucht Aktienhandelsgeschäfte zwischen Kunden und der Deutschen Bank in Moskau und London, die sich gespiegelt haben.
Kommen auch auf UBS (UBSG 13.23 1.53%) und Credit Suisse (CSGN 12.71 0.87%) noch derartige Bussenforderungen zu?
Ja, die Schweizer Grossbanken haben noch keinen Vergleich mit dem DoJ wegen RMBS-Rechtsfällen geschlossen. Analysten gehen von Bussen von je gut 2,5 Mrd. $ aus....