Die Hortung erfolgt derzeit in Geld
und Knappheitsgütern. Bei ZIRP/Nullzins liegt eine Liquiditätsfalle vor. Nach Keynes haben wir diese jetzt - doch eine Liquiditätsfalle schließt nach Keynes Hortung von Sachgütern aus! Denn nach Keynes wird die hohe Liquiditätskasse vorgehalten, um Güter "später" und "günstiger" zu kaufen. Die Liquiditätsfalle ist nichts anderes als eine Überangebotsfalle - doch letztgenannte haben wir wg. Leistungskrise nicht.
Die Güterhortung beruht auf dem Versprechen von Preisstützung (freundlich umschrieben, Preisstützung == Bernanke-Put) und der Drohung mit Inflation(unfreundlich umschrieben). Das Monetäre Kapital schlägt Gewinn daraus, weil es darauf vertrauen kann, dass man Bernanke, FED, EZB etc. eben nicht trauen kann. Die Güterhortung geht vom Kapital aus, wobei Banken das Privileg besitzen, nicht einmal Kapital, sondern nur (selbstgeschaffenes) Geld zu brauchen.
Es geht dabei nicht darum, Güter zu erwerben und langfristig zu halten, sondern Gewinn aus dem Güterumschlag zu erzielen. Dank Terminkontrakten und entsprechend zeitgerechtem Aufkauf (physisch) lassen sich Märkte leicht in bestimmte Richtungen bewegen. Das kann sogar so weit gehen, dass die eig. Produzenten dieser Güter dabei komplett leer ausgehen. Ziel muss es sein, die von den Notenbanken bewirkte Inflation zu übertreffen - womit die Geldentwertung überkompensiert wird. Verwendet man noch das von den Notenbanken billigst zu beziehende Geld als Hebel, kommt man wesentlich über den Inflationsverlust hinaus.
Dieser Mehrwert wird ausschließlich von der Kaufkraft der Bürger, also aus dem Endglied der Realwirtschaft, bezogen. Da die Realwirtschaft als Ganzes alle Schulden trägt inklusive der Staatsschulden, ist die Gegenposition, das Monetäre Kapital, stets im Vorteil und ein "Herausinflationieren aus den Schulden" ist unmöglich.
Hortung erfolgt, wenn Investitionen in Firmenexpansion wegen mangelnder Wachstumsperspektiven (Leistungskrise) nicht mehr lohnt.
Welche Hortung? Hortung von Geld - ja. Hortung von Sachgütern - nein. Warum sollte eine Firma das Lager an Vorprodukten aufstocken, wenn sie damit rechnen muss, ihre Produkte nicht mehr loszuwerden?
Hortung an Vorprodukten würde dann erfolgen, wenn man damit rechnen muss, diese nicht "just in time" beziehen zu können und/oder bei galoppierender Inflation (bei der Weimarinflation waren die Firmen absolut darauf angewiesen, stets ein gefülltes Lager zu haben, darin steckte der eigentliche Wert des Unternehmens...)
Die klassische Hortung (nach meinem Verständnis) ist der Kauf von Rohstoffen. Endliche, knappe Ware wird mit Geld gekauft, dass anschließend beliebig vermehrt werden kann. Wer diesen Deal über Verschuldung finanziert, macht am Ende Inflationierungsgewinne. Sie stammen letztlich von Amerikas Schuldnern, die nicht in Sachwerten, sondern in Dollaranleihen sind.
s.o.
Daher - da wirst Du mir vermutlich zustimmen - wirkt QE-Reduzierung dem Dollar-Carrytrade entgegen (weil der Dollar dadurch stärker wird).
Wenn man Hortung so definiert wie ich oben, dann werden bei QE-Reduzierung spekalutive Inflationierungszocks insgesamt weniger interessant. Das hieße, auch die Hortung (die ich dazu zähle) ginge zurück, sie würde unattraktiv.
Ich gehe soweit zu sagen: Die Hortung würde aufhören.
Ich vermute daher, dass Du Hortung anders definierst.
Nein, ich vermag keinen Unterschied zu erkennen. Nur hebe ich das Prozesshafte daran: Liquiditätsfalle UND Hortung gemeinsam - stärker hervor.