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Moody's-Schelte schickt Istanbuler Börse auf Talfahrt

Montag, 26.09.2016 13:20 von

Die Einstufung türkischer Anleihen als "Ramsch" hat die Istanbuler Börse am Montag in Aufruhr versetzt. Investoren warfen Schuldtitel des Landes in hohem Bogen aus ihren Depots.

Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel um einen knappen Prozentpunkt auf bis zu 10,01 Prozent. Gleichzeitig rutschte der Leitindex der Istanbuler Aktienbörse um bis zu 4,5 Prozent ab. Das ist der größte Kursrutsch seit dem gescheiterten Putsch von Mitte Juli. Auch die türkische Währung geriet unter Druck. Euro und Dollar (Dollarkurs) verteuerten sich um jeweils mehr als ein Prozent auf 3,3658 und 2,9981 Lira.

Die Herabstufung der türkischen Bonität durch die Ratingagentur Moody's (Moody's Aktie) werde einen Abfluss ausländischen Kapitals auslösen, schrieb Gökce Celik, Chef-Volkswirtin der Finansbank, in einem Kommentar. Das Land ist zur Finanzierung seines Leistungsbilanzdefizits auf Fremdkapital angewiesen. Die Experten der US-Bank JPMorgan hatten im Juli vorhergesagt, dass ausländische Investoren bis zu zehn Milliarden Dollar aus der Türkei abziehen könnten, sollte deren Bonität auf Ramschniveau gesenkt werden.

Moody's benotet die Kreditwürdigkeit des Mittelmeeranrainers aktuell nur noch mit "Ba1". Damit verlieren türkische Bonds das Gütesiegel "Investment Grade". Dadurch sind einige Institutionelle Anleger wie Pensionsfonds oder Lebensversicherer gezwungen, sich von diesen Papiere zu trennen. Die Moody's-Experte begründeten ihren Schritt mit den verschlechterten Wachstumsaussichten. Außerdem belaste nach dem gescheiterten Militärputsch das Vorgehen der Regierung gegen Kritiker das Investitionsklima.

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