Der mächtigste Strippenzieher der deutschen Industrie

Montag, 19.09.2016 10:20 von

Die Übernahme des umstrittenen US-Saatgutriesen Monsanto (Monsanto Aktie) ist vollbracht. Für Bayer-Aufsichtsratschef Werner Wenning ist es der krönende Abschluss eines langen Weges.

Auf den langen Reisen über den Atlantik haben die beiden Männer viel Zeit, sich auszutauschen. Noch einmal können sie die sorgfältig präparierten Zahlen durchgehen, noch einmal rechnen, noch einmal überlegen, mit welchen Argumenten sie den widerborstigen Verhandlungspartner in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri unter Druck setzen und trotzdem bei Laune halten können. Es geht um viel für die beiden Herren von Bayer (Bayer Aktie) in diesen Wochen, doch wie fast immer sind sich beide einig. „Zwischen beide passt kein Blatt Papier“, sagt einer, der beide gut kennt.

Der eine Mann ist Werner Wenning. Der 69-Jährige steht seit 2012 an der Spitze des Aufsichtsrats von Bayer, er sitzt zudem in den Kontrollgremien von Henkel (Henkel Aktie) und Siemens (Siemens Aktie), das macht ihn zu einem der mächtigsten Strippenzieher der deutschen Industrie. Der andere ist Werner Baumann, er ist 16 Jahre jünger und seit Anfang Mai Vorstandschef des Leverkusener Konzerns. Seit mehr als 20 Jahren sind beide enge, viele sagen engste Vertraute. Gemeinsam haben sie seit Monaten an der Übernahme von Monsanto gearbeitet, jener Transaktion, die den Traditionskonzern aus Leverkusen so stark verändern wird wie kein anderes Ereignis in der 153-jährigen Unternehmensgeschichte.

Beide wollten den Deal, und das unbedingt. Beide waren sie dafür bereit, bis an die finanziellen Grenzen des Konzerns zu gehen. Und beide haben sie nun Mitte dieser Woche die größte Übernahme in der deutschen Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Für 128 Dollar (Dollarkurs) je Aktie kauft Bayer den US-Konzern. Macht 66 Milliarden Dollar insgesamt. Am Ende lag der Preis niedriger als von vielen Analysten erwartet, die mit mehr als 130 Dollar je Aktie gerechnet hatten.

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