Die Billionen an Dollar, die Trump ausgeben will, können nur aus neuen US-Staatsanleihen (UST) kommen, die die US-Regierung herausgibt. Die Aktion rangiert ja unter "Stimulusprogramm".
Da Ausländer nicht viel mehr UST kaufen können und/oder wollen als jetzt (Euro-QE läuft bald aus, Chinesen kaufen lieber Firmen, Sachwerte usw.), bliebe im Wesentlichen nur die Fed, um die Billionen an neuen Staatsanleihen aufzukaufen. Das wäre aber QE4 und wäre nicht zu rechtfertigen, solange USA nicht in einer neuen Wirtschaftskrise steckt. QE4 ist auch mit den jetzt steigenden US-Leitzinsen kaum vereinbar. Grundsätzlich ist QE ein Joker, den Notenbanken aus dem Ärmel ziehen können, wenn Nullzinsen allein nicht mehr stimulierend wirken - also ein Instrument für akute schwere Krisen.
Ein selbstragender Aufschwung kann sich aus der Trump-Verschuldungs-Sause mMn auch nicht entwickeln, weil die fertigen Straßen und Brücken keinen nennenswerten Cashflow abwerfen. Zwar können die Bauarbeiter, solange sie die Jobs haben, mehr Geld für Konsum ausgeben. Aber was machen sie, wenn die Straßen fertig und die Programme abgelaufen sind?
Der einzige Unterschied zu heute wird dann eine noch höhere US-Staatsverschuldung sein, während das Stimulanz-Strohfeuer verpufft. Dann können die Amis nur auf breiteren, schöneren Straßen zum Arbeitsamt fahren...
Warum sollte Stimulanz unter Trump besser laufen als in den letzten Jahren unter Obama?
Bereits JETZT liegt die US-Staatsschuldenquote bei über 100 %. Sie dürfte dann auf 135 % steigen. D.h. US-Staatsanleihen werden dann zunehmend ausfallgefährdet. Rating-Agenturen werden die US-Bonität weiter senken. Die Renditen am langen Ende könnten - vom Markt getrieben (= UST-Verkäufe von Privatinvestoren) - steigen. Anstiegsgrund wäre Angst vor Ausfall (Risikoaversion) und nicht eine etwaige Wirtschaftsbelebung.
Folgen: Wenn die Renditen am langen Ende der US-Zinskurve deutlich steigen (tun sie jetzt schon, siehe # 297), dürfte die in den letzten Jahren bis zum Bersten aufgepumpte Junkbond-Blase platzen. Es gibt dann kaum noch Aktienrückkäufe. Die Börsen brechen ein, die nächste Finanzkrise kommt. Und die Notenbanken haben ihr Pulver schon in der ersten großen Finanzkrise in 2008 fast komplett verschossen.