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Deutsche Anleihen legen zu - Portugal: Renditen nach Ratingentscheidung gesunken

Montag, 24.10.2016 13:00 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Montag gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future kletterte bis zum Mittag um 0,10 Prozent auf 164,38 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei minus 0,007 Prozent. In fast allen Ländern der Eurozone standen die Renditen unter Druck.

Überraschend gute Zahlen zur Unternehmensstimmung im Euroraum konnten den Renditen keinen Auftrieb geben. Der Einkaufsmanagerindex des Forschungsinstituts Markit, eine an den Finanzmärkten stark beachtete Umfrage in Unternehmen, stieg im Oktober um 1,1 Punkte auf 53,7 Zähler und signalisiert damit solides Wachstum.

Bei der Bekanntgabe wichtiger Ratingentscheidungen zu Ländern der Eurozone am Freitagabend überwogen die positiven Signale. Am wichtigsten: Die kanadische Ratingagentur DBRS hat den Daumen über Portugal trotz hoher Schulden nicht gesenkt und die Kreditwürdigkeit des Landes eine Stufe über dem sogenannten "Ramschbereich" belassen, mit dem spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Das Land sei bemüht, als Mitglied der Eurozone an den Regeln des gemeinsamen Währungsraums festzuhalten, hieß es zur Begründung.

Mit der Entscheidung wird es der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter möglich sein, portugiesische Anleihen zu kaufen. Am Montag legten die Kurse portugiesischer Staatsanleihen nach Handelsstart deutlich zu und die Rendite zehnjähriger Papiere fiel im Gegenzug zwischenzeitlich um mehr als 0,15 Prozentpunkte. Laut Dirk Gojny, Rentenmarktexperte bei der National-Bank, kann Portugal zumindest vorerst aufatmen. "Dadurch, dass DBRS den Ausblick auf "stabil" gelassen hat, dürfte es auch in nächster Zeit nicht zu einer Herabstufung der Bonität in den Bereich unter dem Investment Grade kommen, es sei denn, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würde sich rapide verschlechtern."

Neben Portugal konnten auch weitere Länder der Eurozone Erfolge verbuchen. So hob die Ratingagentur Standard & Poor's den Ausblick für Frankreich auf "Stabil" von zuvor "Negativ" an. Zur Begründung führte die Agentur Reformen sowie Fortschritte bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen an. Zypern konnte sich sogar über eine Anhebung seines Ratings freuen. Die Ratingagentur Fitch setzte die Bewertung um eine Stufe auf "BB-" hoch. Das Land mache weiter starke Fortschritte beim Aufräumen nach der Bankenkrise vor drei Jahren, hieß es zur Begründung. Schlechte Nachrichten gab es dagegen für Italien. Fitch senkte den Ausblick von "Stabil" auf "Negativ". Die wiederholten Verzögerungen bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen hätten die Glaubwürdigkeit des Landes reduziert, hieß es./tos/jkr/stb