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Der USA Bären-Thread


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Palaimon:

Der nächste Schock nach dem Urlaub

9
19.09.09 09:55
Hab mich durch den Stapel von Post gewühlt und zitiere mal dieses hier:

Betr.: US Portfolio Invest

Ausschüttung für 2008
Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch die Märkte für Büroimmobilien in den USA erreicht. Nachdem sie lange Zeit kaum Auswirkungen auf Büroimmobilien hatte, wurde ab dem letzten Quartal des Jahres 2008 Abwärtstendenzen in zahlreichen US-Metropolen sichtbar.
Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die schwache Konjunktur, die zu einer steigenden Arbeitslosigkeit und somit auch zu einem Rückgang der Nachfrage nach Büroimmobilien geführt hat. Auch der Zielfonds Ihrer Fondsgesellschaft (US-Gesellschaft) konnte sich den Auswirkungen der Krise nicht vollständig entziehen.

Im Hinblick auf die Marktentwicklung hat die US-Gesellschaft verschiedene Maßnahmen zur Absicherung der Investitionen und Minimierung der Auswirkungen vorgenommen. Vor diesem Hintergrund sowie der uneinheitlichen Marktprognosen hat sich die Komplementärin daher dazu entschieden, eine erhöhte Liquiditätsreserve vorzuhalten. Damit wird die Zahlungsfähigkeit der Fondsgesellschaft gewährleistet. Dies hat zur Folge, dass für das Geschäftsjahr 2008 keine Ausschüttung durchgeführt werden kann. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem "Bericht der Geschäftsführung" in Ihrem beigefügten Geschäftsbericht ab Seite 5.

Die von der Fondsgesellschaft für Sie verauslagten Kosten werden daher auf das Geschäftsjahr 2009 vorgetragen und mit zukünftigen Ausschüttungen verrechnet......blablabla
_____

Nun brauch ich echt bald den Träneneimer !
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
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Anti Lemming:

Stöffen - Zinsen auf US-Kurzläufer

6
19.09.09 09:55

Unten mal ein Chart von $UST1m über einen längeren Zeitraum.

Sollte der Chart als Vorlauf-indikator taugen, scheint was ähnliches im Bush Obama zu sein wie letzten Herbst.

Interessant ist auch der Abtaucher im März 2008, als Bear Stearns haarscharf an einer Pleite vorbeischlitterte: Die Rettung erfolgte in letzter Minute - Übernahme durch JPM.

 


 

Aufschlussreich sind die Zitate des ehemaligen US-Regulierers und Jura-Professors Bill Black (Posting von Malko):

 

In den Vereinigten Staaten wurden „Lügenkredite“ im Wert von 750 Milliarden Dollar abgeschlossen und offen so bezeichnet. Ein einziges Finanzunternehmen, Indymac, verursachte auf diese Weise Verluste, die größer sind als die der gesamten Sparkassenkrise der 80er-Jahre. Im vergangenen Jahr gab es 82.000 strafrechtliche Untersuchungen mit Bezug zu Hypothekargeschäften - und die sind nur ein kleiner Teil von wahrscheinlich Millionen Betrugsfällen. Wir reden von so genanntem Kontroll-Betrug: Scheinbar legitime Unternehmen werden genutzt, um mittels Rechnungslegung Betrug in großem Stile zu begehen.  ...

Als erstes würde ich den großen, systemisch und strategisch gefährlichen Finanzunternehmen verbieten, weiter zu wachsen. Es ist verrückt, diese Zeitbomben, die jede bei einem Ausfall das Finanzsystem ruinieren könnte, weiter ticken zu lassen. Nein, wir machen sie sogar noch größer, geben ihnen dir Möglichkeit, ihre Verluste buchtechnisch zu verstecken und geben ihnen auch noch eine Kapitalgarantie, um die moralischen Risiken zu maximieren. Die nächste Krise wird umso wahrscheinlicher.

 

FAZIT: Madoff ist überall...

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Der USA Bären-Thread 260748
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Stöffen:

Für Hardcore-Bären

7
19.09.09 10:01
GEAB N°37 ist angekommen! Umfassende weltweite Krise : Die Hoffnung auf einen Aufschwung, der nicht kommt

[….] Wir sehen die Krise wie den Lauf eines Gummiballs auf einer Treppe. Auf jeder Stufe springt er hoch, um danach auf die nächste, tiefere Stufe hinabzufallen. Doch bei jedem Aufspringen könnte man mit Fug und Recht behaupten, die Abwärtsbewegung sei gestoppt, es gehe wieder aufwärts, obwohl es sich nur um ein Zwischenhoch auf dem Weg zu einem weiteren Tief handelt.

Der Scheitern des weltweiten Wirtschafts-, Finanz- und Währungssystems wird mit Händen greifbar; noch nie in der modernen Geschichte war es so brüchig. Bei der geringsten Erschütterung kann es in sich zusammenbrechen. Dabei kann die Erschütterung von den Finanzmärkten, der internationalen Politik oder einer Naturkatastrophe ausgehen (15). Die Explosion der staatlichen Defizite (16), die die öffentlichen Hilfen in den Staatshaushalten verursachen, führt in den betroffenen Staaten zu politischen Spannungen. Aber die Regierungen sehen keine Alternative, denn sie spüren, dass ohne die staatlichen Hilfen die Wirtschaft unmittelbar wieder in einen Abwärtsstrudel gerissen wird. Damit wird es in Japan, USA und Europa wohl unweigerlich zu Steuererhöhungen kommen. Wenn also ein Bereich einen Aufwärtstrend verzeichnen kann, dann sind es Steuern und Abgaben. Die Japaner haben angesichts eines historischen Höchststands der Arbeitslosigkeit und einer weiterhin abstürzenden Wirtschaft den Schritt gewagt, ihre seit Jahrzehnten am Ruder stehende Führungsschicht abzuwählen. Sie eröffnen damit aber lediglich den Reigen der politischen Umwälzungen, die der Welt in der nächsten Phase der Krise bevor stehen (17). Auch die Regierung Obama hat zu ihrer Überraschung erkennen müssen, wie aufgebracht die Menschen gegen den Staat sind, als sie ihre Wut an dem (doch so notwendigen) Programm für eine Reform des US-Gesundheitssystems ausließen.

www.leap2020.eu/...inen-Aufschwung,-der-nicht-kommt_a3816.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Stöffen:

Yo AL

7
19.09.09 10:21
vielleicht liegt wirklich was in der Luft, hier mein Vorlauf-Indikator ;-))
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Der USA Bären-Thread 260760
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Anti Lemming:

Einzelhandelsumsätze in Rezessionen (Chart)

6
19.09.09 10:50

Eine interessante Gegenüberstellung im Chart unten.

Der Chart und der folgende Begleittext stammen aus dem Link in # 49303 (GEAB). Die GEAB-Leute sind für meinen Geschmack oft zu perma-bärisch. Der Textausschnitt unten hat aber mMn Hand und Fuß:

 

“Disoriented” economic players and policy-makers

In dieser allgemeinen Lage ist natürlich auch eine Hoffnung auf eine Zunahme der Investitionsausgaben ohne Basis. Die Produktionskapazitäten sind so wenig ausgelastet wie noch nie zuvor in der modernen Geschichte. Vorräte werden nur soweit unbedingt nötig ergänzt. Damit erledigt sich auch die Illusion, der Aufschwung könne durch die wachsende Nachfrage der Unternehmen getrieben werden. [= "konsumenten-freie" Erholung - A.L.]

Die Verbraucher entdecken wieder die Prinzipien finanzieller Vernunft: Wofür kein Geld da ist, das wird nicht gekauft. Und das Geld wird immer knapper: Die Gehälter werden gekürzt, oder die Arbeitsplätze fallen ganz weg; die Banken vergeben keine Kredite mehr, weil sie wissen, dass sie bei ehrlicher Bilanzierung überschuldet sind (auch wenn in den letzten Monaten verzweifelt versucht wurde, der öffentlichen Meinung das Gegenteil einzureden).

Und der Staat allein kann die zusammengebrochene Konsumhysterie der vergangenen Jahrzehnte, die sich aus einer historischen Schulden- und Kreditblase speiste, nicht ersetzen. Um zum wirtschaftlichen und finanziellen Niveau wie vor der Krise zurückzukehren, müssten jedes Jahr 2.500 Milliarden USD Liquidität in die Wirtschaft gepumpt werden. Obamas Konjunkturprogramm von 400 Milliarden Dollar in zwei Jahren ist von dieser Summe zu weit entfernt, um den Nachfragerückgang sowohl der Privathaushalte als auch der Unternehmen auszugleichen. Weit und breit vermögen wir keine Anzeichen zu entdecken, die uns dazu bringen würden, unsere pessimistischen Vorhersagen für die Zukunft der US-Wirtschaft zu revidieren.

 


 

US-Einzelhandelsumsätze in der jetzigen und in früheren Rezessionen. Die lila-farbenen Linien/Marken im Chart unten habe ich der Übersicht halber ergänzt. Die senkrechte lila Linie  markiert den jeweiligen Beginn der Rezession (= Basis 100). Die gepunktete schwarze Linie ist der Verlauf in der jetzigen Rezession - A.L.

Der USA Bären-Thread 260764
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permanent:

Peak-Debt

5
19.09.09 10:54

"Letztlich sollte man auch nicht vergessen, dass alle diese Schulden irgendwo als Vermögen verbucht sind, so dass man den Peak-Debt auch unter dem Aspekt der Ungleichheit der Vermögensverteilung betrachten könnte. "

Ein Bericht den man sicher nicht ganz ernst nehmen kann. Einige Elemente sind aber durchaus der Betrachtung wert:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31145/1.html

Gruß

Permanent

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Klaus Singer - Ein Jahr Lehman-Pleite

6
19.09.09 11:10

Empfehle ergänzend zu dem Comment von Klaus Singer / TimePatternAnalysis noch den Artikel

Volcker Launches Bombshell on Wall Street and Washington

www.senseoncents.com/2009/09/...on-wall-street-and-washington/

An dem Tag, an dem sich die Lehman-Pleite jährte, warnte US-Präsident Obama, die Finanzindustrie, sie solle nicht darauf vertrauen, dass der Steuerzahler auch beim nächsten Mal wieder in die Bresche springt. In seinem Wahlkampf klang das noch anders, nämlich nach kategorischer Ablehnung eines Heraushauens von Banken, die aufgrund von Gier oder kriminellen Machenschaften versagt hätten.

Dass die US-Regierung unter starkem Einfluss der Wallstreet-Elite steht, ist an sich nichts besonderes. Es begann mit dem Ende der Bretton Woods Ära Anfang der 1970er, als die Goldbindung des Dollar aufgehoben und die Währungskurse nach und nach frei gegeben wurden. Das war der Grundstein für den Boom der Finanzbranche, der in der Reagan-Ära auf Touren kam. Die Regierungen von Clinton und Bush führten die Deregulierung weiter fort. Nahezu alles wurde erlaubt, was noch mehr Gewinn versprach. Verbriefungen, Zinsswaps, Credit Default Swaps usw. ließen das Transaktionsvolumen, an dem Finanzunternehmen verdienen konnten, immer weiter ansteigen.

Und so steigt der Anteil des US-Finanzsektors an den Unternehmensgewinnen zuletzt über 40 %. Bis 1985 waren es nie mehr als 16 %. Parallel dazu stieg das Durchschnittseinkommen der Bank-Manager zuletzt auf über 180 % des US-Durchschnitts. Bis Anfang der 1980er Jahre pendelte es stets um den Durchschnitt.

Der persönliche Reichtum, wie die erheblich über dem Durchschnitt liegenden Gewinne der Finanzinstitute sind die Basis für den politischen Einfluss von Wallstreet. Und so heißt es heute, wenn es Wallstreet gut geht, geht es Amerika gut. Früher war der Spruch einmal auf GM gemünzt. Aber das ist Schnee von gestern und das ehemals größte Unternehmen der Welt längst ein Fall für die Schrottpresse.

Das Besondere an der aktuellen Situation ist, welches Ausmaß der politische Einfluss der Finanzindustrie angenommen hat. Simon Johnson, einst Chefvolkswirt des IWF, vergleicht die USA diesbezüglich mit Schwellenländern wie Südkorea oder Indonesien. Welch massiven Einfluss Wallstreet auf die Reform des US-Finanzsystems nimmt, lässt sich schon an einzelnen Personen zeigen. Stephen Friedman z.B., einst Präsident der Fed New York, stolperte zwar über Interessenkonflikte wegen seiner Beziehungen zu Goldman Sachs. Er war gleichzeitig Aufsichtsrat bei der Bank, früher sogar ihr Chef.

In Friedmans Zeit als Aufsichtsrat fiel auch der Wechsel von ex-Goldman-Chef Hank Paulson an die Spitze des Finanzministeriums. Dessen wichtigste Tat war das 700-Mrd-Dollar Hilfsprogramm für Wallstreet. Es sollte freihändig vergeben werden ohne Kontrolle durch andere staatliche Einrichtungen - Ausnahme, die Fed New York. Dass auch Goldman Sachs davon abbekam, dafür sorgte ihr Wechsel von der Investment- zur Geschäftsbank, zu dem die Fed New York als zentrale Bankenaufseherin drängte.

Finanzminister Geithner, vormals ebenfalls Chef der Fed New York, zählt zum Kreis des früheren Finanzministers Rubin, der von Goldman Sachs kam. Der fungiert jetzt als inoffizieller Berater Obamas. Hinzu gehört auch Larry Summers, Nachfolger von Rubin als Clintons Finanzminister, er ist jetzt Obamas wichtigster Wirtschaftsberater. Summers hatte 2008 2,7 Mio. Dollar für Vorträge bei Wallstreet-Häusern eingenommen. Goldman zahlte z.B. 135.000 Dollar für einen eintägigen Besuch. Merrill Lynch gab 45.000 Dollar für einen Kurzbesuch - acht Tage nach Obamas Sieg bei der Präsidentschaftswahl.

Natürlich hat Obama in seinem Wahlkampf von Spenden der Finanzindustrie ordentlich profitiert, aber das ist eher ein Detail. Bei den Mitteln der Einflussnahme von Wallstreet geht es auch nicht so sehr um direkte Zahlungsflüsse, Bestehung und dergleichen. Das ist auch gar nicht nötig. Denn viele hohe Beamte im Finanzministerium haben ihre Karriere an Wallstreet begonnen, weiß Johnson.

Und auf den unteren Ebenen der vergangenen drei US-Regierungen verbreitern sich die persönlichen Verflechtungen noch. Johnson sagt, es sei fast eine Tradition geworden, dass Ex-Mitarbeiter von Goldman Sachs in den Staatsdienst wechseln und er sieht eine ganze Generation von Politikern, die fest an alles glauben, was auch immer die Banken sagen. So wird dafür gesorgt, dass sich die Regulierung des Finanzsektors in Grenzen hält.  

Obama war mit dem Schlachtruf "Change" angetreten.  

Die Änderung besteht darin, den Bock zum Gärtner zu machen, die Mitverursacher der Finanzkrise zur Mitwirkenden bei der Bekämpfung der Folgen zu machen. Deren Rezept sieht vor, die Finanzindustrie, mit Mitteln des Steuerzahlers frisch gestärkt, zum letzten (oder vor-vor-letzten Gefecht?) ausziehen zu lassen.

Die Lehman-Pleite wird mittlerweile schon wieder, wenn auch noch leise, als externer Schock bezeichnet, der die Finanzkrise erst ausgelöst hat. Wie war das noch mit Ursache und Wirkung? Die Ursache, extensives Aufblähen der Verschuldung in neoliberaler Deregulierung, lebt weiter. Nach der privaten ist dieses Mal die öffentliche Hand dran. Ende August erst hat die US-Regierung ihre Prognose für die Neuverschuldung von rund sieben auf über neun Bill. Dollar erhöht.  

Dabei wirkt die Hypothekenkrise immer noch weiter fort. Der Anteil der Problemkredite bei Schuldnern mit hoher Bonität hat sich von fünf auf neun Prozent fast verdoppelt. Diese Prime-Kredite machen rund 80 % des Gesamtvolumens aus, da reicht eine Steigerung um ein paar weitere Prozentpunkte, um die Hypothekenkrise wieder aufflammen zu lassen. Und wo dann noch einmal Billionen an Rettungsgeldern herkommen sollen, ist die Frage. Rund um den Globus haben die G20 bis jetzt Finanzspritzen im Umfang von 12 Bill. Dollar veranlasst.

Bisher gab es eine mehr oder weniger stillschweigende internationale Arbeitsteilung. Die USA kaufen chinesische Waren, China leiht das Geld dazu. Die "Volksrepublik" hielt im Juli US-Treasuries im Volumen von über 770 Mrd. Dollar, gefolgt von Japan mit fast 720 Mrd. Dollar. Dann folgt immerhin schon Großbritannien mit 214 Mrd. Dollar. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verkauften öffentliche und private Investoren per Saldo US-Treasuries im Volumen von 344,7 Mrd. Dollar. China kaufte im selben Zeitraum noch im Wert von 49 Mrd. Dollar, nach 192,3 Mrd. im sechs-Monats-Zeitraum davor.

Sind das frühe Anzeichen einer Aufkündigung dieser Arbeitsteilung? Zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise versicherten alle Staaten im Chor, so auch die USA, auf Protektionismus zu verzichten. Solche nationalwirtschaftliche Abschottung hatte nach 1929 die damalige Krise erheblich verschärft. Jetzt hat Obama besondere Importzölle auf chinesische Reifen verhängt. Die Chinesen wollen auf gleicher Ebene antworten.

Wer kauft die zusätzlichen US-Schulden? Gut, die Fed kauft selbst, entweder direkt oder indirekt über primary Broker/Dealer. Aber das Volumen erreicht nicht im entferntesten das, was notwendig wäre. Was die Struktur der Treasury-Käufe hinsichtlich der Fristenverteilung angeht, so besteht zudem seit einiger Zeit eine klare Präferenz von kurzen Laufzeiten. Die Kreditgeber haben entweder kein Zutrauen in die lange Perspektive ihres Schuldners oder sie finden das Zinsniveau nicht attraktiv genug oder sie sehen eine weitere Dollar-Entwertung. Thema für einen nächsten Beitrag.

Ein Jahr nach der Lehman-Pleite - was gelernt? Nein, Schulden werden mit Schulden bekämpft. Liquidität als Allheil-Mittel. Steuerzahlers Rettungsgeld wird an die Börse getragen und damit eine im historischen Maßstab äußerst bemerkenswerte Expansion der Aktienmärkte angeschoben.

So V-förmig, wie die Bewegung der Aktienkurse das nahe legt, dürfte die Weltwirtschaft kaum "auferstehen". Das mag die Akteure an den Börsen zunächst wenig "jucken". Aber wenn das volkswirtschaftliche Wachstum dauerhaft hinter dem Wachstum des Schuldenanteils am BIP zurückbleibt, ist Trouble vorprogrammiert (siehe Chart!). Schätzungsweise würden nachhaltig mehr als 5 % reales Jahreswachstum benötigt, um den bei den gerade ausufernden Staatsschulden zu vermeiden. Das ist aus meiner Sicht bei den entwickelten Industrieländern völlig unrealistisch.

Wenn schon nicht real, so wenigstens nominal? Das wäre die systemkonforme Lösung - Inflationierung. Nach wie vor ist der Zug hierfür noch nicht angefahren - und möglicherweise bleibt er auch auf dem Abstellgleis stehen. Es wird immer wieder darauf verwiesen, dass die enormen Überschussreserven im Bankensystem per se inflationär wirken. In einer lesenswerten Abhandlung (www.newyorkfed.org/research/staff_reports/sr380.pdf) wird das verneint. Entscheidend ist, wozu sie verwendet werden. Die Autoren schreiben sogar, dass es die Fed in der Hand hat, hieraus möglicherweise entspringenden inflationären Impulsen wirksam zu begegnen. Ich möchte den umgekehrten Schluss ziehen: Wenn es zu deutlicher Inflation kommt, dann ist sie gewollt.

Bei Inflation ist Gold nicht weit. Das Edelmetall kraucht bei einem Euro/Dollar um 1,47 etwas über 1000 Dollar dahin. Ich bezweifele, ob es sich jetzt schon hiervon deutlich nach oben absetzen kann. Unterstellt man beim Euro/Dollar noch ein Potenzial bis 1,4840, würde das den Goldpreis weiter stützen. Aber wahrscheinlicher ist darüber hinaus ein Rückzug bis in den Bereich von aktuell 970. Im Sinne einer langfristig bullischen Ausrichtung wäre das wahrscheinlich sogar "gesünder". Motivation hinter den Goldkäufen scheint mir momentan auch eher im "sicherer-Hafen"-Aspekt begründet, als im Inflationsschutz. Sonst dürften lang laufende US-Traesuries parallel dazu viel stärker unter Druck geraten. Damit bleibt zusammen genommen die Inflationserwartung weiterhin eher gedämpft (siehe Chart!).  

Jeder redet im Vorfeld des G20-Treffens von rigideren Vorschriften hinsichtlich Eigenkapital-Ausstattung und Reservesätzen, so auch Obama. Man darf gespannt sein, was davon am Ende übrig bleibt.

Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Anti Lemming:

Permanent - zu "Peak-Debt" - je oller desto dollar

8
19.09.09 12:06

Der "Peak-Debt" (= das Schulden-Top) dürfte sich rückblickend aus dem Big Unwind ergeben. Der Big Unwind (= die große Rückabwicklung) wiederum wird beginnen, wenn die Fed und das Banken-System die überbordenden Risiken wegen wachsender Aversion - auch seitens ausländischer Anleihekäufer - nicht mehr höher schrauben können.

Zurzeit übernehmen die Staaten massiv die Rolle der "Überschuldners", nachdem die Banken und Verbraucher bereits am Limit sind. Doch auch dieses Füllhorn währt (Währung!) nicht ewig. Je oller desto dollar. Greift der Vertrauensbruch, der seit 2007 das Banken-System in Schach hält, auf die Staaten über, sind diese  "lender of last resort" (= letzte Notnagel des Kreditwesens) ebenfalls diskrediert. Wir bekommen dann - schlagartig - den berühmten Minsky-Moment, ab dem ein langjähriger deflationärer Big Unwind unvermeidlich wird.

Bereits jetzt dürfte kein Banker ernsthaft davon ausgehen, dass "befreundete Institute", die dank der FASB-Aufweichung plötzlich wieder ein positives Eigenkapital haben, tatsächlich vertrauenserweckend und/oder kreditwürdig sind . D.h. in den Hirnen der Verursacher ist die Kreditklemme nach wie vor  virulent. Es handelt sich um eine nachhaltige mentale Schweinegrippe des Finanzsystems.

Die Börsen und Junk-Anleihen-Märkte  (HYG) sind zurzeit noch in ungebrochener Jubel-Laune. Sobald jedoch die nächste größere Banken-Schieflage bekannt wird (Wells Fargo?) - vermutlich über's WE - , könnte an den Börsen buchstäblich der Boden rausfallen. Schon allein, weil sich dann der US-Banken-Stresstest vom Mai als Farce erwiesen hat.

Die Leichtgläubigen, die sich in den letzten sechs Monaten mit durchschnittlich 0,33 % Anstieg pro Tag (= 60 % insgesamt) haben einlullen lassen und sich nun auf der sicheren Seite eines vemeintlich endlos hochdümpelnden "Chart-Zugs" wähnen (analog zu 2003 ff.), werden sich "am Morgen danach" beim Blick ins Depot ihre Augen reiben. K.O.-Zocker, die über Nacht hielten,  werden sich nach dem Down-Gap aus ihren Souterrain-Fenstern stürzen - im vergeblichen Versuch, sich nun selber auszuknocken. Aber gut, ich schweife ab.. ;-)


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Chinas Schweinezüchter treiben die Kupferpreise

7
19.09.09 12:17

Eine Überschrift, welche sicher zum Schmunzeln anregt. Eine Geschichte, die zeigt wie weit die Spekulation fortgeschritten ist, welche extremen Blüten der Hype um Rohstoffe erzeugt. Aber auch eine Geschichte, die zeigt wie weit das Misstrauen, die Angst verbreitet ist, wie sehr Menchen verzweifelt versuchen ihre Ersparnisse zu schützen.

Permanent

Hier der Artikel:
 

«Private Vorräte, die unter anderem die für ihre Spekulationen berüchtigten Schweinezüchter aufgebaut haben, haben offensichtlich eine erhebliche Menge absorbiert. Diese Vorräte werden nicht an den üblichen Handelsmärkten verfürgabr sein», schrieb Goldwyn. Die auf diese Weise gehorteten Nickelvorräte beziffert Goldwyn mit bis zu 20`000 Tonnen.

Kupferpreis hat sich verdoppelt

Auch andere Analysten haben das Horten von Industriemetallen beobachtet. «Leute, die damit gar nichts zu tun haben, haben Kupfer als Wertaufbewahrungsmittel gekauft, so wie sie es mit Gold machen würden», sagte Jiang Mingjun, Analyst bei Shanghai Oriental Futures Co. Diese Metallbestände in Hand Privater lassen den Eindruck «einer starken Nachfrage in China» entstehen, so Jiang weiter. «Aber es sind in der Tag diejenigen, die eine pessimistische Sicht auf die Wirtschaftsentwicklung haben und ihren Wohlstand bewahren, die kaufen.»

http://www.cash.ch/news/boersenticker/..._die_kupferpreise-830236-450

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Stöffen:

Overbought nicht gleich Serious Decline

4
19.09.09 12:28
Noch 'n büschen charttechnisches Hinweiszeugs von C. Swenlin

Gemäß Swenlin hängen die kurz- und mittelfristigen Indikatoren allesamt schwer im Overbought-Bereich, was in "normalen" Märkten einem "Pretty Sell-Signal" gleichkommt. Swenlin weist allerdings darauf hin, dass wir diese Signale bereits kurz vorab schon zweimal gesehen haben, ohne dass es zu einem signifikanten Abschwung gekommen wäre, "but you can also see how twice before these conditions failed to produce any serious decline" und fragt sich allerdings: "Perhaps the third time is charmed?"

Nun, was werden die Algo-Robot-Igor-Progs wohl aus dieser Gemengelage machen?
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Der USA Bären-Thread 260787
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Anti Lemming:

zu thostar - "Ende der Deflation"

10
19.09.09 13:05

"..Wenn sich das Teuerungsmuster der vergangenen drei Monate fortsetzt, könnte sich die Jahresrate im Dezember bei knapp unter drei Prozent zeigen. ... Diese Art von Umschwung passt offensichtlich nicht zu einem derzeitigen Leitzins von wenig mehr als Null. Dennoch haben viele Vertreter der Fed angedeutet, der Tagesgeldsatz könnte noch für eine lange Zeit niedrig bleiben... Einige Fed-Gouverneure haben bereits ihrer Besorgnis über inflationäre Risiken Ausdruck verliehen... Man könnte behaupten, dass die überaus lockere Geldpolitik bereits jetzt eine Blasenbildung bewirkt: bei Anleihen, Aktien, Gold, Rohöl und anderen Rohstoffen."

 

Das aktuelle Hauptproblem der  Amis ist das mit der Rohstoff/Öl/Gold/Aktien/Bonds-Aufblähung einhergehende Dollar-Bashing. Die Chinesen, Japaner und Araber haben bereits ihren Unmut geäußert zum  drastischen Kursverlust des Greenback - allein 5 Cents  seit Anfang September (Chart unten). Dies ist für USA sehr bedenklich, denn sie wollen bei ihren Treasuries-Auktionen, die nächste Woche wieder in Rekordhöhe laufen,  möglichst viele ausländische Bieter bekommen. Die Fed kann ja nicht Alles an Neuschulden in ihrem (Psycho-)Soma Account verstecken.

Die Fed steckt daher in einem Dilemma. Einerseits will sie eine allg. Asset-Inflation, damit die Amis sich über den "Wealth Effect" reich fühlen und mehr konsumieren - und weil Aktiengesellschaften bei hohen Kursen besser ihre Kapitalerhöhungen und Anleihe-Neuemissionen durchbekommen. Für diese Aufblähung will sie - wie 2002 ff. beim Blähen der Hausblase -   die Leitzinsen möglichst lange übertrieben tief  (nahe Null) halten -  auch um die Banken zu sanieren und die Hypokredite billig zu halten.

Andererseits verlief der jüngste Pseudo-Aufschwung fast ausschließlich "auf Pump" - mit Geld aus den Staatsanleihen-Emissionen. Wenn die ausländischen Bieter bei den Auktionen wegen des schwachen Dollars streiken, weil sie fürchten müssen, auf der Währungsebene Verluste zu machen,  ist die aktuelle  Schulden-Sause schnell am Ende. Eine Bieterquote unter 100 % wäre tödlich.

In einem Forex-Forum las ich gestern, dass die Fed das Problem offenbar dadurch in den Griff bekommen will, dass sie eine zeitweilige Schwäche bei Aktien, Rohstoffen usw. "zulässt". Damit würde der jüngste Überschwang korrigiert (sofern kein selbstlaufender Short-Run daraus wird....) und der Dollar würde durch die Carrytrade-Rückabwicklung wieder stärker. Wenn die Auktionen alle durch sind, könnte der Dollar dann erneut fallen gelassen werden.

Erfolgreiche Staatsanleihen-Emissionen sind in USA zurzeit das A & O.  Die kommenden Auktionen müssen bei hoher ausländischer Bieterquote und zu möglichst niedrigen Zinsen durchgebracht werden. Den Amis bleibt daher nichts anderes übrig, als den Dollar auf irgendeine Weise wieder temporär hochbekommen - zu Lasten sämtlicher mit den Dollars in den letzten Monaten finanzierten "Carrytrades" in Asset-Blasen.

Fazit: Ein steigender Dollar ist kurzfristig - solange die Staatsanleihen-Emissionen noch laufen - ein Politikum ersten Ranges.

 


 

Eine weitere Variante, den Dollar zu heben, besteht darin, den Gold-Preis zu drücken. Daran scheint aktuell der IWF zu arbeiten:

Zur Kreditfinanzierung

                           

IWF macht Gold zu Geld

                   

Der Internationale Währungsfonds trennt sich von rund 400 Tonnen Gold, um die ärmsten Länder zu unterstützen [USA? ;-) A.L.] . Das Edelmetall soll so veräußert werden, dass keine Turbulenzen im internationalen Handel entstehen. Vor allem drei Länder dürften nun auf Einkaufstour gehen.

www.ftd.de/politik/international/...gold-zu-geld/50012262.html

 

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Der USA Bären-Thread 260792
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Stöffen:

Schwindendes Vertrauen oder Arbitrage-Effekt?

3
19.09.09 13:12
Governments Lead $22 Billion in Sales of Dollar Bonds

Germany and Austria led governments and companies in Europe selling $21.7 billion of bonds in the U.S. currency this week to take advantage of the reduced cost of exchanging the proceeds back into euros.

The sales were the most since February, according to data compiled by Bloomberg, and also allowed nations including Spain and Belgium to attract a wider range of investors at a time when they need money to fund fiscal-stimulus programs amid the deepest recession since the 1930s.

www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=a.fsJEBUcLRM
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Realize your Dream

2
19.09.09 13:18
Wells Fargo Screenshot vom 18.09.09

Interessant auch hier

Ditech.com advertises loose FHA Loan policies. They highlight “easier qualifying guidelines on FHA loans” and “flexibile credit and income guidelines“.

homeloans.ditech.com/j/i/30887/...d=CN2i6uHU_JwCFeFM5Qod2keqaw
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Der USA Bären-Thread 260795
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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AngelaF.:

Guten Tag allerseits

15
19.09.09 13:25
Habe auch wieder mal etwas einzubringen was einer Erwähnung bedarf:

Es geht um den "Boden" der sich mittlerweile etabliert hat. Ich rede hier nicht vom Boden der Börse (wäre ja auch ein bißchen spät dafür), sondern von dem der Realwirtschaft. Ich würde diesen Boden aber eher als vorläufigen Boden bezeichnen. Hier meine Begründung, ausgehend von meinem Konsumverhalten in der letzten Zeit und vom Konsumverhalten das in meinem Bekanntenkreis zu beobachten war.

Von meinem Konsumwesen her kann man mich in die Kategorie "Wirtschaftsschädling" einstufen, da ich im Normalfall alles was nicht unbedingt notwendig ist, weglasse. Die unnötigen Dinge stellen sich zumeist als Ballast heraus. Ich halte es da mit Stefan Zweig ("Nur die einfachen Dinge enttäuschen nicht") und Henry David Thoreau (hat das sehr empfehlenswerte Buch "Walden" geschrieben).

Ich hatte in den letzten Wochen 3 Mal Ausgaben größeren Ausmaßes (größeren Ausmaßes in Bezug auf meine normalen Einkäufe)

Kauf 1: Dacia Kombi MCV.
Diesen Kauf tätigte ich nur weil in meiner Verwandtschaft ein alter Golf 3 (230.000km, 16 Jahre alt, Wert 0 Euro) einen Motorschaden hatte und der Verwandte sich kein Nachfolgeauto mehr kaufen wollte. Konnte so den Golf abwracken (und 2.500 Euro einstreichen) und auf den Namen des Vewandten den neuen Dacia  bestellen. Der Dacia wird im Winter gefahren um ein anderes Auto (älterer Benz im Topzustand) rostfrei erhalten zu können.

Kauf 2: Einen Wohnzimmerofen den meine Frau schon lange im Visier hatte und den wir vor Kurzem mit 43 % Abschlag vom ursprünglichen Preis erwerben konnten. Gestern war der Kaminbauer da um das Ofenrohr zu setzen und meinte daß wir vor einem Jahr von dem Preis nur hätten träumen können.

Kauf 3: Ein recht hochwertiges Fahrrad bei dem es mir so ging wie meiner Frau mit dem Ofen. Hatte es schon seit Längerem auf dem Radar aber da ich mit Fahrrädern schon sehr ausreichend bestückt bin (meine kleine Konsumschwäche) hatte  ich die ganze Zeit von einem Kauf abgesehen. Letzte Woche habe ich dann doch zugeschlagen da ich bei 55% Rabatt einfach zulangen mußte. Normalerweise kriege ich bei dem Händler bei Neukauf eines Fahrrades zwischen 10% und 15% Nachlaß. Die 15 Prozent aber auch nur bei einem Listenpreis oberhalb von 1500  Euro.

Diese 3 Käufe und die meisten größeren Käufe in meinem Bekanntenkreis sind bezeichnend dafür was momentan passiert. Der Kunde greift nur zu wenn er weiß daß er ein absolutes Schnäppchen macht. Entweder dadurch daß der Händler/Hersteller "die Hosen runterläßt" oder von anderer Seite (Abwrackprämie) etwas zugeschossen wird.

Diese Schnäppchenmentalität führt dazu, daß in Zukunft vom Käufer (bei den nicht unbedingt notwendigen Dingen) entweder weiterhin ruinöse Rabatte erwartet werden oder wenn diese ausbleiben, der Käufer auf den Kauf verzichtet.

Beide Verhaltensweisen sind keine Voraussetzungen für steigende KGV`s der Firmen. Sollten sich die Börsen zukünftig wieder den Realitäten angleichen (was sie bisher früher oder später immer taten, aber das muß in diesen Zeiten nicht unbedingt was heißen) dürften die Kurse ihren Weg nach Süden antreten.

Schönes WE
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Dacia? Find' ich gut!!

5
19.09.09 13:31
;-)))
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Der USA Bären-Thread 260801
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Stöffen:

California must go bankrupt

5
19.09.09 13:38
California must go bankrupt

Commentary: The only salvation from the inevitable is the inevitable

Various economic reports have come and gone over the past few months, but the worst so far, at least for California, is the latest UCLA Anderson Forecast. It painted a grim picture for the Golden State, with unemployment going above 12% and lingering in the double digits until 2012.

www.marketwatch.com/story/...ornia-must-go-bankrupt-2009-09-18
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Contrade 121:

California's Pleite?

4
19.09.09 13:44
So what, mag sich einer dabei denken. Die USA sind in der Lage, selbst bei nicht konkurrenzfähigen Unternehmen wie GM innerhalb von 40 Tagen umzustrukturieren und profitabel zu machen. Das Projekt heißt natürlich: "Yes, we can"

Sorry, aber ein bisschen Sarkasmus ist erlaubt, oder?
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Anti Lemming:

UCLA Prognose - USA-weit und für Kalifornien

4
19.09.09 14:05

UCLA Anderson Forecast: Worst National Recession in Seven Years Likely Ended this Quarter, but Remains Impactful for the Rest of the Decade

California will Join the Nation in Recovery, Despite a Contracting Public Sector

 
 
LOS ANGELES, September 16, 2009 - In its third quarterly report of 2009, the UCLA Anderson Forecast concludes that the worst recession in seven decades likely ended in the current quarter, but then states that the negative impact of the downturn will last well into the next decade. Simply put, the Forecast believes that the roots of the recession originated in consumer over-indebtedness and that consumer spending, necessary for a robust recovery, will be tempered both by the unwillingness of financial institutions to lend and for consumers unwillingness to borrow. In California, the UCLA Anderson Forecast tentatively asserts that the state will join the nation in its economic recovery, but the incipient contraction of state and local government will damper the impact of the national resurgence for at least the near future.

The National Forecast

In a report titled, “The Long Goodbye,” UCLA Anderson Forecast Senior Economist David Shulman states, “ … after four quarters of decline, economic growth is resuming. We forecast that real GDP will increase at 2.1% in the current quarter and 2.3% in the fourth quarter. For all of 2010, we forecast quarterly growth to average 2% with noticeable improvement at the end of the year.” [Der Konsens rechnet mit 3 bis 3,5 % Wachstum in 2010, was im aktuellen SPX-Stand auch - die Realität verkennend - eingepreist ist. Bei 2 % Wachstum in 2010 ist nach Rosenberg ein SPX-Stand von 850 angemessen -   A.L.]  Sluggish overall growth is predicted, as the unemployment rate will be above 10% well into next year. Shulman adds that the majority of short-term growth will come from a dramatic reversal in inventories, where after plunging at a revised annual rate of $159 billion in the second quarter, real inventories are expected to increase by $12 billion in the fourth quarter of this year. Two other important swing factors will be the recovery in exports and the long awaited rebound in residential construction.

Shulman’s cautious view regarding growth rests on the belief that after a two decade spending spree, first rooted in rising stock prices and later on rocketing home prices fueled by easy credit, has ended. Consumers, rather than relying on rising asset prices, will be saving as they did in the past, by a reduction in current consumption. Simply stated, “Credit impaired lower income consumers can’t spend the way they used to and wealth impaired affluent consumers won’t,” Shulman writes.

The California Forecast


In California, there exists good news – all of it emanating from outside of Sacramento. In a report titled, “Will California Watch the Take-Off from the Tarmac Once Again?” UCLA Anderson Forecast Senior Economist Jerry Nickelsburg states that the in housing markets, where prices have adjusted to levels that make existing homes more affordable, sales are increasing and conditions are ripe for new residential construction. In trade and manufacturing, there is new evidence that demand for California-produced goods is increasing. Even in the very weak consumer sector, there are indications that the collapse of hospitality, retail, wholesale and transportation employment may be coming to an end.

But the downside is unemployment, which Nickelsburg says is “ugly” and will remain so for some time to come. “More rapid growth than can be expected over the next twelve months would be required to bring the unemployment rate down,” Nickelsburg writes, asserting that the still-contracting state and local government sector only compounds the unemployment problems.

Overall, the forecast for California remains much as it did in June, the only change being a slightly more optimistic national forecast driven by increased consumer confidence and an increased demand for California produced goods. But no dramatic events have occurred to change the general nature of the forecast. On an annual basis, employment is forecast to contract -3.7% in 2009 and will barely grow at a 0.2% rate in 2010. The unemployment rate will grow to a high of 12.2% for 4th quarter 2009 and will average 11.6% for the year. Though the state economy will be growing by 2011, it will not produce enough jobs to get the unemployment rate below double digits until the end of that year.


http://www.uclaforecast.com/contents/archive/2009/media_91609_1.asp

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Contrade 121:

Barclay's Spitzfindigkeit...

10
19.09.09 14:08

ein kleines Beispiel, wie weit die Öffentlichkeit von der Wiedergewinnung des Vertrauens in die Banken ist:

Deal wie vor der Krise                            

Zurück in die Zukunft mit Barclays

                                   

Kommentar Strukturieren, umverpacken, verschieben: Die britische Bank weiß, wie man mit Milliardenportfolios kreativ umgeht. 45 Ex-Mitarbeiter bekommen einen Kredit für eine Cayman-Firma mit 28er-Hebel, um sich um 12 Mrd. $ an Giftpapieren zu kümmern. Eine Rechnungslegungsarbitrage bester Güte.

                         

                                                       von Matthias Pindter  Frankfurt              

Eigentlich muss man Barclays  lieben. Wo andere Banken einknicken, zumindest in ihrer öffentlichen Kommunikation, bleibt Barclays standhaft. Die Bank liebt das politisch Unkorrekte und hat keine Angst vor Anfeindungen. Höchstens, wenn sie wirklich mal geschäftsschädigend wirken könnten. So etwa, als interne Dokumente aus Barclays Spezialabteilung für Steueroptimierung auftauchten.
Da holte die Bank noch nachts um drei eine Richterin aus dem Bett, damit sie umgehend die Löschung der entsprechenden Dokumente von der Webseite des "Guardian", veranlasse. Denn die Structured Capital Markets Abteilung war eine Goldgrube. Steuerverminderungen von bis zu 1 Mrd. $ soll sie in ihren besten Jahren für Kunden rausgeholt haben. Mittels fürwahr sehr strukturierter Transaktionen.
 
Bei anderen kontroversen Themen wurde die Öffentlichkeit weniger gescheut. So, als man sich jede Einmischung und Kapitalspritze des Staates verbat. So, als man bei den Managervergütungen immer großzügig blieb. So, als man es genau anders als die anderen Banken machte und seine Perlen in der Vermögensverwaltung verkaufte, dafür aber das Investmentbanking ausbaute.
Und jetzt sorgt die Bank wiederum für einiges Aufsehen mit einer Millardenverschiebung eines Giftpapierportfolios, die fast alle Merkmale der hochverpönten Schiebereien aus der Vorkrisenzeit aufweist.
Zwar ist man auf Indizien angewiesen und wird die wirklichen Motive und Absprachen hinter dem 12,3-Mrd-$ Deal wohl so schnell nicht erfahren. Doch das, was über die Transaktion bekannt ist, reicht, um zumindest hier und dort mit der Stirn zu runzeln.
 
Wir fassen zusammen: 45 Mitarbeiter von Barclays Capital, die bisher mit der Strukturierung, dem Vertrieb und dem Eigenhandel mit - genau - strukturierten Papieren ihr Geld verdienten, werkeln an der Auslagerung eines 12,3-Mrd.-$-Giftportfolios von Barclays. Das Vehikel namens "Protiuum, welches dieses Portfolio übernimmt, werden sie anschließend selber verwalten, weshalb sie die Bank nun verlassen.
Auf eine Abfindung verzichten sie großzügig. Denn das von ihnen geschnürte Paket läßt zumindest aus ihrer Sicht kaum Wünsche offen: Barclays leiht ihnen zum Kauf des Portfolios 12,6 Mrd. $. Sie selber, sowie zwei andere nicht genannte Investoren, statten hingegen Protium mit 450 Mio. $ Eigenkapital aus. Anders ausgedrückt: Barclays gewährt seinen vormaligen Mitarbeitern einen Kredit, der das Eigenkapital um den Faktor 28 übersteigt.
Ein kecker Hebel. Zumal selbstredend an einer Wertaufholung des Portfolios lediglich Protium verdienen würde. Und einige Analysten gehen davon aus, daß es sich nach den bereits vorgenommenen Abschreibungen auf das Portfolio durchaus lohnen könnte, dieses in den eigenen Büchern auszusitzen. Verwaltet wird Protium, Sitz auf den Cayman Islands, von C12 Capital Management. So heißt die neue Firma der 45 Ex-Barclays-Banker.
Für die Verwaltung erhält C12 jährlich 40 Mio. $ von Protium. Diese Verwaltungsgebühr sowie die sieben Prozent, mit denen Protiums Eigenkapital verzinst werden, sind vorrangig. Werden also bezahlt, bevor Barclays Zinsen und Tilgung von Protium erhält. Das ist mal eine ganz neue Definition von Eigenkapital, welches sonst als letztes bedient wird. Aber Innovationsarmut konnte man den Bankern von Barclays noch nie vorwerfen.
 
Und was hat nun Barclays von der ganzen Transaktion? Zumal sie in den Augen der Regulierer nichts an Barclays relevanten Risiko- und Eigenkapitalkennzahlen ändern wird? Nun, zum einen hat die Bank im Falle eines weiteren Abschreibungsbedarfs 450 Mio. $ Puffer zwischen sich und dem Portfolio plaziert. Und zum anderen kann die Bank das Portfolio anders bilanzieren.
So muss keine lästige Bewertung zu aktuellen Kursen (mark-to-market) mehr vorgenommen werden - im Falle einer Monoliner-Pleite etwa sänke der Buchwert des Portfolios. Solange Protium seine Zinsen bezahlt, hat Barclays damit mögliche Schwankungen aus den Büchern ausgelagert. Rechnungslegungsarbitrage nennt man das in der City.
Ähnliches war bekanntlich vor zwei, drei Jahren der große Renner - damals war es Regulierungs- oder Steuerarbitrage. Nur nennt es Barclays es nicht mehr Conduit oder SIV, sondern "the derecognition of assets". Ein Bravo für diesen Euphemismus und ein Bravo an die 45 Mitarbeiter. Von der Rückkehr des Vertrauens in den Bankensektor sind wir damit nur noch Millimeter entfernt.
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Stöffen:

Consumers Decide "Less Is More"

7
19.09.09 14:13
Consumers Decide "Less Is More"

Mishs Comment zur Blumbärchs Konsumenten-Umfrage

Only 8 percent of U.S. adults plan to increase household spending, almost one-third will spend less, and 58 percent expect to “stay the course,” a Bloomberg News poll showed. More than 3 in 4 said they reduced spending in the past year.

[….] A collapse in consumer credit of this magnitude has not occurred since WWII. Even still, in the face of only 1 of 6 who think things will get worse, nearly 33% of consumers plan on spending less.

Mit dem hier vom Permanent heute eingebrachten Artikel zum Peak Credit hatte sich Mish schon eindrücklich in 2008 auseinandergesetzt, Link dazu auch im aktuellen Mish-Artikel.

globaleconomicanalysis.blogspot.com/2009/...-less-is-more.html
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 260806
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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thostar:

Pusher allerorten in allen Threads

6
19.09.09 17:51
finde ich sehr auffällig; selbst dort, wo bisher nicht mit den Hufen gescharrt wurde oder wo es ausschliesslich sehr charttechnisch zuging, wird von BigBoyz mit dem massenhaften Geld palavert.
Aber wenn wir schon von den angeblichen Aktiengewinnen sprechen, sehen wir uns doch mal an, was der Dow an Wert gewonnen oder verloren hat über die Jahre - für einen europäischen Investor.
Wenn man in 2003 den Dow kaufte mit seinen Euros, hatte man am Höhepunkt 25% Plus und jetzt gerade 25% Minus. Auf Jahressicht beträgt die Divergenz nach oben oder unten nur noch ~10%. Da kann ich gleich meine Euros behalten und auf dem Sparkonto lassen mit sicheren Zinsen statt zu versuchen, mit amerikanischen Durchschnittswerten Geld zu verdienen.  In Amerika ist für uns einfach nichts zu holen ;-)
(Verkleinert auf 76%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 260820
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Stöffen:

Pigs get slaughtered

9
19.09.09 19:45
Die steigenden Kurse haben vielen Teilnehmern die Köpfe verdreht und das bestätigt eigentlich die Theorie, dass die Kurse das Bewusstsein bestimmen, vielfach liest man schon bereits so einen Total Crap wie: die kommenden Mega-Hausse, das Super-V, usw,usf.
Ok, wenn diese Member der Überzeugung sind, dass die Entwicklung einen dementsprechenden Verlauf nimmt, na bitte, so sollen sie sich demgemäß positionieren und ihr Glück versuchen.

Nach zwei geplatzten Blasen innerhalb weniger Jahre sollte man jedoch zumindest geschnallt haben, mit wem man da mittlerweile am Tisch sitzt. Eine gute Aussage dazu lautet:
"When I was young, and sometimes got in some serious poker games, I learned very quickly that if you don't know who the mark is at the table, it's probably you." Bezeichnenderweise steht auch der DAX rein punktemäßig heute exakt dort, wo er sich bereits vor 10 Jahren befand.

Ich für meinen Teil hatte ebenfalls schon früh auf eine Bärenmarkt-Rally bzw. auf einen Reflexive Rebound im Februar d.J. aufmerksam gemacht, war selbst long bis zu den ersten Mai-Tagen und Kudos demjenigen, der es vom 6.März bis heuer long durchgestanden hat.

Aber wie schaut’s aktuell aus? Sollte derjenige, der die Rally verpasst hat, jetzt noch einsteigen? Nach einem spektakulären 60%igen Anstieg im Laufe diesen Jahres ist dies unter CRV-Gesichtspunkten vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert, obwohl natürlich die Cheerleader weiterhin die Bullen-Trommel rühren, Laszlo Birinyi z.B. sieht aktuell den SPX zum Jahresende bei 1200 Pünten.

Die Frage, welche sich natürlich logischerweise auch hier im Bären-Thread aufgeworfen hat, inwieweit die Kursstände der Börsen mit den Fundamentals korrelieren. Und da muss man klarerweise einfügen, dass das, was die Börsen bei den jetzigen Kursständen an künftiger wirtschaftlicher Entwicklung einpreisen, nicht nur aus meiner Sicht recht unrealistisch erscheint, der Markt ist also schlicht und ergreifend recht overvalued. Im März zu kaufen, das war schon ok, aber die Zeit der Schnäppchen ist leider vorbei, sorry.

Es mag gut sein, dass die Märkte aus Gründen der Liquidität, aus technischen Gesichtspunkten, aufgrund der GS-HF-Trading-Programme oder was auch immer durchaus noch ein Stück weiter hochlaufen. Von daher wird es in dieser Zeit um den Bären oder Contrarian eher still bleiben. Das Gejohle des Masse wird zunehmen, die Risiken werden ausschweifender, die meistgelesensten Threads bei Ariva werden evtl. den Junk-Stocks zuzuordnen sein und mancher Bulle wird möglicherweise völlig ausflippen.

Ab diesem Moment wird die Downside wahrscheinlich wieder recht ordentliches Potenzial bieten.

Bulls make money, Bears make money but Pigs get slaughtered ;-)))
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Dreiklang:

Stöffen, short gehen ist viel geiler als long

3
19.09.09 20:20
....long kann jeder und es entspricht halt auch dem klassischen Investorenverhalten. Allerdings ist short riskanter, deswegen ja auch "short" im zeitlichen Rahmen.

:)
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wawidu:

Trug und Realität (1)

4
19.09.09 20:32
Seit März d.J. ist der DJ US Railroad Index um fast 85 % gestiegen.
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 260831
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wawidu:

Trug und Realität (2)

9
19.09.09 20:50
Und so sieht die Situation im Eisenbahntransportsektor wirklich aus:

www.ttnews.com/articles/printnews.aspx?storyid=22746

Im Intermodal Traffic werden i.d.R. höherwertige Güter auf Schiene und Straße in einem logistischen Verbund transportiert.

Der angehängte Chart stammt aus dem Rail Freight Traffic Report der Atlantic Systems Inc. (ASI) vom 12.09.09, der alle Frachtdaten der USA, Kanadas und Mexikos reflektiert. What about "Recovery"?
Der USA Bären-Thread 260832
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