Router-Ausfall bei der Telekom: Technikversagen oder Hackerangriff?

Montag, 28.11.2016 12:55 von

Router-Ausfall sorgt für Unmut bei Telekom-Kunden
Router-Ausfall sorgt für Unmut bei Telekom-Kunden - © Eplisterra istockphoto.com
Seit Sonntagnachmittag sind insgesamt rund 900.000 Router von den massiven Störungen im Netz der Deutschen Telekom betroffen. Nachdem das Unternehmen erst von einem Systemausfall ausgegangen war, wird nun auch ersten Spuren eines Angriffs von außen nachgegangen.

"Wir haben erste Hinweise darauf, dass wir möglicherweise Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sind", sagte ein Telekom-Sprecher am Montagmorgen der dpa. Zumindest würden Analysen der IT-Sicherheit und der Forensiker bei dem Telekommunikationsunternehmen zu diesem Schluss kommen.

Bundesweit 900.000 Router betroffen

Nach Angaben der Telekom können sich rund 900.000 Geräte nicht mehr in das Netz der Deutschen Telekom einwählen. Dabei sei nicht das Netz selbst gestört, sondern die Identifizierung der Router bei ihrer Einwahl, erklärte der Sprecher. Der Ausfall betreffe zwar das gesamte Bundesgebiet, beschränke sich aber auf bestimmte Router-Typen. Welche Modelle dies konkret sind, konnte bisher jedoch noch nicht geklärt werden. Folglich müssen hunderttausende Kunden auf Telefonie, den Internetzugang und das Online-Fernsehen verzichten.

Erste Erfolge bei der Problemlösung

Nachdem Telekom-Experten und Router-Hersteller zur Störungsbehebung bereits am Sonntag auf Hochtouren arbeiteten, wurde am frühen Montagmorgen eine neue Software in das Telekom-Netz eingespeist. Betroffenen Kunden riet das Unternehmen am Vormittag erneut, den Router kurz vom Stromnetz zu trennen, eine Zeit lang zu warten und dann wieder einzuschalten. Das Software-Update solle bewirken, dass sich viele Router nach dem Neustart wieder in das Netz einwählen könnten. Am späten Vormittag dann die ersten Erfolge: Auf seiner Facebook-Seite "Telekom-hilft" meldete das Unternehmen um 11:45 Uhr, dass sich "eine deutliche Verbesserung der aktuellen Situation" verzeichnen lasse und "die Zahl der betroffenen Kunden" zurück gehe. Dank Strom-Reset könne das Problem in den meisten Fällen behoben werden.

Kunden wütend und Anleger entspannt

Die Wut zahlreicher Telekom-Kunden entlud sich in den sozialen Netzwerken. Betroffene machten ihrem Ärger Luft, diskutierten über einen möglichen Anbieterwechsel und forderten Gutschriften. An der Börse war die Stimmung am Montagmorgen jedoch weniger aufgeheizt. Trotz der Negativ-Meldungen notierte die Telekom-Aktie am Mittag mit 14,74 Euro nur knapp im Minus und war am Vormittag auch schon leicht im Plus. Am Seitwärtstrend der vergangenen Monate scheint sich somit vorerst nichts zu ändern.