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AKTIE IM FOKUS 2: Mögliche Belastungen in USA zehren jüngstes Plus von FMC auf

Montag, 09.01.2017 17:51 von dpa-AFX

(neu: Schlusskurse, Kommentar DZ Bank)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mögliche neue Abrechnungsmodalitäten im US-Gesundheitswesen haben die Aktien des Dialysespezialisten Fresenius (Fresenius Aktie) Medical Care (FMC) am Montag erheblich belastet. Mit einem Minus von 6,81 Prozent waren die Papiere die schwächsten im Dax . Der deutsche Leitindex gab um 0,30 Prozent nach. Auch die Titel des FMC-Mutterkonzerns Fresenius verloren mit 3,27 Prozent.

Analysten zufolge könnte durch die Änderung der Modalitäten der operative Gewinn von FMC in diesem Jahr um einen Dollarbetrag in dreistelliger Millionenhöhe geschmälert werden. Die Zahl von bis zu 2000 Patienten, denen künftig die Beitragsunterstützung zur Dialysebehandlung gestrichen werden könnte, liege deutlich höher als die ursprüngliche Erwartung von 700 Patienten, kommentierte Patrick Wood von der Citigroup (Citigroup Aktie) und senkte seine Gewinnschätzungen sowie das Kursziel für die FMC-Anteile von 98 auf 92 Euro.

GEWINN SEIT JAHRESENDRALLY WIEDER WEG

Damit liegt sein Kursziel für FMC aber immer noch klar über dem gegenwärtigen Kurs von 75,11 Euro. Wood empfiehlt denn auch die Aktien weiter zum Kauf. Er rechnet mit guten Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2016 und mit einem neuen Kostensenkungsprogramm.

Gleichwohl haben die FMC-Titel nun ihre im Zuge der Dezember-Kursrally eingefahrenen Kursgewinne wieder größtenteils abgegeben. Gemessen an ihrem gleich zu Jahresbeginn 2017 erreichten Höchststand seit dem vergangenen August haben sie nun gut achteinhalb Prozent eingebüßt.

Commerzbank-Analyst Oliver Metzger wertete die mögliche Streichung der Beitragsunterstützung für Dialysepatienten ebenfalls negativ. Das gegenwärtige Erstattungssystem für diese Patienten sei dadurch gefährdet. Umsatz und Gewinn von FMC in Nordamerika könnten darunter leiden. Mit seinem unveränderten Kursziel von lediglich 80 Euro beurteilt Metzger auch die weiteren Kurschancen von FMC deutlich skeptischer als sein Kollege von der Citigroup.

'ZEITPUNKT DER FMC-MITTEILUNG ÜBERRASCHT'

Sollte eine Verordnung der Gesundheitsbehörde CMS tatsächlich am 13. Januar in Kraft treten, hätte dies "erheblich nachteilige Auswirkungen auf unser Geschäft", hatte FMC am Wochenende mitgeteilt. Vom Zeitpunkt dieser Mitteilung zeigte sich DZ-Bank-Analyst Sven Kürten allerdings überrascht, da die Verordnung zur Beendigung der Beitragsunterstützung für bis zu 2000 Dialyse-Patienten bereits seit einigen Wochen bekannt gewesen sei. Er kürzte nun seine Nettogewinnschätzungen für 2017 und die Folgejahre um 4 bis 5 Prozent und stufte die FMC-Aktien von "Kaufen" auf "Halten" ab. Den fairen Wert reduzierte er von 81 auf 77 Euro./ajx/he