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Irgendwas mit Refugees

Freitag, 11.11.2016 14:20 von

Die Firma von Herrn K. möchte bewusster werden. Kann da ein Hilfsprojekt mit Kindern, Frauen oder mit niedlichen Tieren helfen? Oder irgendwas mit Flüchtlingen? Fest steht: Für Herrn K. war Bewusstsein früher einfacher.

Die Firma von Herrn K. möchte bewusster werden. Alle sind jetzt sehr bewusst. Verantwortungsbewusst. Umweltbewusst. Gesundheitsbewusst. Spätestens seit H & M eine Klamottenreihe „Conscious“ nennt, weiß man als Führungskraft im mittleren Management, wo der Ethik-Hammer hängt. Ein Projekt muss her. „Irgendwas Soziales“, hatte Frau Doktor Schwielow erklärt, die im Vorstand als Chief Sustainability Officer fungiert. Deshalb sitzt Herr K. jetzt mit Teilen seines Teams in Konferenzraum X2-201-R und brainstormt.

Bewusstsein war früher einfacher: Man veranstaltete an Weihnachten eine Tombola und überließ Frau Hitzlsbrunner aus dem Betriebsrat die Spenden-Verteilung. Ein paar Wochen später stand im Intranet, dass 214,28 Euro an die Stadtteil-Aidshilfe „Rainbow“ oder das Kinderhospiz „Sternschnuppe“ gingen.

Herr K. hat sich manchmal gefragt, was die Adressaten mit 214,28 Euro machen. Gibt’s bei denen ähnliche Meetings von Sozialpädagogen, und der Ulf schlägt der Ingeborg und dem Sören vor, neuen Bastel-Mais zu kaufen? Oder der Sören sagt: „Och nee, komm ey, lass mal für’n Tischtenniskeller nutzen.“

Koslowski aus dem Controlling meldet sich zu Wort: „Eine Benefiz-Gala mit Anna Netrebko werden wir uns nicht leisten können.“ „Geht ja auch nicht um Kurzfrist-Action, mehr so Nachhaltigkeit“, antwortet Herr K. „Nachhaltigkeit klingt nach Krötenzaun und unbezahlten Sonntagsdiensten. Das könnt ihr mit mir vergessen“, murrt Koslowski.

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