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ROUNDUP: Merck setzt auf Entwicklungspipeline - 4 Milliarden Euro neuer Umsatz

Donnerstag, 13.10.2016 12:03 von

DARMSTADT (dpa-AFX) - Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA (Merck KGaA Aktie) setzt in den kommenden sechs Jahren auf seine Entwicklungspipeline. Bis 2022 will das Darmstädter Unternehmen mit neuen Produkten Umsätze in Höhe von vier Milliarden Euro erzielen, wie Vorstandschef Stefan Oschmann am Donnerstag auf einem Kapitalmarkt-Treffen ausführte. Dazu soll die Pharmasparte mit neuen Medikamenten zwei Milliarden Euro beitragen. Das Laborgeschäft und die Spezialchemie inklusive Flüssigkristalle sollen jeweils eine Milliarde Euro neuen Umsatz liefern.

Für den aktuell größten Hoffnungsträger im Pharmabereich, den Medikamentenkandidat Avelumab, will Merck noch in diesem Jahr erste Zulassungsanträge in den USA und in Europa einreichen. Ursprünglich hatte das Unternehmen eine erste Einreichung bereits für das dritte Quartal angekündigt. Es habe sich "an der Situation zu Avelumab nichts geändert", sagte Oschmann. Ein weiterer neuer Umsatztreiber soll die Tablette Cladribin bei Multipler Sklerose sein, deren Zulassung die Behörden aktuell prüfen.

In der Laborsparte läuft die Integration des übernommenen Ausrüsters Sigma-Aldrich unterdessen besser als erwartet. Ende 2016 werden dem Unternehmen zufolge 105 Millionen Euro anstelle von bisher erwartet 90 Millionen Euro an jährlich wiederkehrenden Kostensynergien gehoben. Auch sollen die gesamten mit dem Zukauf verbundenen Synergien höher ausfallen als bisher angenommen - 280 Millionen Euro jährlich statt wie bisher angenommen 260 Millionen Euro. Die Übernahme des US-Unternehmens war mit 17 Milliarden US-Dollar die bisher größte in der Geschichte von Merck. Mit Blick auf die Spezialchemiesparte kündigte Merck für das kommende Jahr die Einführung einer neuen Flüssigkristallgeneration an.

Finanzvorstand Marcus Kuhnert zufolge bleibt Merck zunächst bei seiner aktuellen Politik, keine größeren Zukäufe im Volumen von über 500 Millionen Euro anzustreben. Ausnahme sei, wenn sich so ein Zukauf durch Veräußerungen finanzieren ließe. Zudem soll die Nettoverschuldung künftig wieder weniger als das Doppelte des bereinigten operativen Gewinns betragen. "Wie nach den großen Akquisitionen der Vergangenheit arbeiten wir auch nach dem Zukauf von Sigma-Aldrich an einer raschen und durchgreifenden Entschuldung des Konzerns und wollen bis 2018 wieder einen Verschuldungsgrad von unter 2 erreicht haben", sagte Kuhnert. "Dann sind auch wieder größere Akquisitionen denkbar."/nmu/she/stb