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Der USA Bären-Thread


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S&P 500 6.914,75 +0,04% Perf. seit Threadbeginn:   +373,94%
 
Pichel:

wieder so eine Laberbacke, die sich meldet

8
28.11.12 16:49
28.11.12 16:37     DJN: *Republikaner Boehner optimistisch, dass Fiskalklippe vermeiden werden kann
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

 November 28, 2012 10:37 ET (15:37 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2012



Der USA Bären-Thread 557271
... (automatisch gekürzt) ...
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A.L.:

Nachtpumpe bei US-Futures läuft auf Hochtouren

7
29.11.12 09:44
Dass PPT scheint sich mal wieder auf den nächtlichen Futuremarkt einzuschießen, denn da kann man mit weniger Orders mehr Anstieg rausschinden (more bang for the buck).

Irgendwer hat nach US-Börsenschluss auf einen Schlag 11.000 Futurekontrakte (ES) gekauft, OHNE dass eine News vorlag. Der Underlying Value liegt bei 770 Millionen Dollar.

Zerohedge fragt zu Recht, warum so was nicht zu regulären Börsenzeiten gekauft wird, am besten mit marktschonender VWAP-Order. Der Grund ist klar: Sonst gäbe es nicht den schönen Knalleffekt, der heute morgen auch in D. hübsche Up-Gaps beschert.

www.zerohedge.com/news/2012-11-29/...finger-750mm-notional-one-minute

Zerohedge
Overnight Futures 'Fat-Finger' $750mm Notional In One Minute
Tyler Durden's picture
Submitted by Tyler Durden on 11/29/2012 00:41 -0500

First we saw some shenanigans in Gold and Silver this morning, followed by some very jerky moves in S&P 500 futures off the lows. Tonight while everything was gliding along quietly, someone in their infinite wisdom decided that 0005ET was the perfect time buy around 11,000 S&P 500 e-mini contracts (or around $750mm notional exposure); instantly devouring the entire stack of orders. This move was not in any way followed by any other asset class (EURJPY twitched a little at it) and as far as we can see there was/is absolutely no news to accompany the flash-smash. That is all...

The early evening Abe chatter had come and passed without event so this is unrelated to that. Surely noone left a resting buy-stop order at 1410 for 11,000 contracts?

Why not wait til Europe came in? Why not wait til the US came in? If you want buy $775mm notional exposure - wait for a pull back to VWAP? Or was it forced buybacks?

A.L.: Das riecht mehr nach PPT, vielleicht um mit einer fiktiven Weihnachtsrallye (via Futures) das reale Weihnachtsgeschäft in Gang zu bringen. Wozu auf den realen Aufschwung warten, wenn die Futurepumpe ihn in drei Minuten herbei-orchestriert?
(Verkleinert auf 79%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 557519
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#101878

Contrade 121:

sog. Marktkurslücke...

9
29.11.12 10:01
Nein, da braucht man kein PPT, das erledigen die Trading Desks der Banken bzw. die Hedgefunds. Die finden Marktlücken - also dann, wenn die Umsätze am niedrigsten sind und hauen dann ein paar Tausend Kontrakte rein, weil eh keiner in dem Moment gegenspielt. Das erleben wir nun seit längerer Zeit... Marktkontrolle? Vergiß' es...
In der Tat, derzeit wird Kaufdruck erzeugt, damit die Fonds bei ihrer Jahresperformance nciht zu sehr hinterherhinken. Bei uns ist Monatsende und genau diese Gelder fliessen die nächsten paar Tage in den Aktienmarkt (feste Hände). Die Verkäufer sind diejenigen, die die Aktienkurse die letzten Tage nach oben getrieben haben. So einfach lässt sich das machen - zwar mit enormen Hebel, aber wenn man weiss, dass alles in der Welt gerettet wird, kann man am großen Rad beliebig drehen.

Du kennst das Motto: Ist der Ruf ruiniert, dann lebt sich's ganz ungeniert ;-)
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A.L.:

"Treppensteigen" mit dem PPT

5
29.11.12 10:02

1. Labertasche: Fiscal Cliff keine Gefahr (SP-500: +30 Punkte)

2. Labertasche: Fiscal Cliff doch sehr bedrohlich (SP-500: -15 Punkte)  

3. Labertasche: bin optimisch bezüglich Fiscal Cliff (SP-500: +30 Punkte, assistiert vom PPT in "Nachtsitzung" - # 877).  

4. wie 2 (-15)  

5. wie 3 (+30)  6....  usw. usf.  

 

Eine ähnlich orchestrierte "Markt-Dynamik" sah man bei den zahlreichen Griechen-Rettungen. Positive "Rettungs"-News brachten jedes Mal mindestens doppelt so viel prozentualen Anstieg, wie negative News zwischenzeitlich wieder herausnahmen.  

Hauptsache die Börsen steigen, dann ist ja bekanntlich auch die Wirtschaft in Ordnung ;-)

Antworten
A.L.:

Goldman erhöht SP-500 Kursziel

10
29.11.12 10:11
Erinnert Ihr Euch noch, wie Goldman vor wenigen Wochen vor einer -20 Prozent Korrektur im SP-500 warnte, wegen Fiscal Cliff und allg. Wirtschaftsabschwächung?

Heute hingegen - Blödbären sind aufgrund obigen Tipps "all in" - tönen die Goldmänner:

03:48 Goldman Sachs 3-month S&P target 1,450 MarketWatch
03:48 Goldman Sachs 6-month S&P target 1,500 MarketWatch
03:48 Goldman Sachs 2013 S&P 500 target 1,575 MarketWatch

(Den Link zur Karikatur unten hab ich bereits in # 101748 gepostet)
Der USA Bären-Thread 557540
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A.L.:

China fällt derweil unverdrossen weiter

8
29.11.12 10:17
SSE nur noch gut 100 Punkte über dem 2009-Tief...
(Verkleinert auf 69%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 557545
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Pichel:

Argentinien büßt für Kampf gegen Spekulanten

4
29.11.12 10:34
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...-gegen-spekulanten-1.1535232
... (automatisch gekürzt) ...
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Pichel:

Die neue Gerechtigkeit heißt Ungerechtigkeit

9
29.11.12 10:35
29.11.2012 10:12

Als müsste man sich hier nicht jeden Tag schon genug aufregen, ist ein besonderes Reizthema diese Woche bislang unter den Tisch gefallen. Es geht um Argentinien, denn das südamerikanische Land ist innerhalb von nur zehn Jahren wieder gefährlich nahe an einen Staatsbankrott gerückt. So wird zumindest suggeriert. Die Geschichte entfaltet die vollkommene Perfidität unseres gegenwärtigen globalen Geldmachtgefüges…



Argentinien ist in den letzten Jahrzehnten hin und wieder bankrott gegangen, das letzte Mal davon im Jahre 2002. Damals stimmten die Gläubiger – die ja wussten, es nicht unbedingt mit dem diszipliniertesten Schuldner zu tun zu haben – einem Schuldenschnitt zu und Argentinien konnte von vorne beginnen und bekam auch wieder Geld geliehen. Damit könnte jetzt allerdings Schluss sein, denn Fitch senkte die Bonität des Landes um gleich fünf Stufen. Ein Warnschuss allemal!



Es kommt so gut wie nie vor, dass eine Rate-Agentur gleich um fünf Stufen umbewertet, also muss es ja einen triftigen Grund geben. Gibt es. Der amerikanische Hedgefonds-Manager Paul Singer bekam vor einem amerikanischen Gericht die volle Rückzahlung der Anleihen aus dem Bankrott-Jahr 2002 zugesprochen. Das ist ganz und gar wunderbar! Eine Einzelperson vermag ein ganzes Land ins Chaos zu stürzen. Es ist die „Investmentstrategie“ des Fonds. Und so lange dieser nicht ausbezahlt würde, dürfe kein anderer Gläubiger mehr bedient werden, so das Gericht.



Ist das zu fassen? Wir haben die Welt bisher komplett missverstanden! Wir sollten Artikel 1 des Grundgesetzes sofort streichen und ihn ersetzen durch: „Jede Finanzschuld ist unter allen Umständen zu begleichen.“ Das würde der Realität viel näher kommen. Das wäre nur ehrlich. Denn das Recht der Menschen scheint nicht länger zu gelten. Das Recht des Geldes hat das Ruder übernommen. Und da wundert man sich noch über die Eurokrise, dabei ist sie einfach nur gerecht!



Das gerechte kollektive Schicksal sozusagen. Kaum zu glauben, wo doch alle Macht vom Volke ausgeht…  

www.cashkurs.com/...;tx_t3blog_pi1[daxBlogList][showUid]=13086
... (automatisch gekürzt) ...
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fkuebler:

Fiscal can-kick scenario nicht so schlecht?

4
29.11.12 10:53

Der Artikel ist zwei Wochen alt, gewinnt mMn aber Aktualität. Mein Take-Away:

a) kurz- und mittelfristig ist das zu erwartende Can-Kicking gar nicht so schlecht. Und was interessiert uns, was ist, wenn wir schon lange tot sind? (John Maynard)

b) die unterliegenden Annahmen des CBO-Szenarios sind ziemlich witzig (im Artikel angucken)

Antworten
A.L.:

US-BIP-Wachstum für Q3 auf 2,7 % hochrevidiert

4
29.11.12 15:55
von zuvor 2 % (jeweils jährlich).

www.marketwatch.com/story/...arter-growth-revised-up-to-27-2012-11-29

Doch das Kleingedruckte sieht weniger erfreulich aus: (Auszug daraus):

Yet the increase in consumer spending was much lower than initially estimated, casting a shadow over the upward revision in overall growth. Consumer spending was revised down to 1.4% from 2%.

What’s more, business investment in capital goods was revised down to a 2.2% decline from a 1.3% drop. Spending on equipment and software slumped 2.7% instead of being unchanged as initially reported.

Business investment could suffer again in the fourth quarter, too. Some businesses have delayed projects and others threaten to do so unless Washington acts quickly to avert more than $500 billion in spending cuts and tax hikes set to take effect after Jan. 1 — what’s known as the fiscal cliff....






Zerohedge schreibt, dass das von 2 auf 2,7 % erhöhte Wachstum vor allem auf Regierungsausgaben beruht, die in Q3 rund knapp ein Viertel des Zuwachses ausmachten. Grund: Obama hatte im Wahlkampf Wählerpflege betrieben.

One glance at today's second read of Q3 GDP may leave some with the false impression that the US economy is soaring, because after sliding to 1.3% in Q2, and after a preliminary read of 2.0% in the first Q3 estimate, today's print, which missed estimates of a 2.8% print, did nonetheless rise to 2.7%. "A stunning success", the administration sycophants would say. Absolutely wrong. Because a quick glance at the underlying numbers shows the true picture of the economy which contracted far more than most expected, with personal consumption collapsing to 1.4% Q/Q, on hopes of a 1.9% rise, and down from 2.0%. In fact, at 0.99% personal consumption expenditures - the core driver of 70% of the US economy - were a tiny 36% of the headline number. Ironically today's second GDP revision was far worse when analyzed at the component level, than the first Q3 estimate, which while lower overall at 2.0%, at least had personal consumption nearly 50% higher at 1.42%, or well over half of the total contribution. So what drove "growth" in Q3? Nothing short of the most hollow and worst components of GDP: Government Spending, which soared to 0.67% of the annualized number, the first positive print in years, and of course, Inventories, which were responsible for 30% of the headline number. Finally, and most importantly, Fixed Investment, aka CapEx, was a meager 0.1%, or the lowest GDP contribution since Q1 2011. Without CapEx there is no corporate revenue growth (and future hiring intentions) period.

www.zerohedge.com/news/2012-11-29/...-headline-growth-driven-governme
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A.L.:

Schwebende Hausverkäufe sind 5,2 % gestiegen

3
29.11.12 16:07
Am meisten im Süden und mittleren Westen, wo Fonds die Häuser bündelweise zum Vermieten aufkaufen - siehe hier...

www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4074#jumppos101857

und in den Folgepostings.

Mit realer "Retail"-Nachfrage hat das freilich wenig zu tun. Genauso, wie die steigenden Börsen nicht durch Kauflust von Joe Sixpack getrieben werden, sondern von Zockerbanken mit Fed-Billigdollars.



Market Pulse Archives

Nov. 29, 2012, 10:00 a.m. EST
Pending home sales rise in October
By Ruth Mantell

WASHINGTON (MarketWatch) -- Pending home sales rose 5.2% in October in the most recent data signaling a recovering housing market, the National Association of Realtors reported Thursday. The pending-home-sales index rose to 104.8 in October from 99.6 in September, the trade association said. Pending sales were up 13.2% from October 2011, for the 18th month of annual gains. "We've had very good housing affordability conditions for quite some time, but we're seeing more impact now from steady job creation (hohoho, A.L.), and rising consumer confidence about home buying now that home prices have clearly turned positive," said Lawrence Yun, NAR's chief economist, in a statement. By region, October saw gains in the Midwest and South, which more than offset declines in the hurricane-hit Northeast and West. A sale is listed as pending when the contract has been signed but the transaction has not closed, and an index of 100 is equal to the average level of contract activity during 2001.
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Palaimon:

Maritime Wirtschaft im Stimmungstief

9
29.11.12 17:21
Der USA Bären-Thread 14704174
Die Stimmung in der maritimen Wirtschaft hat sich im Herbst 2012 verschlechtert. Wie die IHK Nord gestern weiter mitteilte, verzeichnet das Konjunkturbarometer der 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern sowohl bei der Hafenwirtschaft als auch im Schiffbau ein deutliches Minus. Auch die...
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Ischariot MD:

USA-Erfahrungen

7
29.11.12 20:53
von Ines Zöttl, sonst nicht gerade die brillianteste Kommentatorin von G+J, etwas melancholisch als Abschiedskolumne für die ftd. Ihre ganz persönliche Sichtweise des Landes, scheint mir in vielerlei Hinsicht authentisch - durchlesen und mit eigenen Erfahrungen abgleichen.
Der USA Bären-Thread 14707356
Ein paar Monate in den USA reichen, um das Land zu hassen. Und um es zu lieben. Verzweifelten Europäern bleibt nur ein Ausweg: Lernen wir von den ...
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
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Navigator.C:

Ugly Q3 GDP

4
29.11.12 22:41
Ugly Q3 GDP Confirms Personal Consumption Collapsing; Headline "Growth" Driven By Government, Inventory Accumulation

One glance at today's second read of Q3 GDP may leave some with the false impression that the US economy is soaring, because after sliding to 1.3% in Q2, and after a preliminary read of 2.0% in the first Q3 estimate, today's print, which missed estimates of a 2.8% print, did nonetheless rise to 2.7%. "A stunning success", the administration sycophants would say. Absolutely wrong. Because a quick glance at the underlying numbers shows the true picture of the economy which contracted far more than most expected, with personal consumption collapsing to 1.4% Q/Q, on hopes of a 1.9% rise, and down from 2.0%.
weiter unter
www.zerohedge.com/news/2012-11-29/...ne-growth-driven-governme

Navigator.C
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Pichel:

interessant

7
30.11.12 11:01
Die erste gute Idee von Occupy

Die Occupy-Bewegung glänzt endlich mit einer sinnvollen Tat: Sie kauft klammen Bürgern ihre Schulden ab – worauf die Tea Party neidisch sein sollte, meint Eric T. Hansen.

www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/...ing-jubilee-strike-debt
Das Marionettentheater ist heutzutage durch die Parlamente
ersetzt worden. (W. Rathenau)
Antworten
gigimail:

So fühlt man sich als Retter mit dem Geld anderer:

3
30.11.12 12:02
Ischariot MD:

Buiter (Citi): Europe doomed

6
30.11.12 15:32

 

Willem Buiter's imperial uber-blick of the world economy, ein Abriß des Jahresausblickes (und drüber hinaus) des hier wohlbekannten Citi-ChefVoWis, aus dem Blog von Ambrose, freundlicherweise von kicky nebenan im Sozialtalk-Thread gepostet. Ambrose vermischt Buiters Werk zuweilen mit seinen eigenen Ansichten, die aber hinsichtlich der katastrophalen Aussichten für Kern-"Euro"-Europa (EMU) wohl deckungsgleich sind. Dem lt. Buiter ebenfalls drohenden Bedeutungsverlust UKs schenkt Ambrose etwas weniger Platz

 

http://blogs.telegraph.co.uk/finance/ambroseevans-pritchard/100021573/citigroup-sentences-to-europe-to-faster-ecomic-death/

   

Für die Zwecke des Bärenthreads hier die essentials / Leitthesen aus meiner Sicht, "worth chewing over":

   

Tenor: USA fine and ascending, Europe doomed >> in essence a celebration of American revival and ascendancy. It sentences Europe to slow economic death

   

India will overtake Germany by 2020. (German growth will be: 2013 (0.5), 2014 (0.3), 2015 (0.9). 2016 (1.1) — in other words, slow asphyxiation along with the rest of EMU).

   

In the euro area, we expect continued recession in 2013 and 2014 and prolonged weakness thereafter — with ongoing financial strains and, over the next few years, Grexit (Greek exit) plus a series of sovereign debt restructurings.

   

>>> diese Perspektive ist übrigens ein Faustschlag ins Gesicht der heute selbstgefällig grunzenden Euroretter-Politratten, denn beim Eintritt von "Greek exit plus a series of sovereign debt restructurings" wären für D hunderte Milliarden an Garantien fällig und der Bundeshaushalt auf Jahrzehnte verbrannt.

 

 

 

Für die PIIGFS:

 

Italy will slide slowly into the abyss, with further contraction in 2013 (-1.2) and again in 2014 (-1.5), and near zero growth from then on. Spain is not much better. Portugal will contract 4.6pc next year. They will all need debt restructuring. France is dead until 2016.

 

Buiter / Ambrose –Wertung des EURO / der EMU:

 

The "flawed EMU structures" have doomed Europe to a generation of depression. The euro itself has become a force of economic destruction.

 

Worse than Japan. This is even more dire than most Euro-sceptics expected. We thought EMU was an insidious undertaking – a Trojan Horse for an assault on the democratic nation state and that would eventually eviscerate the fiscal powers of parliaments – but few thought it would lead to economic depression and mass unemployment as well.

   

Zum phönixhaften Aufstieg der USA:

 

that the US was less damaged by the 2008-2009 crisis than seemed the case at first. The US shale and energy revolution has transformed the geo-strategic picture. Cheap gas creates a huge competitive advantage for US chemicals, plastics, glass and other industries, and will do so for years.

 

The "great homecoming" of manufacturing jobs – fleeing wage inflation in China – has ended the 20-year phase of globalisation we all know.

   

Zu commodities:

 

Citigroup thinks China will slow to a 7pc growth rate … China is shifting to a phase that needs a lot less iron ore and metals, and perhaps less oil than people assume as well, so you can forget about a return to the frenetic resources boom of the last decade …"It is now clear that the commodity super-cycle is over"

 

Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
A.L.:

US-Konsum sinkt im Okt. um 0,2 %

9
30.11.12 15:42
- erwartet war ein Plus von 0,1 %.


Nov. 30, 2012, 9:34 a.m. EST
U.S. consumer spending drops in October
By Jeffry Bartash, MarketWatch

WASHINGTON (MarketWatch) — Americans cut spending in October for the first time in five months as wage growth flattened out and Hurricane Sandy disrupted the lives of millions of people in the last few days of the month.

If the effects of Sandy are discounted, however, the spending and income report was still disappointing, economists say, especially after September’s strong gains.

Spending fell a seasonally adjusted 0.2% in October after surging 0.8% in prior month, the Commerce Department said Friday. It was the first decline since May.

The incomes of Americans were essentially flat last month. The government said the superstorm reduced wages and salaries by more than $18 billion at an annual rate.

(War's wirklich nur der Sturm? A.L.)

The loss in income likely contributed to the decline in spending, as did the closure of many stores and temporary scarcity of goods for sale in highly populated parts of the Northeast. Yet disposable...

Economists surveyed by MarketWatch had forecast a 0.1% increase in consumer spending and a 0.2% rise in personal income. Because spending fell compared to income growth, the savings rate of Americans edged up to 3.4% from 3.3%, but it remained near a five-year low.

Inflation was subdued last month. The CPE price index rose 0.1% overall and also 0.1% excluding food and energy, what’s known as the core rate. The core rate is up just 1.6% over the past 12 months.

The Federal Reserve pays close attention to core inflation ...blah bläh

...In the third quarter, consumer spending rose a revised 1.4% instead of 2% as originally reported, the government said Thursday. That was slightly slower than the 1.5% gain in spending in the second quarter.

...Unless consumer spending accelerates sharply, the final three months of 2012 are unlikely to match the 2.7% growth rate of the third quarter (Na kein Wunder, kam ja vor allem von Regierungsausgaben, siehe Zerohedge-Posting von mir - A.L.) The boost in growth in the July-to-September period was largely generated by defense spending and a corporate buildup in inventories, both of which could unwind in the fourth quarter.

www.marketwatch.com/Story/story/...8F4FCE-3AEC-11E2-BBB7-002128040CF6
Antworten
Ischariot MD:

Der Bundestag und alle Deutschen werden getäuscht

7
30.11.12 15:54

... Frank Schäffler zur heutigen Buntestags-Abstimmung, Interview in der Passauer Neuen Presse, 28.11.2012  ... zu finden auf www.frank-schaeffler.de/node/2189/

Der Bundestag soll das Paket schnell beschließen. Ist das der richtige Weg aus der Krise?
Frank Schäffler:  Jetzt werden alle roten Linien überschritten. Das ist faktisch ein  drittes Hilfspaket. Ich werde dem nicht zustimmen. Es wird völlig klar,  dass die Griechenland-Hilfe staatlich finanziert wird. Das bedeutet,  dass die Steuerzahler nun dafür aufkommen
müssen. Die Eurogruppe  bricht jetzt ihre selbstgegebenen Regeln, dass Griechenland bis zum Jahr  2020 die Verschuldung auf 120,5 Prozent reduziert haben muss. Dieses  Ziel wird auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.

Der Ruf nach einem weiteren Schuldenschnittwird lauter.
Schäffler:  Alles, was man im Frühjahr festgelegt hat, ist jetzt Makulatur. Hier  werden der Bundestag und alle Deutschen getäuscht. Schon beim ersten  Schuldenschnitt sind die Zahlen schöngerechnet worden. Die Lage  Griechenlands ist heute viel schlimmer als erwartet. Die Zahlen, die  jetzt aufgeschrieben werden, stimmen sicher auch nicht. Griechenland hat  im Euro keine Chance, Investoren zu finden. Hier findet eine  Insolvenzverschleppung statt, um die Eurozone um jeden Preis so  zusammenzuhalten.

Aus den Bundestagsfraktionen kommt Kritik wegen des schnellen Verfahrens.
Schäffler:  Dieses Eilverfahren hat nichts mit einer seriösen Prüfung zu tun. So  ist es leider seit Beginn der Finanzkrise immer gelaufen. Die  Abgeordneten haben immer relativ viel Papier und extrem wenig Zeit  bekommen. Eine sorgfältige Prüfung ist da nicht möglich. Die Zahlen, die  jetzt vorgelegt werden, sind getrickst. Jetzt wird alles Geld  zusammengekratzt: Die Zinsen werden gesenkt und gestundet. Die  Bundesbank wird genötigt, Gewinne auszuschütten. Wenn man die Bundesbank  zwingt, ihre Gewinnverwendung nach tagespolitischer Opportunität zu  gestalten, geht man an ihre Unabhängigkeit heran.

(...)

Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
Palaimon:

Was Helicopter-Ben von Mark Carney lernen kann

6
30.11.12 19:08
November 30, 2012

By Martin Hutchinson, Global Investing Strategist, Money Morning

Now that President Barack Obama has been reelected, Federal Reserve Chairman Ben Bernanke's easy money policies may well be with us for the next four years.

And even if Obama replaces Bernanke when his term ends in January 2014, he's likely to choose another soft-money acolyte like Fed Vice-chairman Janet Yellen to lead the Fed.

For believers in sound money like me, that's something of a gloomy prospect.

As for the rest of the world, the prospects for higher interest rates don't look too good, either.

However, on Monday I did catch a glimmer of light when it was announced the Bank of England's new Governor is going to be Mark Carney, the former head of the Bank of Canada.

Now I'll be the first to admit that, at first glance, Carney doesn't look too promising.

He did, after all, spend 13 years at Goldman Sachs (NYSE: GS). And we all know the track record of Goldman Sachs has been nothing short of appalling.

The bank itself made a bundle by shorting the housing market on the way down and persuaded its alumnus Hank Paulson to bail out its dodgy AIG credit default swaps with $13 billion of taxpayer money.

However, the truth is Carney has been out of Goldman since 2004, and his track record at the Bank of Canada has been very good indeed.

To Carney's credit, he didn't cut interest rates as far as the Fed and has actually raised them part of the way back. What's more, Carney only did $20 billion of "quantitative easing" bond purchases in 2009, at the height of the crisis, and has since sold the extra bonds back to the market.

In the aftermath, Canada's economy has notably outperformed the U.S. economy over the last five years, and continues to do so even though house prices there are currently looking wobbly.

Ben Bernanke could learn a thing or two here.

Weiter:
.

Der USA Bären-Thread 14714989
Ben Bernanke needs to take some lessons from Mark Carney, the new Governor of the Bank of England. He?s one shrewd central banker. Money Morning - Only The News You Can Profit From.
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
Antworten
fkuebler:

Palaimon 896: Was kann er denn wirklich lernen?

6
30.11.12 21:23

"Ben Bernanke could learn a thing or two here"

Naja, mit einem Schuss Ironie würde ich sagen: nach Kanada umzuziehen und dann einen gemütlichen Job zu haben...

Ich bin kein Freund von Bernanke, zumal der mir aufs allerbösartigste meine gesamten Shorts zerschossen hat, aber ein gewichtiger Unterschied zwischen USA und Kanada war und ist, dass letzteres keine Wallstreet hat, und auch kein dramatisches Verschuldungsproblem.

Da kann man relativ leicht einen guten Job als Zentralbankchef machen...

Antworten
Palaimon:

FTD - Nun soll Angie schuld sein

9
30.11.12 23:07

30.11.2012, 22:09

Kolumne:Thomas Fr!cke - die FTD, Angies jüngstes Opfer

(Anmerkung von mir: Der Chefökonom der FTD erscheint namentlich im Link dieses Artikels, daher wurde der Beitrag nicht angenommen. Da man den Link nun mal nicht verändern kann, werde ich den Artikel ungekürzt einfügen. Fehlermeldung an Ariva ging raus. Idiotenkram!)

Drei Jahre hat die FTD der Kanzlerin sorgsam empfohlen, wie die Krise zu managen ist. Jetzt geht die Zeitung an den Folgen der unzureichenden Umsetzung zugrunde. Wie ungerecht.      

Seit klar ist, dass der FTD die Zukunft ausgeht, haben viele Medienleute in den vergangenen Tagen dargelegt, woran das liegt. Und warum das fürs eigene Blatt überhaupt gar nicht zutrifft. Fffff. Wald. Da ist mal von der Konkurrenz aus dem Internet die Rede, mal von strukturell schwindender Bereitschaft, Anzeigen zu schalten. Oder von falschen Entscheidungen.

Alles sicher richtig. Nur der wahre Grund ist bislang nicht wirklich erkannt worden. Es war bei nüchterner Betrachtung: Angela Merkel.

Nun wird der ein oder andere vielleicht sagen, dass das jetzt doch leicht neurotische Züge trägt. Na ja. Sie werden in den nächsten Absätzen selbst sehen, was für die These spricht. Und wie ungerecht die Welt dann wirkt.

Wer nicht auf die FTD hört

Seit drei Jahren haben wir uns immerhin alle Mühe gegeben, der Kanzlerin mit Rat zur Seite zu stehen - und sie vor Unbill im Management der Euro-Krise zu schützen. Was uns nicht voll gelungen scheint.

Immerhin haben wir im beginnenden griechischen Winter 2009/10 überlegt, ob es nicht dumm ist, Hilfe per se auszuschließen, wenn es um eine sich selbst verstärkende Angstspirale wie bei einem Bank-Run geht - weil das sonst andere Länder ansteckt. Wir hatten irgendwie im Gefühl, dass es nicht zielführend ist, ein Krisenland hohe Kreditzinsen zahlen zu lassen, wenn man will, dass das Land seine Schulden ab- und nicht aufbaut. Und wir haben gelegentlich zu unterbreiten versucht, dass es zum Gegenteil von sinkenden Schulden führen kann, wenn einem Land allzu viel Austerität auferlegt wird, es heillos kürzt und Steuern erhöht - weil dann die Wirtschaft einbricht und die Schuldenquote (gemessen an der Wirtschaftsleistung) sofort steigt.

Wir haben uns auch Mühe gegeben, die Eskalation verhindern zu helfen, und im Sommer 2011 gewarnt, nicht unbedingt die Privatgläubiger zu schröpfen. Weil auch das nur neue Panik auszulösen drohe. Stattdessen müsse am Ende in so einer Krise ohnehin die Notenbank das System garantieren. War nur gut gemeint.

Irgendwie vergebens. Frau Merkel hat eigentlich per se immer erst mal das Gegenteil gemacht - erst mal:

* Keine Kredite für Griechenland - bis die Eskalation kam und im eigenen Interesse nichts anderes blieb.

* Rumtata-Austerität - bis klar war, dass das Depression und steigende statt fallende Schulden gibt.

* Strafzinsen - bis die Einsicht reifte, dass das Quatsch ist.

* Privatgläubigerbeteiligung - bis die Krise wie prophezeit eskalierte.

* Poltern gegen EZB-Interventionen - bis auch hier diesen Spätsommer der Druck der Vernunft so groß wurde und die Kanzlerin das jetzt ganz schön gut zu finden scheint.

* Und noch im Sommer ein lautes Merkel-Nein zu "Mehr Zeit für Athen" - bis zum jüngsten Gipfel, wo genau das beschlossen wurde, weil alles andere kontraproduktiv wäre.


Konjunkturabsturz lässt Träume platzen
Schock Im Juli 2011 boxte die Kanzlerin gegen vielfache Warnung die Umschuldung Griechenlands durch. Das sorgte an den Märkten für neue Panik, ließ die Euro-Krise eskalieren und Aktienkurse wie Konjunktur abrupt einbrechen.
Wende Seit dem Schockmoment ist es vorbei mit Deutschlands starkem Aufschwung - und auch vorbei mit dem Trend zu allmählich wieder besseren Geschäften in den deutschen Zeitungshäusern.

Das Drama ist, dass späte Einsicht nicht vor Schaden schützt. Und dass in den beständig drei bis zwölf Monaten, die es brauchte, bis die Kanzlerin unseren Rat doch umsetzte, die Krise schon wieder weiter eskaliert war. Was dazu geführt hat, dass sie irgendwann auch die reale Wirtschaft hier erfasst hat. Womit wir bei der Ungerechtigkeit der Geschichte wären.

Zwar hat selbst die EZB nun nötigenfalls eindrucksvolle Interventionen angekündigt - was seit Wochen beruhigend wirkt. Nur hat es uns in der Zwischenzeit selbst erwischt. Ein bisschen so wie den guten Winnetou, als er sich rettend vor Old Shatterhand wirft - und dann (Achtung, hier endet, bitte schön, die Parallele) in seinen Armen stirbt.

Dabei erweist sich bei näherer Betrachtung als Todesstoß im Hier und Jetzt jenes besagte Festhalten der Kanzlerin an der griechischen Umschuldung, also Privatgläubigerbeteiligung, das Experten heute als Auslöser der dramatischen Kriseneskalation im zweiten Halbjahr 2011 einstufen. Der Schnitt löste in der Tat damals Panik aus, stieß plötzlich Italien und Spanien in den Angstsog - und sorgte vor allem europaweit dafür, dass Aktienkurse und Konjunktur einbrachen. Das Ifo-Geschäftsklima für die deutsche Wirtschaft stürzte in just diesem Moment jäh ab.

Ergebnis: Seitdem ist es Aus mit den deutschen Wachstumsraten um drei Prozent; die Wirtschaft dürfte jetzt zum zweiten Mal schrumpfen. Und, Achtung: Seit eben diesem Sommer 2011 ist es auch Aus mit jenem vormals zarten, aber stetigen Aufwärtstrend bei den Anzeigenverkäufen deutscher Zeitungen und Zeitschriften (siehe Grafik) - Schluss mit jenem Hoffnungstrend, der mit dem Aufschwung 2009 eingesetzt hatte und allmählich Entlastung versprach, wenn auch nicht auf früheren Niveaus. In den wichtigsten deutschen Wirtschaftsblättern begann darauf der neue und fatale Abwärtstrend, der seitdem ebenso wenig gestoppt wurde wie der Rückgang beim Geschäftsklima - und der mit jenem Konjunktureinbruch nach Merkels Coup begonnen hat. Kein Zufall.

Das vorläufige Ende der Geschichte kennen Sie. Fatal eben. Immerhin hatten uns unsere Geldgeber noch gesagt, dass es nicht so schlimm sei, wenn wir noch mal den ein oder anderen Euro Verlust machen - solang der Trend im Geschäft nach oben gehe. Damit war seit Mitte 2011 Schluss. Woran sich seitdem konjunkturell auch wenig geändert hat.

Nobel wie einst Winnetou

Nun muss das nicht heißen, dass verschwindende Zeitungen sonst nicht in einem oder zwei Jahren weg gewesen wären. Möglich. Nur scheint der Merkel-Faktor doch stark mitgespielt zu haben. Was jetzt wenig ändert. Es lebt sich nur besser, wenn man die tieferen Gründe vollumfänglich versteht - und sagen kann, dass uns die Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausgegangen wäre, wenn die Kanzlerin nur früher auf unser Flehen gehört hätte. Filmreif.

Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn die Krise im Frühjahr gar nicht eskaliert wäre, das nicht Iren, Portugiesen und Spanier mitgezogen hätte, es dort jetzt keine unnützen Rezessionen gäbe - und unsere grundauf gesunde Wirtschaft ihren eigentlich damals absehbar langen Aufschwung erleben würde. Und der Trend bei den strukturell schwächelnden Umsätzen der Zeitung deshalb konjunkturbedingt zumindest noch in die richtige Richtung ginge.

Jetzt stehen wir da wie Edmund Stoiber, Helmut Kohl, Jürgen Rüttgers, Norbert Röttgen, George W. Bush, Silvio Berlusconi, Nicolas Sarkozy und die anderen, die Angela Merkel auf der Strecke hat liegen lassen. Obwohl wir es so gut meinten.

Da muss Frau Merkel eben ohne uns auskommen. Sie wird schon sehen, was sie davon hat. Da hat sie erst mal keinen, der ihr vorher sagt, welche Entscheidung sie in der Euro-Krise in drei bis zwölf Monaten korrigieren muss. Nicht mehr auf lachsrosa. Kann man nur hoffen, dass das ein oder andere hängen geblieben ist.

Die Zeitung stirbt. Wir denken weiter. Weil wir müssen. Keine Frage.


Moderation
Zeitpunkt: 03.12.12 11:24
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An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
Antworten
A.L.:

zu Evans-Pritchard/de Buiter in # 893

3
01.12.12 10:37
"Citigroup's end of year forecast – Prospects for Economies and Financial Markets in 2013 and Beyond – is in essence a celebration of American revival and ascendancy. It sentences Europe to slow economic death. The growth gap in 2012 between the US (+2.2) and the eurozone (-0.4) is the 2.6pc, the biggest since 1993. Professor Buiter – Citi's chief economist – said this is not a one-off. The differential will widen to 3.4pc in 2014 and continue at extreme levels into the latter part of the decade."

Wenn man 2,6 % Wachstumsdifferenz zwischen USA und Europa konstatiert - die höchste seit 1993 - , dann sollte man auch einen Blick darauf werfen, wie dieses Wachstum jeweils zustandekommt.

Kleiner Tipp vorweg: Dass das US-Wachstum im 3 Q. in der Revision den ursprünglichen Wert von 2 % deutlich übertraf und letztlich 2,7 % betrug, lag einzig und allein an stark gestiegenen Regierungsausgaben (government spending) in der Vorwahlperiode, siehe auch # 886:
www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4075#jumppos101886

Wenn also Obama im Wahlkampf die Staats- und Rüstungsausgaben hochfährt, die wie üblich aus Neuverschuldung (Gelddrucken) finanziert werden, dann wird das von den "Analysten" ohne mit der Wimper zu zucken dem US-"Wachstum" zugeschlagen. Auch die starken (euphemistische) Lageraufstockungen der US-Firmen - im Prinzip ist das "Produktion auf Halde" - trugen zum höheren Revisionswert von 2,7 % bei.

Laut Zerohedge stammt in Q3 ein sattes Viertel der BIP-Wachstumsteigerung aus Regierungsausgaben. Volkswirtschaftlich macht es aber einen gewaltigen Unterschied, ob die Wirtschaft organisch wächst (= Steigerung der privaten Nachfrage aus z. B. gestiegenen Einkommen und/oder mehr Jobs) oder ob das Bernanke/Geithner/Obama "Print&Spend"-Trio erneut auf die Schuldentube drückt. Evans-Prichard beziffert die US-Schuldenquote im Artikel in # 893 bereits mit 110 %.

In Europa hingegen werden - was auch dringend Not tut - Sparauflagen umgesetzt und Austerität verordnet, mit der absehbaren Folge, dass die Wirtschaft - insbesondere in den PIIGS - einbricht. Ich bin (im Gegensatz zu Umkipper-Murksel) nach wie vor FÜR diese Sparmaßnahmen, weil damit vorangegangene Exzesse korrigiert werden. Dies ist für eine nachhaltige Lösung der Überschuldungs-/Euro-Krise unabdingbar. Wenn z. B. Spanien einen unhaltbaren Bau-Boom losgetreten hat, der eine Scheinblüte erzeugte, ist es nur logisch und folgerichtig, dass dieser vorgezogene Konsum nun mit "sieben mageren Jahre" wieder ausgeglichen und dabei die Exzesse wieder abgebaut werden. Deleveraging ist aus dem Grund "gesund", weil es langfristig nachhaltig ist. (Spanien hingegen fordert mehr Geld aus Europa, um die Scheinblüte weiter am Laufen zu halten - getreu der US-Devise "kicking the can down the road").

Das Gleiche täte auch den Amis gut. In USA sollte ebenfalls ein letztlich heilsamer Deleveraging-Prozess für die 2007/2008 geplatzten Kreditblase "zugelassen" werden. Doch statt ebenfalls auf Austerität zu setzten, was kurzfristig Leid und Politikerschelte brächte, haben die Amis das Gelddrucken seit 2008 auf die Spitze getrieben und die Fed in den Rang einer "Bad Bank" Amerikas erhoben. Dieses Konzept zwingen sie via Ratingsabstufungen nun auch Europa auf - wo die EZB als "bad bank" fungieren soll. Goldman-Draghis "spurt" auch entsprechend, wenn US-Ratingagenturen "pfeifen". Moody's hat gerade wieder den Eurorettungsschirm runtergestuft:
www.ftd.de/politik/europa/...ro-rettungsschirm-herunter/70124056.html

Citigroup-Chefvolkswirt Buiter muss man daher ankreiden: Er lässt in seiner "Analyse" - wie alle Wall-Street-Hedonisten - völlig außer Acht, dass in USA die Neuverschuldung seit 2008 oft zweistellig war und 2012 bei immer noch 7 % lag. Was ist ein BIP-Wachstum von 2 % wirklich "wert", wenn es dieses Jahr mit 7 % Neuverschuldung "erkauft" wurde und in den Jahren davor mit teils über 10 %? Stöffen wies in einem Link darauf hin, dass die Ineffizienz des Keynes-(Dauer-)Stimulus zum Himmel stinkt:  Zurzeit müssen 5,60 Dollar ausgegeben werden, um für 1 Dollar "Wachstum" zu erzeugen:
www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4072#jumppos101818

Die Vorhersagemethode "lineare Strichverlängerung" wird insbesondere dann problematisch, wenn sich die Rahmenbedingungen infolge eben dieser Politik verändern. Schon 100 % Schuldenquote ist beim weltgrößten Schuldner USA bedenklich. Nun sind es bereits 110 % (laut Evans-P.). Italien hat - zum Vergleich - 125 % und gilt gemäß Evans-P. als "doomed" ("falling in the abyss").

Das Fiscal Cliff ist daher weit mehr als nur ein Stolperstein zur Jahreswende. Die Diskussion über Erhöhungen der Schuldenobergrenze wird US-Politiker auch künftig stark beschäftigen, zumal beim vortlaufenden Gridlock. Geithners "Amtsmüdigkeit" hat einen guten Grund. Die Reps werden es sich nicht nehmen lassen, wie im Sommer 2011 auf die  drohende Staatspleite Amerikas verweisen - da ihnen Neuverschuldung und "Staat" eh ein Dorn im Auge sind.

Die Konkurrenz der Industrieländer ist nicht, wie Buiter wähnt, ein Wettlauf im Gelddrucken. Und die Amis sind auch nicht die schönsten, feinsten, besten und erfolgreichsten ("revival"), weil sie der aktuelle "Druckweltmeister" sind (an dieser Stelle ein dezentes "Vogelzeigen" an Gelddruckempfehler Fr!cke R.I.P., # 898).

Langfristig wird derjenige am besten dastehen, der am am nachhaltigsten wirtschaftet, selbst wenn dies kurzfristig mit Deleveraging-Leid einhergehen mag. Jedenfalls unter der Prämisse, dass USA sich mit Ihrer Politik und deren "Sheriffs" von den Ratingagenturen nicht durchsetzen und die ganze Welt über ein Gelddruck-Wettlauf in den Abgrund drücken/drucken (dann wird es auch die Sparernationen mit dahinraffen).

In dem Sinne kann man nur begrüßen, dass Fr!cke seinen Gelddruck-Stuss künfig nur noch im Hartz-Null-Bunker posten kann.



FAZIT: Buiters BIP-Wachstumsvergleich USA-Europa ist eine Milchmädchenrechnung, weil die höchst unterschiedliche Neuverschuldung hedonistisch unter den Teppich gekehrt wird. Für eine realistische Betrachtung müsste man das BIP-Wachstum hüben wie drüben "Neuverschuldungs-bereinigen". Das käme für die Amis freilich überhaupt nicht in Frage, weil dabei nämlich herauskäme, dass die US-Wirtschaft de facto ("Dollarinflations-bereinigt") SCHRUMPFT - und womöglich sogar noch stärker als Europas Wirtschaft.

Und in dem Sinne ist Evans-Pritchards Artikel auch nur die übliche "angelsächsische Gelddruck-Propaganda" - diesmal aufgehübscht mit Europa-Häme als späte Genugtuung dafür, dass Großbritannien nicht den Euro einführte. An dieser Stelle daher auch noch mal herzlichen Glückwunsch an Ambrose: Ihr Briten habt bewiesen, dass man auch mit dem Pfund und einer eigenen Notenbank die Staatsfinanzen komplett an die Wand fahren kann.
Antworten
A.L.:

P.S. Warum ist Ambrose ein Gold-Bug?

5
01.12.12 11:04
Die Artikel von Ambrose Evans-Pritchard im Telegraph sind schön (hämisch) geschrieben, aber unterschwellig ambivalent und letztlich logisch inkonsistent.

Einerseits predigt er die angelsächsische Doktrin des Gelddruckens, offenbar in der Erwartung, dass dies WIRKLICH HEILSMAN für die Volkswirtschaften sei (umgekehrt lässt er kein gutes Haar an den verordneten Sparzwängen in den PIIGS).

Andererseits ist aber bekennder Gold-Bug. Dies wiederum geht gewöhnlich mit der Master-Hypothese einher, dass sich das Gelddrucken langfristig eben NICHT ALS HEILSAM, sondern als Geldwert-zersetzend entpuppen wird.

Die Kombination aus beidem lässt ihn in seinen Artikeln auf einen seltsamen Schlinger-Kurs mäandern - wobei er sich als gefeierter Narzisst erkennbar darin gefällt, allseitig mit geschliffenen Formulierungen Doom&Gloom (aka Weltuntergang) zu verkünden, was er ja auch perfekt beherrscht.

Entsprechend ambivalent ist mein Verhältnis zu EAP ("leichte Übelkeit", "Bauchschmerzen"). Wenn schon "doom", dann doch bitte konsequent und konsistent auf der ganzen Linie. In dem Sinne ist mir sogar Cash-Warner Müller (Mr. Dax) lieber. Der ist  ebenfalls Weltuntergangsprophet, versteigt sich aber nicht wie EAP in angelsächsische Karnickel-aus-dem-Hut-Hoffnungen, dass mit Gelddrucken noch eine kurzlebige Pseudo-Erholung herbeigezaubert werden kann.
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