Devisen: US-Dollar im Aufwind - steigende Erwartungen an Notenbank Fed

Dienstag, 04.10.2016 15:34 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der US-Dollar hat am Dienstag von robusten Konjunkturdaten und der Erwartung einer Zinserhöhung profitiert. Besonders stark waren die Zuwächse im Verhältnis zum japanischen Yen, zum britischen Pfund und zum Schweizer Franken. Auch relativ zum Euro legte der Dollar (Dollarkurs) kräftig zu.

Positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten hatten den Dollarkurs bereits seit Montagnachmittag beflügelt. Der Einkaufsmanagerindex ISM für die US-Industrie hat deutlicher Wachstum signalisiert als erwartet. In den vergangenen Monaten hatte die Industrie geschwächelt. Zinserhöhungsfantasien mit Blick auf die Fed sind laut Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinsanhebung noch in diesem Jahr wird derzeit an den Finanzmärkten mit 61,2 Prozent gesehen.

Äußerungen des US-Währungshüters Jeffrey Lacker unterstützten am Dienstag die Erwartungen. Leitzinsanhebungen durch die Fed zur Vermeidung einer zu stark steigenden Inflation wären angemessen, sagte der Präsident der regionalen Notenbank von Richmond laut Redetext am Dienstag in Charleston. Der Leitzins sollte demnach derzeit bei mindestens 1,5 Prozent liegen.

Tatsächlich liegt der Leitzins momentan in der Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent und ist damit weit von diesem Ziel entfernt. Eine große Überraschung sind Lackers Aussagen dennoch nicht. Lacker gilt als geldpolitischer "Falke", also als Notenbanker, der tendenziell für eine straffe Geldpolitik plädiert. Zudem ist er derzeit im geldpolitischen Ausschuss der Fed nicht stimmberechtigt.

Gegenüber dem Euro gewann der Dollar am Dienstag ein halbes Prozent an Wert. Zuletzt kostete ein Dollar 0,8957 Euro. Gegenüber dem Yen lag der Zuwachs bei einem Prozent. Für einen Dollar mussten die Anleger zuletzt 102,52 Yen hinblättern. Im Verhältnis zum Schweizer Franken gewann der Dollar 0,7 Prozent an Wert und kostete zuletzt 0,9804 Franken. Zum britischen Pfund lag der Anstieg bei 0,8 Prozent. Zuletzt kostete der Dollar 0,7839 Pfund. Beim Pfund sorgte neben der Dollar-Stärke auch zunehmende Furcht vor einem "harten" Brexit mit Abstrichen beim Zugang des Königreichs zum Binnenmarkt der EU-Länder für zusätzlichen Druck./tos/jsl/stw/das