ROUNDUP/IEA: Boom bei Solar und Windkraft - Kohle auf dem absteigenden Ast

Dienstag, 25.10.2016 15:14 von

SINGAPUR (dpa-AFX) - Das rasante Wachstum erneuerbarer Energien übertrifft die Erwartungen der Experten. Allein in China wurden 2015 jede Stunde zwei Windturbinen installiert, wie die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Singapur berichtete. Weltweit seien jeden Tag eine halbe Million Sonnenkollektoren aufgestellt worden. Die Agentur rechnet deshalb jetzt bis 2021 mit 13 Prozent mehr Wachstum bei erneuerbaren Energien als noch vor einem Jahr. Der Anteil an der Stromversorgung steige bis dahin von 23 auf 28 Prozent.

2015 war nach IEA-Angaben ein Rekordjahr: erstmals sei mehr als die Hälfte der neu installierten Stromkapazität auf Basis erneuerbarer Energien gebaut worden, vor allem Wind- und Sonnenenergie. Erstmals hätten erneuerbare Energien Kohle als größte Quelle der installierten Energiekapazität abgelöst. 2015 seien 153 Gigawatt Kapazität aus nachhaltigen Quellen hinzugekommen, 40 Prozent davon in China. Gerade in Asien treibe nicht nur der Klimawandel den Markt, sondern auch der Wunsch nach besserer Luft und nach mehr verschiedenen Energiequellen.

Der Vormarsch gehe auf klare Vorgaben der Politik, etwa beim Klimagipfel im vergangenen Dezember in Paris, und die deutlich niedrigeren Kosten zurück. Vor allem die USA, China, Indien und Mexiko preschten voran. "Wir sind Zeugen einer Transformation der globalen Strommärkte, angeführt von erneuerbaren Energien", sagte der Exekutivdirektor der IEA, Fatih Birol. "Was das Wachstum angeht, wander der Schwerpunkt in die aufstrebenden Märkte."

Im Bereich Heizen und Transport müsse aber noch deutlich mehr an erneuerbaren Energien gearbeitet werden, und für viele ärmere Länder seien die Kosten der Installation noch zu hoch, schreibt die IEA.

In Deutschland ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums von 2015 innerhalb eines Jahres von 26 auf rund 30 Prozent gestiegen. Steinkohle und Braunkohle machten zusammen gut 42 Prozent aus./oe/DP/stb