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„Europa hat total versagt“

Dienstag, 29.11.2016 17:20 von

John Kornblum, früherer US-Botschafter in Berlin, sieht Trumps Wahl mit Sorge. Er sei unberechenbar und chaotisch. Europa müsse nun ein stärkere Rolle in der Welt übernehmen, sei darauf jedoch nicht vorbereitet.

Der Amerikaner John Kornblum ist in diesen Tagen ein gefragter Gesprächspartner. Der einstige Botschafter der USA in Berlin kennt die amerikanische wie die deutsche Politik. Nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten gibt es einigen Erklärungsbedarf – und viele Fragen von den rund 100 Lesern, die zum Handelsblatt-Wirtschaftsclub mit Kornblum in Berlin gekommen sind.

Kornblum sparte nicht an Kritik an dem neuen Präsidenten. Er beschrieb Trump als unberechenbar und impulsiv, er gehe nach seiner Laune und sei stolz darauf, dass er damit gelegentlich in Schwierigkeiten kommt. Die Personalbesetzungen von Trump bezeichnete er als „chaotisch“. Trump selbst sei „desorganisiert und zerstreut“. Trump lehne immer noch die Briefings der CIA ab. Ein Umstand, der jemanden wie Kornblum, der Jahrzehnte Außen- und Sicherheitspolitik gestaltet hat, große Sorgen bereitet.

Kornblum stellte fest, dass Trump so ziemlich alles sagen könne, ohne dass es negative Auswirkungen für ihn habe. Etwa die immer wieder unverhohlen geäußerten Ressentiments von Trump gegen Einwanderer. Oder seine widersprüchlichen Aussagen zur Außenpolitik: Einerseits stellte Trump in Aussicht, dass sich Amerika wieder zuerst um sich selbst kümmern werde. Andererseits kündigte er an, dass sich die USA unter ihm nicht mehr alles gefallen ließen – was eher nach stärkerem Engagement klingt. Doch die Scharfmacherei und die Widersprüche haben die amerikanischen Wähler nicht davon abgehalten, ihm ihre Stimme zu geben.

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