Raus aus der digitalen Vertrauensfalle

Montag, 19.09.2016 06:20 von

Bei den dominierenden Internetunternehmen aus dem Silicon Valley fällt ein Widerspruch auf: Sie sind einerseits ökonomisch extrem erfolgreich. Andererseits rangieren sie ganz hinten, wenn es um Vertrauenswürdigkeit geht.

Das ist gefährlich. Natürlich für die Unternehmen, deren Geschäftsmodelle primär auf der Datenauswertung beruht. Aber auch für unsere Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes. Die Digitalisierung hat das Potenzial, das Leben besser zu machen: durch mehr Sicherheit im Straßenverkehr beispielsweise, denn selbststeuernde Autos sind nicht abgelenkt, müde oder betrunken. Oder durch erfolgreichere medizinische Therapien, die durch die Auswertung riesiger Datenmengen entwickelt werden können.Die Digitalisierung beruht aber auf dem Vertrauen der Menschen. Und das ist durch das Verhalten von Unternehmen und überambitionierten Sicherheitspolitikern gefährdet. Dabei können wir eine Menge tun, um das Vertrauen der Menschen zu stärken. Zunächst: Es gibt kein Vertrauen ohne Transparenz. Die Menschen müssen verstehen, wofür ihre Daten genutzt werden und sie müssen bewusst darüber entscheiden können. Ein Beispiel: Im Schnitt umfassen Datenschutzhinweise heute 2500 Wörter. Und die liest so gut wie niemand. Was die Menschen brauchen, sind kurze klare und verständliche Zusammenfassungen. Die Telekom hat ihre Datenschutzhinweise deshalb jetzt auf einer Seite zusammengefasst.Transparenz alleine reicht aber nicht aus. Wir brauchen zudem auch wirksame Systeme, um Daten zu anonymisieren beziehungsweise zu pseudonymisieren, wo kein direkter Personenbezug nötig ist. Das gilt etwa für die Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs. In Europa haben wir durch die Datenschutzgrundverordnung eine gute Grundlage, digitale Geschäftsmodelle und hohe Datenschutzstandards zusammenzubringen. Wir müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass diese Standards weltweit gelten.

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