"Willkommen in der ersten globalen Rezession, die von den Zentralbanken kreiert wurde!"Der große deflationäre Impuls wurde, dem Chart folgend, am 8. Mai 2014 ausgelöst, als Draghi den Wechselkurs EURUSD für "zu hoch" erklärte und weitere geldpolitische Maßnahmen ankündigte. Danach ging der Euro in einen lang anhaltenden Abwärtstrend über. Im Gleichtakt mit dem Euro gingen AUD, CAD, etc. im Gleichtakt nach unten wie auch die Commodities. Das war eine rein planwirtschaftliche Entscheidung, "um die Deflation in der Euro-Zone zu verhindern". Das brachte den schwachen Ländern im Euro KEINE Vorteile und Deutschland die Verschlechterung Terms of Trades, was insgesamt eine Schwächung des Realkapitals bedeutet. Dieses Realkapital fehlt nun weltweit und die damit verbundene Nachfrage. Eine grandiose Leistung.
Bei der FED hatte man so etwas nicht auf der Rechnung. Im Gegenzug wurden Immobilienblasen in den USA selbst, in Teilen Europas und insbesondere in GB und AU weiter befeuert. Insgesamt also noch Ausweitung der Hebel, deren Refinanzierung in den Sternen steht und die Fragilität weiter ansteigen lässt. Durch den Verfall der Commodities/Energie kommen auch die Schieferöl/Schiefergasproduzenten unter Druck. Das Problem ist nicht die "Deflation" - die hat Draghi ja selbst verursacht - sondern die überhebelten Assets auf der Gegenseite. Jedes weitere Vorgehen der Zentralbanken in diese Richtung führt zu noch mehr Marktstillstand - denn ohne Rendite lassen sich Investionen weder refinanzieren noch überhaupt rechtfertigen.
Man bekommt jetzt bei CFD's, wenn man EUR gegen USD verkauft, Zins gutgeschrieben. Und zwar deutlich. D.h. Spekuliert man bei EUR auf seitwärts bis nach unten - kann man allein aus dem Zinsgewinn bereits messbar Profit ziehen. Trotz formidabler Exportbilanzen (bis jetzt) ist also Kapital aus Europa (vulgo Deutschland) zum Nulltarif zu haben. Das ist pervers. Genau deshalb ist es gefährlich, längerfristig auf Euro-Short zu setzen, denn ohne Draghi wäre der Euro-Kurs ein ganz anderer. Aber mit Draghi und den jetzigen Zinsdifferenzen müsste der Euro noch wesentlich tiefer stehen, etwa bei EURUSD 0,75 - 0,85. Dann aber wäre damit zu rechnen, dass die USA mit Einfuhrzöllen gegenhalten werden.
Unter diesen Umständen wundert man sich,warum die FED überhaupt Zinserhöhungen diskutiert.