und das wird auf jeden Fall schmerzhaft sein. H.-W. Sinn nagelt es ja, wenn er ausführt, dass man nicht ständig Schulden mit Schulden begleichen kannst. Was wir in den letzten Jahrzehnten an kontinuierlichen Schuldenanstiegen gesehen haben, das ist eigentlich undenkbar. Die Kreditgeber werden eines schönen Tages erkennen dürfen, dass die Schuldner ihre Schulden nicht werden bedienen können. Die Schuldner werden aus ihrer misslichen Situation weder herauswachsen können, noch steht den Schulden dementsprechend pfändbares Eigentum gegenüber.
Die ganze Situation wird aktuell nur noch dadurch aufrechterhalten, weil aufgeblasene und überbewertete Preise sprich die hier vielzietierte Vermögenspreisinflation die Illusion schaffen, dass den Schulden noch entsprechendes Vermögen gegenübersteht.
Dass derartige Illusionen wie Kartenhäuser in sich zusammenfallen, dass haben die Immobilienkrisen in den USA, Spanien, Irland, etc., eindrucksvoll bewiesen. Die dortigen Schuldenkrisen fanden ihre Ursachen auch jeweils darin, dass überbewertete Vermögensgegenstände, in diesem Fall die Immobilien, zu völlig überhöhten und abstrusen Werten beliehen wurden. Sinken die Preise dann eines schönen Tages, was sie denn sicherlich auch tun werden, so kracht's im Gebälk.
An dieser Stelle hier der Verweis zu einem aktuellen Kommentar von J. Singer / Timepatternanalysis, der sich eingehender mit der Finazialisierung der Wirtschaft auseinandersetzt.
"Der IWF hat 2012 festgestellt, dass der Wachstumseffekt von Schulden negativ wird, wenn die Schulden des privaten Sektors einen Anteil von 80 bis 100% am BIP erreicht haben. Das deckt sich mit vorhergehenden Untersuchungen von Reinhart und Rogoff. Nach Zahlen der Weltbank von 2014 betragen die einheimischen Kredite an den privaten Sektor im Verhältnis zum BIP in den USA fast 195%, 1981 lag die Zahl noch bei unter 90%. China erreichte 2014 fast 142%, Japan kommt auf fast 188%.
Die Finanzindustrie ist “eigentlich” dazu da, der Realwirtschaft zu dienen. So soll sie etwa rentable Vorhaben finanzieren für diejenigen Wirtschaftssubjekte, die nicht über genügend Eigenmittel verfügen. Sie soll dafür sorgen, dass der Handel mit Gütern reibungslos funktioniert. Sie soll Sparer und Investoren zusammenbringen. Usw. Mittlerweile aber dominiert die Finanzindustrie das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschehen, alles muss sich ihren Interessen unterordnen.
Und hier schließt sich der Kreise zum Wachstumsthema: Nach Roger Bootle ist das gesamte wirtschaftliche Leben eine Mischung aus kreativen und distributiven Aktivitäten. Erfolgreiche Gesellschaften maximieren den kreativen und minimieren den distributiven Teil. Wenn in einer Gesellschaft die distributiven Aktivitäten überhand nehmen, werden Gewinne mehrheitlich von einem Teil der Gesellschaft auf Kosten von Einbussen anderer gemacht. Es findet eine Umverteilung gesellschaftlichen Wohlstands statt, neuer wird nicht geschaffen. Solche Gesellschaften verarmen auf die Dauer, sie werden zunehmend instabil und gewalttätig.
Viel von dem, was in den Finanzmärkten geschieht, gehört zum distributiven Ende. Gewinne des einen sind Verluste des anderen. Gebühren und Kosten des Bankwesen werden letztlich von den Konsumenten bezahlt über Käufe von Waren und Dienstleistungen."
Komplett incl. Charts einsehbar hier
Quelle: www.timepatternanalysis.de/Blog/2015/10/31/...-der-wirtschaft/
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!