ROUNDUP: DGB beklagt abnehmendes Niveau der Ausbildung

Donnerstag, 01.09.2016 05:58 von

BERLIN (dpa-AFX) - Zum Start des Ausbildungsjahres hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein teils abnehmendes Niveau der Ausbildung kritisiert. "Die duale Ausbildung war jahrzehntelang der Garant für gute Fachkräfte, die Qualität der Ausbildung schwindet aber in vielen Bereichen", sagte stellvertretende DGB-Vorsitzenden Elke Hannack unmittelbar vor der Vorstellung einer neuen DGB-Studie zum Thema der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Wer jetzt über unbesetzte Ausbildungsplätze klagt, muss qualitativ gute Ausbildungsplätze mit Perspektive anbieten", forderte Hannack. Zum Stand Ende Juli waren noch mehr als 170 000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Bei den Agenturen für Arbeit waren 24 000 mehr Ausbildungsangebote als suchende Jugendliche gemeldet. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte auf Probleme für viele Unternehmen hingewiesen. "Ihnen gehen die Bewerber aus", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Viele Unternehmen würden intensiv für ihre Ausbildung werben.

Hannack sagte, Ausbildungsplätze mit Perspektive müsse es auch für junge Menschen geben, die Unterstützung brauchen. "Hier sind deutlich mehr Anstrengungen der Arbeitgeber notwendig." Nur so bleibe die duale Ausbildung für junge Menschen attraktiv und könnten die Fachkräfte von morgen gesichert werden.

Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte Unternehmen am Vortag zur Einstellung auch schwächerer Azubis aufgerufen. Unternehmen sollten auch jenen eine Chance geben, die sie auf den ersten Blick nicht einstellen würden, sagte Nahles. Der Bund stelle über die Bundesagentur für Arbeit umfangreiche Fördermöglichkeiten bereit.

Nach dem 1. August beginnt das Ausbildungsjahr teils nun auch am 1. September. Der DGB stellt an diesem Donnerstag dazu in Berlin eine Studie über die aktuellen Bedingungen für Azubis vor./bw/DP/zb