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ROUNDUP: Wirtschaftsminister Gabriel bricht zu Reise nach China auf

Montag, 31.10.2016 05:55 von

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bricht am Montag zu einem China-Besuch auf. Stationen der Reise vom 1. bis 5. November sind nach Angaben seines Hauses die Hauptstadt Peking, die Wirtschaftsmetropole Chengdu und die Sonderverwaltungszone Hongkong. Vorgesehen sind unter anderem Gespräche mit Regierungsvertretern. Ziel der Reise ist die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen und das Werben für fairen Wettbewerb zwischen den Partnern. Ansprechen wollte Gabriel während seiner Reise auch die Menschenrechtslage in dem ostasiatischen Land. Der Besuch erfolgt inmitten einer Debatte über chinesische Investitionen in Schlüsseltechnologien in Deutschland und Europa.

Angesichts gehäufter Übernahmen deutscher Firmen durch chinesische Investoren will Gabriel heimische Schlüsseltechnologien besser schützen. Es müsse klar sein, "dass Deutschland und Europa sich für die Zukunft Instrumente schaffen werden, um sicherheitsrelevante Technologien zu schützen, wo dies geboten ist", schreibt Gabriel in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). "Wir werden auch weiterhin ausländische Investoren mit einem echten wirtschaftlichen Interesse willkommen heißen. Wir werden aber Fälle zu unterscheiden lernen, in denen ein staatlich beherrschtes Unternehmen Technologieaneignung mit geopolitischer Machterweiterung verbindet."

Chinesische Unternehmen hatten in Europa zuletzt mit mehreren großen Übernahme-Angeboten für Aufsehen gesorgt. Aktuell laufen Übernahmeangebote für den Produktionsmaschinen-Hersteller Aixtron und für die Osram-Sparte Ledvance - diese sind aber in der Schwebe, weil Gabriels Ministerium die Übernahmen noch genauer unter die Lupe nehmen will.

Deutschland sei eine der offensten Volkswirtschaften der Welt, schreibt der Minister. "Umso schwieriger ist es für uns, dass in China Direktinvestitionen durch europäische Unternehmen immer weiter erschwert und nur unter diskriminierenden Auflagen erlaubt werden, China selbst aber mit einer langen Liste interessanter Unternehmen bei uns auf Einkaufstour geht - mit der erkennbaren Absicht, sich strategische Schlüsseltechnologien anzueignen."

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte der Minister, die chinesischen Regeln machten es immer schwieriger, dort zu investieren. "Wenn China den Status einer Marktwirtschaft bekommen will, dann muss es auch so handeln." Nötig seien gleiche Behandlung und Bedingungen auf beiden Seiten.

Der Asien-Pazifik-Ausschuss (APA) der deutschen Wirtschaft dringt ebenso auf eine Gleichbehandlung deutscher Firmen in China. Es gebe nach wie vor gravierende Zugangsprobleme in den chinesischen Markt, sagte der APA-Vorsitzende Hubert Lienhard der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele nannte der Voith-Vorstandschef den Joint-Venture-Zwang in vielen Branchen, Benachteiligungen bei öffentlichen Ausschreibungen und Zulassungsverfahren, die die Produkte ausländischer Hersteller benachteiligten.

Lienhard warnte aber auch vor protektionistischen Reflexen. China und Deutschland seien als exportorientierte Länder besonders abhängig von offenen Märkten. "Nun darüber nachzudenken, wie wir diese Offenheit einschränken können, weil andere bei sich das auch tun, halte ich für den falschen Weg." Der APA-Vorsitzende fügte an: "Wir wollen aber schon den Druck erhöhen auf Länder, die bei uns investieren und hier einen offenen Markt vorfinden, ihren Markt aber nicht in gleichem Maße geöffnet haben."/kf/seb/DP/zb