Wir sehen doch allesamt offenen Auges an den Reaktionen der Marktteilnehmer, wie abhängig die Kapitalmärkte mittlerweile vom geldpolitischen Tropf der Zentralbanken sind. Right? Und um präventiv da weiteren Turbulenzen vorzubeugen, hat Draghis Hiwi Peter Praet, EZB-Chefvolkswirt, denn sogleich sehr rasch verkündet, dass eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik aktuell für die EZB auch überhaupt nicht in Frage kommt. Was eben hier kommunikationsseitig klar angesagt war, denn wir erinnern uns noch gut daran, mit was für einem heftigen Cold Turkey die auf monetäres Heroin getrimmten Junkies seinerzeit auf Bernankes Aussagen zu einem bevorstehenden Tapering reagierten. This time is different?
Bislang scheint die ultraexpansive Geldpolitik der Zentralbanken auch noch nicht wirklich an ihre Grenzen gestossen zu sein. Aber je abenteuerlicher und verzweifelter allerdings deren Methoden werden, desto grösser könnte sich Unbehagen und Misstrauen an den Märkten aufbauen. Es wäre dann nur eine Frage der Zeit, bis auch an den Börsen ein Paradigmenwechsel, ein hier bereits schon andiskutierter "Change in Social Mood" stattfindet, was allerdings durchaus noch eine ganze Weile dauern kann. Selbst ein Felix Zulauf oder Marc Faber sind diesbezüglich prognostisch ebenfalls wesentlich vorsichtiger geworden, da auch sie nicht Dauer und Ausgang der Zentralbank-Interventionen exakter einschätzen können. Und womöglich kaufen in dem Fall stärkerer Kursabschwünge wohl die Fed als auch die EZB massiver Aktien und Firmenanleihen auf, um deutlich tiefere Preise zu verhindern, wobei das notwendige Regelwerk für derartige Käufe dann dafür eben flugs passend gestaltet wird. Die Fed-Chefin Yellen hat dies ja bereits vor kurzem unumwunden kundgetan. Gemäß einer Reuters-Meldung vom 30.09.2016 würde laut Ansicht von Frau Yellen ein Ankauf von Aktien und Unternehmensanleihen der US-Wirtschaft im Falle eines Abschwungs helfen.
Völker, hört die Signale, wenn es denn eines Tages lauthals aus den Büros der Planwirtschaftler herausschallt: "Wir sind der Markt! Wir sind der Markt!" Den Wahn in seinem Lauf, den hält weder Ochs noch Esel auf. Man kann darauf zählen.
"Fed-Chefin - Ankauf von Aktien und Bonds könnte bei Abschwung helfen"
de.reuters.com/article/usa-notenbank-fed-yellen-idDEKCN1200JP
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!