Das Sonderdezernat "Poker- und Hütchen-Spiele" der Federal Reserve mit ihren Unterabteilungen PPT, GS und JPM versucht zurzeit auf Teufel (Gruß an Hank Paulson) komm heraus, ein charttechnisches Erholungs-Szenario nach dem Vorbild der 2003-ff.-Erholung herbei zu zocken.
Deshalb gab es vor zwei Monaten beim SPX-Stand von 1040 (wichtige Marke) wenige Minuten vor Börsenschluss eine völlig unmotivierte 15-Milliarden Dollar-Order bei den SP-500-Emini-Futures an einem ansonsten sehr handelsengen und schwächelndem Börsen-Tag. Wäre 1040 gefallen, hätte evtl. 900 bis 950 als Korrekturziel gedroht.
Der Einsatz von 15 Mrd. (Underlying) wenige Minuten vor Börsenschluss zeigte, dass keine Amateure am Werk waren.
Die folgende Short-Cover-Rallye brachte den SPX wunschgemäß bis an das April-Hoch, wo das Momentum versiegte. Um ein weiteres Erholungs-Szenario gemäß dem 2003-ff-Schema herbeizuzaubern, müssten der SPX bis Weihnachten idealerweise bis 1250/1300 weitersteigen.
Ideologisch versucht Bubblevision (CBS und Co.) der Rallye weiteren Schub zu verleihen, indem Empfehlungen für US-Banken ausgesprochen wurden, die bislang deutlich unterperformt haben. Das hat freilich gute Gründe, denn wegen Mortage-Gate drohen weitere potenzielle 100-Mrd.-Abschreibungen. Betroffen sind Bank of America, J P Morgan, Wells Fargo und Citigroup.
Fakt ist, dass eine weitere SPX-Rallye OHNE die Banken schlicht nicht denkbar ist, genauso wenig wie eine Nasdaq-Rallye ohne Halbleiter (SOX) nahezu ausgeschlossen ist.
Kein Wunder also, dass das PPT/Fed-Konglomerat wie besenkt weiterpumpt und computergesteuert jeden Dip kauft - auch um die letzten Bären um den Versand zu bringen.
Fundamental jedoch sind weitere Anstiege nicht angezeigt. Im Gegensatz zu 2004, als der Arbeitsmarkt boomte, stagniert die offizielle AL-Quote in USA bei knapp 10 %, während U6 sogar bei 17 % verharrt. Das sind Depressionwerte. Und bekanntlich basieren 70 % des US-BIPs auf dem Binnenkonsum. QE2 kommt nicht ohne Grund.
Die Strategie der US-Finanzindustrie besteht darin, widersinnig weitere Anstiege per Future-Pumpe zu erzeugen, um charttechnische Kaufsignale zu generieren. Nach dem Motto: Der Chart hat immer Recht (wenn die Fed es will). Bernanke hatte in seinem Op-Ed-Artikel in der Washington Post (kurz nach QE2-Verkündung) ausdrücklich darauf hingewiesen, dass weitere Aktienanstiege für die Erholung sehr wichtig sind, und das Wort "equity" sogar zwei Mal erwähnt. Das ist eine latente Drohung mit weiterem Futures-Gepumpe.
Doch der Markt weist inzwischen, inbesondere bei Rohstoffen und Edelmetallen wie Silber, deutliche Blasenbildungen auf. Sie würden sofort korrigieren, wenn die Fed die Pumpe abstellt. Deshalb wird jetzt mMn mit allen Mitteln versucht, die 1200-Marke im SPX mit Zehen und Klauen zu verteidigen, da sonst die Illusion der 2003-ff-Erholung - nach der sich möglichst viele Trader richten sollen - zerstört würde. Sollte dieser Kraftakt scheitern, was für mich die wahrscheinlichere Variante ist, könnte bei "Kapitulation" des PPT gegen den Abverkaufsdruck ein weiterer Flash-Crash wie im Mai folgen.
Bisherige Versuche von Notenbanken, den Markt in ihrem Interesse zu manipulieren, sind meist gescheitert: Der Schweizer Notenbank und der Bank of Japan ist es - trotz großem Aufwand - nicht gelungen, die Anstiege im Schweizer Franken bzw. im Yen zu stoppen. Warum also sollte es der Fed bei US-Aktien gelingen? Bereits die laufenden Fed-Manipulationen an den Bond-Kursen (die QE ja offiziell darstellen) laufen nicht mehr wie erhofft, da die Zinsen bei den 10-jährigen und insbesondere bei den 30-jährigen US-Staatsanleihen in den letzten Tagen nach oben ausgebrochen sind.
Vor einem weiteren Bärenmarkt-Downleg haben "interessierte Kreise" in USA (aka die US-Zockerbanken-Gemeinde) eine höllische Angst. Die Finanzindustrie ist das letzte Standbein der USA. Sie erwirtschaftete 2007 40 % des BIPs aus, während die Güterproduziertende Industrie nur noch 11 % ausmacht. Sollten die Zockerspielchen, die das Geld für die USA reinbringen, scheitern, bleiben nur noch Coca-Cola und Hamburger/Fritten - zu wenig für eine selbst erklärte finanzielle Weltmacht.
D-h. würde der Reflations-Trade, speziell bei Öl/Rohstoffen, erneut nachhaltig einbrechen, wären die US-Zockerbanken ihrer wichtigsten Einnahmequelle beraubt.
Weitere Aktien-/Rohstoff-Anstiege sind für die USA somit nahezu überlebenswichtig.
Das Hütchen-Spiel Bullen/Bären hat daher einen sehr kritischen Punkt erreicht. Meine Erwartung ist, dass wir die Warteschleife um SPX 1200 demnächst in hohem Tempo verlassen. Und ich tippe eher auf "nach unten".
sieht irgendwie komisch aus, als ob es doch weiter hoch geht
Schaut vieles so aus... Man muss das Ganze immer etwas übergeordet sehen, dann ist der Blick etwas Klarer und nicht durch kurzfristige Zucker getrübt:--))
Tja übergeordnet - Konso längst überfällig, Dow/ Nsd/S&P/TecDax gestern minus - Asien zieht über nacht nach - Dax eröffnet tiefrot hat immer noch enorme Stärke - was bei dukac auffällt RSI immer noch oben - ansonsten könnte es in beide Richtungen laufen
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