Draghi hat heute nachmittag verbal interveniert:
Am Tag der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank haben sich die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zunächst zurückgehalten. Das hat sich nun geändert. „Der EZB-Rat ist gewillt und in der Lage zu handeln, indem er alle Instrumente nutzt”, sagte der Notenbank-Chef Mario Draghi auf der EZB-Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Damit öffnet der Banker die Tür für eine mögliche Ausweitung des ohnehin schon großzügig angelegten Anleihekaufprogramms. Das Programm solle bis September 2016 laufen, notfalls auch länger. Am Leitzins, der schon länger auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent liegt, rüttelt die EZB unterdessen nicht.
www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/...sfeuerwerk-hin/12481612.html
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A.L.:
Im Grunde ist das die übliche heiße Luft, in deren Ausscheiden es Drache Draghi zu Variete-Reife gebracht hat.
Doch selbst wenn mehr dahinter steckte und im Dezember "moar Q€" käme, stellt sich die Frage:
Ist das wirklich bullisch?
Sicher ist, dass Draghi mit seinem verbalen Feuergespucke
den Euro deutlich nach unten getrieben hat. EUR/USD fiel seit gestern um bislang etwa 1,5 Cents. Ein schwacher Euro ist allerdings bärisch für US-Aktien, da er die Gewinne der US-Exportfirmen im Euroraum schmälert.
Streng fundamental betrachtet müssten US-Aktien bei "mehr Euro-QE" daher eigentlich fallen! Sie tun es nicht, weil das Mantra "QE ist immer gut" in aller Köpfe ist.
Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zwischen US-QE und Euro-QE:
US-QE ist gut für die US-Börsen, weil es den Dollar schwächt. Euro-QE hingegen schwächt den Euro, und das ist NEGATIV für US-Aktien.
Ich traue dem heutigen Hausse-Braten daher nicht und rechne damit, dass der 30-Punkte-Anstieg im SP-500 im Laufe des Handelstag oder spätestens bis morgen wieder abverkauft wird. Hinzu kommt, dass der SP-500 drang mit bislang 2055 Intraday-Spitzenstand in jenen Widerstandsbereich vorgedrungen ist, in dem die seit zwei Monaten in ihren Longs "getrappten" Bullen
die Gunst der Stunde/des Tages nutzen dürften, um ihre Bestände mit blauem Auge loszuschlagen...
Auch Draghi könnte dabei blaue Augen bekommen, obwohl er eigentlich braunäugig ist.