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Kritik an geplantem Verbot von Onlinehandel mit Arzneien

Sonntag, 30.10.2016 14:48 von

BERLIN (dpa-AFX) - Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, lehnt das von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplante Verbot des Onlinehandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten ab. "Den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu verbieten, würde ich nicht empfehlen. Durch eine solche Maßnahme wird der Wettbewerb mit Medikamenten im Versandhandel behindert, obwohl gerade dieser künftig an Bedeutung gewinnen wird", sagte Wambach, der auch Vorsitzender der Monopolkommission ist, dem "Mannheimer Morgen" (Samstag).

Man sollte nicht übersehen, dass der Versandhandel für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung eine wichtige Funktion erfülle. Die bisherige Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten habe für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung durchaus auch Nachteile. So haben Apotheken derzeit Anreize, sich vor allem dort anzusiedeln, wo die Anzahl an Verschreibungen besonders hoch ist. "Deshalb ist in Deutschland auch die Apothekendichte in den Städten besonders hoch", sagte Wambach./ro/DP/he