(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 28, 2012 10:37 ET (15:37 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2012
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1. Labertasche: Fiscal Cliff keine Gefahr (SP-500: +30 Punkte)
2. Labertasche: Fiscal Cliff doch sehr bedrohlich (SP-500: -15 Punkte)
3. Labertasche: bin optimisch bezüglich Fiscal Cliff (SP-500: +30 Punkte, assistiert vom PPT in "Nachtsitzung" - # 877).
4. wie 2 (-15)
5. wie 3 (+30) 6.... usw. usf.
Eine ähnlich orchestrierte "Markt-Dynamik" sah man bei den zahlreichen Griechen-Rettungen. Positive "Rettungs"-News brachten jedes Mal mindestens doppelt so viel prozentualen Anstieg, wie negative News zwischenzeitlich wieder herausnahmen.
Hauptsache die Börsen steigen, dann ist ja bekanntlich auch die Wirtschaft in Ordnung ;-)
Der Artikel ist zwei Wochen alt, gewinnt mMn aber Aktualität. Mein Take-Away:
a) kurz- und mittelfristig ist das zu erwartende Can-Kicking gar nicht so schlecht. Und was interessiert uns, was ist, wenn wir schon lange tot sind? (John Maynard)
b) die unterliegenden Annahmen des CBO-Szenarios sind ziemlich witzig (im Artikel angucken)
Willem Buiter's imperial uber-blick of the world economy, ein Abriß des Jahresausblickes (und drüber hinaus) des hier wohlbekannten Citi-ChefVoWis, aus dem Blog von Ambrose, freundlicherweise von kicky nebenan im Sozialtalk-Thread gepostet. Ambrose vermischt Buiters Werk zuweilen mit seinen eigenen Ansichten, die aber hinsichtlich der katastrophalen Aussichten für Kern-"Euro"-Europa (EMU) wohl deckungsgleich sind. Dem lt. Buiter ebenfalls drohenden Bedeutungsverlust UKs schenkt Ambrose etwas weniger Platz
Für die Zwecke des Bärenthreads hier die essentials / Leitthesen aus meiner Sicht, "worth chewing over":
Tenor: USA fine and ascending, Europe doomed >> in essence a celebration of American revival and ascendancy. It sentences Europe to slow economic death
India will overtake Germany by 2020. (German growth will be: 2013 (0.5), 2014 (0.3), 2015 (0.9). 2016 (1.1) — in other words, slow asphyxiation along with the rest of EMU).
In the euro area, we expect continued recession in 2013 and 2014 and prolonged weakness thereafter — with ongoing financial strains and, over the next few years, Grexit (Greek exit) plus a series of sovereign debt restructurings.
>>> diese Perspektive ist übrigens ein Faustschlag ins Gesicht der heute selbstgefällig grunzenden Euroretter-Politratten, denn beim Eintritt von "Greek exit plus a series of sovereign debt restructurings" wären für D hunderte Milliarden an Garantien fällig und der Bundeshaushalt auf Jahrzehnte verbrannt.
Für die PIIGFS:
Italy will slide slowly into the abyss, with further contraction in 2013 (-1.2) and again in 2014 (-1.5), and near zero growth from then on. Spain is not much better. Portugal will contract 4.6pc next year. They will all need debt restructuring. France is dead until 2016.
Buiter / Ambrose –Wertung des EURO / der EMU:
The "flawed EMU structures" have doomed Europe to a generation of depression. The euro itself has become a force of economic destruction.
Worse than Japan. This is even more dire than most Euro-sceptics expected. We thought EMU was an insidious undertaking – a Trojan Horse for an assault on the democratic nation state and that would eventually eviscerate the fiscal powers of parliaments – but few thought it would lead to economic depression and mass unemployment as well.
Zum phönixhaften Aufstieg der USA:
that the US was less damaged by the 2008-2009 crisis than seemed the case at first. The US shale and energy revolution has transformed the geo-strategic picture. Cheap gas creates a huge competitive advantage for US chemicals, plastics, glass and other industries, and will do so for years.
The "great homecoming" of manufacturing jobs – fleeing wage inflation in China – has ended the 20-year phase of globalisation we all know.
Zu commodities:
Citigroup thinks China will slow to a 7pc growth rate … China is shifting to a phase that needs a lot less iron ore and metals, and perhaps less oil than people assume as well, so you can forget about a return to the frenetic resources boom of the last decade …"It is now clear that the commodity super-cycle is over"
... Frank Schäffler zur heutigen Buntestags-Abstimmung, Interview in der Passauer Neuen Presse, 28.11.2012 ... zu finden auf www.frank-schaeffler.de/node/2189/
Der Bundestag soll das Paket schnell beschließen. Ist das der richtige Weg aus der Krise?
Frank Schäffler: Jetzt werden alle roten Linien überschritten. Das ist faktisch ein drittes Hilfspaket. Ich werde dem nicht zustimmen. Es wird völlig klar, dass die Griechenland-Hilfe staatlich finanziert wird. Das bedeutet, dass die Steuerzahler nun dafür aufkommen
müssen. Die Eurogruppe bricht jetzt ihre selbstgegebenen Regeln, dass Griechenland bis zum Jahr 2020 die Verschuldung auf 120,5 Prozent reduziert haben muss. Dieses Ziel wird auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.
Der Ruf nach einem weiteren Schuldenschnittwird lauter.
Schäffler: Alles, was man im Frühjahr festgelegt hat, ist jetzt Makulatur. Hier werden der Bundestag und alle Deutschen getäuscht. Schon beim ersten Schuldenschnitt sind die Zahlen schöngerechnet worden. Die Lage Griechenlands ist heute viel schlimmer als erwartet. Die Zahlen, die jetzt aufgeschrieben werden, stimmen sicher auch nicht. Griechenland hat im Euro keine Chance, Investoren zu finden. Hier findet eine Insolvenzverschleppung statt, um die Eurozone um jeden Preis so zusammenzuhalten.
Aus den Bundestagsfraktionen kommt Kritik wegen des schnellen Verfahrens.
Schäffler: Dieses Eilverfahren hat nichts mit einer seriösen Prüfung zu tun. So ist es leider seit Beginn der Finanzkrise immer gelaufen. Die Abgeordneten haben immer relativ viel Papier und extrem wenig Zeit bekommen. Eine sorgfältige Prüfung ist da nicht möglich. Die Zahlen, die jetzt vorgelegt werden, sind getrickst. Jetzt wird alles Geld zusammengekratzt: Die Zinsen werden gesenkt und gestundet. Die Bundesbank wird genötigt, Gewinne auszuschütten. Wenn man die Bundesbank zwingt, ihre Gewinnverwendung nach tagespolitischer Opportunität zu gestalten, geht man an ihre Unabhängigkeit heran.
(...)
"Ben Bernanke could learn a thing or two here"
Naja, mit einem Schuss Ironie würde ich sagen: nach Kanada umzuziehen und dann einen gemütlichen Job zu haben...
Ich bin kein Freund von Bernanke, zumal der mir aufs allerbösartigste meine gesamten Shorts zerschossen hat, aber ein gewichtiger Unterschied zwischen USA und Kanada war und ist, dass letzteres keine Wallstreet hat, und auch kein dramatisches Verschuldungsproblem.
Da kann man relativ leicht einen guten Job als Zentralbankchef machen...
30.11.2012, 22:09
Kolumne:Thomas Fr!cke - die FTD, Angies jüngstes Opfer(Anmerkung von mir: Der Chefökonom der FTD erscheint namentlich im Link dieses Artikels, daher wurde der Beitrag nicht angenommen. Da man den Link nun mal nicht verändern kann, werde ich den Artikel ungekürzt einfügen. Fehlermeldung an Ariva ging raus. Idiotenkram!)
Drei Jahre hat die FTD der Kanzlerin sorgsam empfohlen, wie die Krise zu managen ist. Jetzt geht die Zeitung an den Folgen der unzureichenden Umsetzung zugrunde. Wie ungerecht.
Alles sicher richtig. Nur der wahre Grund ist bislang nicht wirklich erkannt worden. Es war bei nüchterner Betrachtung: Angela Merkel.
Nun wird der ein oder andere vielleicht sagen, dass das jetzt doch leicht neurotische Züge trägt. Na ja. Sie werden in den nächsten Absätzen selbst sehen, was für die These spricht. Und wie ungerecht die Welt dann wirkt.
Seit drei Jahren haben wir uns immerhin alle Mühe gegeben, der Kanzlerin mit Rat zur Seite zu stehen - und sie vor Unbill im Management der Euro-Krise zu schützen. Was uns nicht voll gelungen scheint.
Immerhin haben wir im beginnenden griechischen Winter 2009/10 überlegt, ob es nicht dumm ist, Hilfe per se auszuschließen, wenn es um eine sich selbst verstärkende Angstspirale wie bei einem Bank-Run geht - weil das sonst andere Länder ansteckt. Wir hatten irgendwie im Gefühl, dass es nicht zielführend ist, ein Krisenland hohe Kreditzinsen zahlen zu lassen, wenn man will, dass das Land seine Schulden ab- und nicht aufbaut. Und wir haben gelegentlich zu unterbreiten versucht, dass es zum Gegenteil von sinkenden Schulden führen kann, wenn einem Land allzu viel Austerität auferlegt wird, es heillos kürzt und Steuern erhöht - weil dann die Wirtschaft einbricht und die Schuldenquote (gemessen an der Wirtschaftsleistung) sofort steigt.
Wir haben uns auch Mühe gegeben, die Eskalation verhindern zu helfen, und im Sommer 2011 gewarnt, nicht unbedingt die Privatgläubiger zu schröpfen. Weil auch das nur neue Panik auszulösen drohe. Stattdessen müsse am Ende in so einer Krise ohnehin die Notenbank das System garantieren. War nur gut gemeint.
Irgendwie vergebens. Frau Merkel hat eigentlich per se immer erst mal das Gegenteil gemacht - erst mal:
* Keine Kredite für Griechenland - bis die Eskalation kam und im eigenen Interesse nichts anderes blieb.
* Rumtata-Austerität - bis klar war, dass das Depression und steigende statt fallende Schulden gibt.
* Strafzinsen - bis die Einsicht reifte, dass das Quatsch ist.
* Privatgläubigerbeteiligung - bis die Krise wie prophezeit eskalierte.
* Poltern gegen EZB-Interventionen - bis auch hier diesen Spätsommer der Druck der Vernunft so groß wurde und die Kanzlerin das jetzt ganz schön gut zu finden scheint.
* Und noch im Sommer ein lautes Merkel-Nein zu "Mehr Zeit für Athen" - bis zum jüngsten Gipfel, wo genau das beschlossen wurde, weil alles andere kontraproduktiv wäre.
| Konjunkturabsturz lässt Träume platzen |
|---|
| Schock Im Juli 2011 boxte die Kanzlerin gegen vielfache Warnung die Umschuldung Griechenlands durch. Das sorgte an den Märkten für neue Panik, ließ die Euro-Krise eskalieren und Aktienkurse wie Konjunktur abrupt einbrechen. |
| Wende Seit dem Schockmoment ist es vorbei mit Deutschlands starkem Aufschwung - und auch vorbei mit dem Trend zu allmählich wieder besseren Geschäften in den deutschen Zeitungshäusern. |
Das Drama ist, dass späte Einsicht nicht vor Schaden schützt. Und dass in den beständig drei bis zwölf Monaten, die es brauchte, bis die Kanzlerin unseren Rat doch umsetzte, die Krise schon wieder weiter eskaliert war. Was dazu geführt hat, dass sie irgendwann auch die reale Wirtschaft hier erfasst hat. Womit wir bei der Ungerechtigkeit der Geschichte wären.
Zwar hat selbst die EZB nun nötigenfalls eindrucksvolle Interventionen angekündigt - was seit Wochen beruhigend wirkt. Nur hat es uns in der Zwischenzeit selbst erwischt. Ein bisschen so wie den guten Winnetou, als er sich rettend vor Old Shatterhand wirft - und dann (Achtung, hier endet, bitte schön, die Parallele) in seinen Armen stirbt.
Dabei erweist sich bei näherer Betrachtung als Todesstoß im Hier und Jetzt jenes besagte Festhalten der Kanzlerin an der griechischen Umschuldung, also Privatgläubigerbeteiligung, das Experten heute als Auslöser der dramatischen Kriseneskalation im zweiten Halbjahr 2011 einstufen. Der Schnitt löste in der Tat damals Panik aus, stieß plötzlich Italien und Spanien in den Angstsog - und sorgte vor allem europaweit dafür, dass Aktienkurse und Konjunktur einbrachen. Das Ifo-Geschäftsklima für die deutsche Wirtschaft stürzte in just diesem Moment jäh ab.
Ergebnis: Seitdem ist es Aus mit den deutschen Wachstumsraten um drei Prozent; die Wirtschaft dürfte jetzt zum zweiten Mal schrumpfen. Und, Achtung: Seit eben diesem Sommer 2011 ist es auch Aus mit jenem vormals zarten, aber stetigen Aufwärtstrend bei den Anzeigenverkäufen deutscher Zeitungen und Zeitschriften (siehe Grafik) - Schluss mit jenem Hoffnungstrend, der mit dem Aufschwung 2009 eingesetzt hatte und allmählich Entlastung versprach, wenn auch nicht auf früheren Niveaus. In den wichtigsten deutschen Wirtschaftsblättern begann darauf der neue und fatale Abwärtstrend, der seitdem ebenso wenig gestoppt wurde wie der Rückgang beim Geschäftsklima - und der mit jenem Konjunktureinbruch nach Merkels Coup begonnen hat. Kein Zufall.
Das vorläufige Ende der Geschichte kennen Sie. Fatal eben. Immerhin hatten uns unsere Geldgeber noch gesagt, dass es nicht so schlimm sei, wenn wir noch mal den ein oder anderen Euro Verlust machen - solang der Trend im Geschäft nach oben gehe. Damit war seit Mitte 2011 Schluss. Woran sich seitdem konjunkturell auch wenig geändert hat.
Nun muss das nicht heißen, dass verschwindende Zeitungen sonst nicht in einem oder zwei Jahren weg gewesen wären. Möglich. Nur scheint der Merkel-Faktor doch stark mitgespielt zu haben. Was jetzt wenig ändert. Es lebt sich nur besser, wenn man die tieferen Gründe vollumfänglich versteht - und sagen kann, dass uns die Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausgegangen wäre, wenn die Kanzlerin nur früher auf unser Flehen gehört hätte. Filmreif.
Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn die Krise im Frühjahr gar nicht eskaliert wäre, das nicht Iren, Portugiesen und Spanier mitgezogen hätte, es dort jetzt keine unnützen Rezessionen gäbe - und unsere grundauf gesunde Wirtschaft ihren eigentlich damals absehbar langen Aufschwung erleben würde. Und der Trend bei den strukturell schwächelnden Umsätzen der Zeitung deshalb konjunkturbedingt zumindest noch in die richtige Richtung ginge.
Jetzt stehen wir da wie Edmund Stoiber, Helmut Kohl, Jürgen Rüttgers, Norbert Röttgen, George W. Bush, Silvio Berlusconi, Nicolas Sarkozy und die anderen, die Angela Merkel auf der Strecke hat liegen lassen. Obwohl wir es so gut meinten.
Da muss Frau Merkel eben ohne uns auskommen. Sie wird schon sehen, was sie davon hat. Da hat sie erst mal keinen, der ihr vorher sagt, welche Entscheidung sie in der Euro-Krise in drei bis zwölf Monaten korrigieren muss. Nicht mehr auf lachsrosa. Kann man nur hoffen, dass das ein oder andere hängen geblieben ist.
Die Zeitung stirbt. Wir denken weiter. Weil wir müssen. Keine Frage.
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