(ergänzend zu den bereits in # 419 genannten)
Fillorkill:
"Der einzig effektive Weg, das Deleveraging abzukürzen besteht darin, dass der Staat als zusätzlicher Nachfrage(r) auf den Plan tritt, um Investitionen freizusetzen"Der Deleveraging-Prozess wird dann, wenn der Staat durch zusätzliche Nachfrage (und QE) auf den Plan tritt, nicht verkürzt, sondern VERLÄNGERT.
Keynsianische Staatshilfen helfen, eine Rezession weniger tief ausfallen zu lassen. Sie sind vor allem in althergebrachten Rezessionen (zyklischen Krisen) sinnvoll, in denen noch (brachliegendes) Potenzialwachstum vorhanden ist, das mit dem staatlichen Anschub "geweckt" werden kann.
In
sekulären, systemischen Krisen wie der Finanzkrise ab 2008 helfen Staatshilfen zwar ebenfalls, die Krisenfolgen abzumildern. Es ist aber kaum mehr Potenzialwachstum mehr vorhanden. Es gibt angesichts der trüben Perspektiven für die Weltwirtschaft auch kaum lohnende Investitionen, die darauf warten, freigesetzt zu werden. Daher führen die Staatshilfen unter diesen Prämissen dazu, den Deleveraging-Prozess zu VERLÄNGERN. Die Rezession wird zwar weniger tief, zieht sich dafür aber endlos hin. Ohne QE würde die US-Wirtschaft sofort zusammenbrechen. Wir sehen daher ein Wettrennen zwischen drohender Staatspleite durch Überschuldung und bangem Warten, dass sich der ersehnte organische Aufschwung doch endlich einstellen möge.
Durch die Fed-Hilfen plus QE wird der "Unwind" der vorangegangen Kreditexzesse weiter in die Länge gezogen. Die Fed kauft Wartezeit, die sie bislang nutzlos mit Warten auf das blaue Wirtschaftswunder vertan hat. Um diesen Unwind kommt die US-Wirtschaft aber letztlich nicht herum. Er ist die notwendige Rückabwicklung von unhaltbarer kreditfinanzierter Spekulation (US-Haus- und Kreditblase von 2003 bis 2007). Noch heute wären viele US-Großbanken pleite (statt Milliardengewinne auszuweisen), wenn die Aufweichung der FASB-Bilanzregeln aus 2009 nicht noch in Kraft wäre.
Das man mit Pumpen in einer sekulären Krise wenig erreicht, will auch Bernanke bzw. die Fed nicht wahrhaben. Er glaubt an die Schnapsidee, die chronische Überschuldung durch "noch mehr Schulden" (Fed-Bilanzausweitung aka QE) "heilen" zu können. Dabei sollen es Multiplikatoreffekte aus seinen dubiosen Studien richten. Leider haben sich diese nicht eingestellt, die Studien waren daher fehlerhaft. Das Ergebnis des Gepumpes ist lediglich ein krankes Ponzi-System, das nur darauf wartet, erneut wie das 2008-Kartenhaus zusammenzufallen. Der von Bernanke sehnlichst erwartete selbsttragende Aufschwund will sich partout nicht einstellen. Denn dafür ist der Karren diesmal viel zu tief im Dreck (ähnlich wie in Japan nach den Exzessen der 1980er Jahre).
Die Finanzkrise seit 2008 ist - wie gesagt - eine strukturelle, systemische Krise - und keine "normale zyklische" aus dem Konjunkturlehrbuch. Diese Tatsache lässt sich auch mit "noch mehr Schulden", psychologisch auf das Wecken von "animal spirits" abzielenden Tricks, News-, Statistik- und Marktmanipulation nicht aus der Welt schaffen. Das Beispiel Japan zeigt, dass beim Warten auf den "großen Kick" noch 20 dürre Jahre verstreichen können. Mit folgendem Staatsbankrott samt Währungsreform.
"Mounting debt exacerbated—and not relieved—by unchecked consumption, spiraling interest rates, and the grim realities of an inevitable worldwide energy crisis are projected to leave our entire economy in the shitter for, like, a generation, man, I'm telling you." ;-)
www.zerohedge.com/news/2013-07-19/...-funny-drunk-ben-bernanke-speaks