Anzeige
Meldung des Tages: Noch unter 2x Umsatz bewertet – aber wie lange noch?
Neuester, zuletzt geles. Beitrag
Antworten | Börsen-Forum
Übersicht ZurückZurück WeiterWeiter
... 3743  3744  3746  3747  ...

Der USA Bären-Thread


Beiträge: 156.457
Zugriffe: 26.541.320 / Heute: 1.092
S&P 500 6.880,32 +0,28% Perf. seit Threadbeginn:   +371,58%
 
Anti Lemming:

Peak Oil war Ölblasen-Rechtfertigung

8
18.02.12 10:33

Jahrelang haben einschlägige Ariva-IDs (Biomuell u. a.) mit geradezu missionarischem Eifer die Oil Peak Theorie verfochten. Nun sagt selbst Citigroup, dass es eine Lüge war (# 597).

Ich hatte immer dagegengehalten - u. a. in meinem Anti-Rohstoff-Thread - , dass "Oil Peak" lediglich eine Rechtfertigungsstrategie der an den Preisanstiegen verdienenden Zockerbanken ist.

Die tatsächlichen Gründe für den massiven Ölpreisanstieg von 1999 bis 2008 waren

1. die 1999 aufgehobenen CFTC-Beschränkungen  im Öl-Terminhandel. Diese Beschränkungen waren per Gesetz in der Großen  Depression erlassen worden, weil Politiker damals (nachträglich)  erkannt hatten, dass das Gezocke der Großbanken im Ölmarkt eine der  Mit-Ursachen für den 1929-Crash samt dem nachfolgenden Massenelend war;

2.  die 1999 erfolgte Aufhebung des Glass-Steagall-Acts. Dieses ebenfalls  in der Großen Depression erlassene Gesetz trennte Geschäftsbanken strikt  von Investmentbanken. Bis zum Inkraftentreten konnten Geschäftsbanken  nach Belieben mit Kundengeldern im Ölmarkt herumspekulieren bzw. als  "Investmentbanken" tätig werden.

Nach der Aufhebung dieser  beiden Gesetze durch die Clinton-Adminstration konnten Geschäftsbanken  nun wieder - wie in der Zeit vor 1929 - ungehemmt als "Investmentbanken"  im Ölmarkt herumspekulieren. Die Folgen waren  ähnlich wie 1929 - es bildeten sich gigantische, mit den Kundeneinlagen  der Geschäftsbanken erzockte Blasen. Nicht nur bei Öl, sondern auch bei  anderen Metallen und Edelmetallen.

In der Folge stieg der  Ölpreis von 10 Dollar pro Fass in 1999 auf bis zu 147 Dollar in 2008.  Goldman und Exxon rieben sich die Hände.

Freilich bedufte es  dazu einer Rechtfertigung, weil der geneppte Joe Sixpack an der  Tanksäule nicht mit der Erklärung abgespeist werden kann, Goldman und  Exxon wollten sich eine goldene Nase verdienen.

Folglich  zauberten von der Öl-Industrie gekaufte "Wissenschaftler" die  Oil-Peak-Theorie aus dem Hut. Sie argumentierten: Öl würde allmählich  zur Neige gehen (Fakt ist: die Reserven  reichen noch über 100 Jahre), und dies sei, kombiniert mit gestiegener  asiatischer Nachfrage, die "Ursache" für die starken Ölpreis-Anstiege.  Insgesamt handele es daher nur umAngebot/Nachfrage-Effekte in einem  "freien Markt".

In Wahrheit handelt es sich - bis heute -  schlicht um Zockerei. Im Masterplan der Umverteilung von unten nach oben  ging es darum, Joe Sixpack abzukassieren und die Finanz- und Ölkonzerne  noch reicher zu machen. Korrupte US-Politiker, von den Lobbyisten durch  Wahlkampfspenden "bestochen", ebneten dazu den Weg, indem sie die  beiden o.g. "lästigen" Gesetze aus der Großen Depression kippten.

Diese Tatsachen werden bis heute verkannt. Fragt man einen deutschen  Politiker, warum das Öl so teuer geworden ist, wird er mit Sicherheit  von knappem Angebot/starker Nachfrage faseln - also genau das  wiederkäuen, was ihm von Goldman und Exxon bezahlte Forscher-Scharlatane  gebetsmühlenhaft ins Hirn geblasen haben.

Antworten
Anti Lemming:

Draghi ist schon ein Genie

5
18.02.12 10:56
Drei Sprüche und 15 Mausklicks - und schon stehen den verzockten europäischen Banken (und Staaten) eine Billion Euro zur Verfügung - Geld, mit dem die Banken nun auch wieder wie üblich Aktien hochzocken (= Ursache der Monster-Rallye seit Dez.).

Heute noch drei Sprüche und 15 Mausklicks - und schon haben die von der EZB aufgekauften PIIGS-Staatsanleihen neue Wertpapierkennnummern. Sie fallen damit nicht mehr unter den Schuldenschnitt, zu dem sich am Montag private Gläubiger (PSI) freiwillig und zur Not mit Gewalt (Griechen können Anleihen-Emissionsbestimmungen (CAC-Klauseln) rückwirkend ändern) bereit erklären sollen.

Das Fatale: Zuvor war die EZB mit ihrem Cybergeld massiv (55 Mrd. Euro) am PIIGS- Anleihemarkt aktiv, so als wäre sie ein echter Käufer. Mit den nun beschlossenen Sonderrechten beim Schuldenschnitt entlarvt sie sich nun als reiner Marktmanipulator - sozusagen als Käufer-Schaf im EZB-Pelz/Filz.

Dass private Gläubiger für ihre Verzockerschäden in den PIIGS die Suppe auslöffeln müssen, finde ich gut und richtig. Aber wieso sollte die EZB davon ausgenommen werden? Wer als Käufer von Staatsanleihen am Markt agiert, veranlasst Rechtsgeschäfte. Die damit verbundenen Preisanstiege wurde ja auch als Marktrealität gewertet. Rechtsgeschäfte sollten für alle Marktteilnehmer verbindlich sein und zu gleichen Bedingungen (Haftung) erfolgen. Es darf dabei keine Sonderrechte für die Oberzocker-Bank EZB geben.

Wie kann man rückwirkend die Haftung ausschließen, wenn die mit den Käufen erzockten Preisanstiege der PIIGS-Anleihen als Markt-Realität stehen bleiben sollen?
Antworten
Anti Lemming:

Fazit

9
18.02.12 11:03
Die EZB ist unter Draghi selber zur GS/Mafiosi-Zockerbank verkommen.

Eine solche Instanz kann man nicht mehr ernsthaft als obersten Währungshüter akzeptieren.

Draghi sollte wie Wulff zurücktreten.
Antworten
wawidu:

"Potemkin´sche Dörfer" der USA

5
18.02.12 11:07
www.querschuesse.de/u-s-recovery-eine-grose-luge-teil-2/
Antworten
Anti Lemming:

Wazu gibt es überhaupt noch Kartellämter?

2
18.02.12 12:12
Kartellämter dienen dazu, Monopolbildungen und Preisabsprachen zu verhindern und so den Wettbewerb zwischen den Firmen - zugunsten des Endverbrauchers - aufrecht zu erhalten.

Zitat des Bundeskartellamts: Das Bundeskartellamt ist eine unabhängige Wettbewerbsbehörde, deren Aufgabe der Schutz des Wettbewerbs in Deutschland ist. Der Schutz des Wettbewerbs ist eine zentrale ordnungspolitische Aufgabe in einer marktwirtschaftlich verfassten Wirtschaftsordnung. Denn nur ein funktionierender Wettbewerb gewährleistet größtmögliche Wahlfreiheit und Produktvielfalt, damit Verbraucher ihre Bedürfnisse stets befriedigen und Unternehmen ihre Angebote stets optimieren können.

Kartellämter verhängen gegen vergleichsweise unbedeutende Firmen wie Intel hohe - und abschreckende - Geldstrafen, wenn es zu verbotenen Preisabsprachen und Marktmanipulationen (keine "AMD"-Rechner bei dt. Elektronik-Riesen) kommt.

Doch das, was seit 1999 am Öl- und Rohstoff-Markt läuft, könnte man ebenfalls als Aktionen eines "Internationalen Über-Kartells" aus Zockerbanken und Rohstoff-Magnaten betrachten. Zwar ist der dieser Markt über den Future-Handel scheinbar offen und "liberal" (jeder kann teilnehmen). Doch wegen der extremen Marktmacht dieses Über-Kartells (inkl. Contango-Spielchen), das wie jedes kleine Kartell die Preise zu seinen Gunsten nach oben zocken will und kann (selbst die Russen inkl. Schröder/Gas sind mit von der Partie), ist dieser Markt mitnichten frei; er ist vielmehr durch und durch manipuliert. Dies hat die Politik unter Clinton 1999 bewusst durch Aufhebung der vorherigen Schutzbestimmungen (siehe # 601) in die Wege geleitet und als "Liberalisierung der Finanzmärkte" verkauft.

Tatsächlich jedoch wurde damit klammheimlich ein internationales Mega-Kartell zugelassen, das es geschafft hat, den Ölpreis seit 1999 um bis zum Faktor 15 (1400 %) nach oben zu schrauben. Gegen diesen Missbrauch hat bislang kein Kartellamt irgendetwas unternommen. Es ist ja auch scheinbar "der freie Markt".

Dieses Mega-Kartell ist mMn Teil einer übergeordneten politischen Strategie, die auf eine immer stärkere Umverteilung von unten nach oben setzt. Diese Politik offenbart sich auch im Bernanke/Draghi/Goldman-Konzept der grenzenlosen Inflationierung.

Leidtragende dieser Politik sind Verbraucher weltweit. Du und ich zahlen dafür an der Tanksäule, beim Heizen und im Supermarkt bei den iommer teureren Nahrungsmitteln.

Da kein Kartellamt einschreitet, kann dieses Über-Kartell auch weiterhin wie eine unsichtbare Krake die Menschheit ausssaugen - ungestraft, ungesühnt und scheinbar im Geiste des "freien Marktes".

Ich sehe hier dringend Handlungsbedarf. Die 1999 unter Clinton anullierten Schutzbestimmungen, geboren in der Not der Großen Depression, müssen schleunigst wieder in Kraft treten - und zwar weltweit. Paul Volcker hatte dies gewollt, wurde aber von der Polit- und Lobby-Mafia an die Wand gedrückt.

Zu diesem Posting hat mich # 596 veranlasst, das die Oil-Peak-Story als reine Rechtfertigungslüge dieses Über-Kartells - der internationalen Finanz- und Öl-Mafia - entlarvt.
Antworten
permanent:

Draghi hat bisher einen guten Job gemacht

9
18.02.12 12:14

Hätte er die heile Welt übernommen, so würde ich meine Aussage so sicher nicht stehen lassen.

Er hat die Führung der EZB jedoch in einem sehr fragilen Umfeld übernommen. Geldgeschäfte basieren zum größten Teil auf Vertrauen und genau an dieser Zutat fehlt es. Der Interbankenmarkt klemmt, die EZB  hatte unter Trichet versucht durch Staatsanleihenkäufe das System zu stabilisieren und sich dadurch erpressbar gemacht.
Draghis Geldflutungen haben kurzfristig für Stabilität gesorgt. Ein solcher Schritt ist eine Notmaßnahme und muss auch als solche verstanden werden.

Eine Forderung Draghi sollte wie Wulff zurücktreten ist geradezu lächerlich. Eine Kombination aus politischer Härte, mit entsprechenden Forderungen aus Deutschland und einigen kleineren stabilitätsorientierten Ländern in Kombination mit einer EZB Politik die einen Wandel mit Liquidiät begleitet könnte zum Erfolg führen.
Reines Sparen verbunden mit einer harten Geldpolitik würde zum sofortigen Systemkollaps führen.

Ím BT scheint der Untergangswunsch mehr denn je verbreitet.
Ich verstehe das nicht und distanziere mich mit Nachdruck. Prinzipienreiter zu sein, den Untergang herbeizusehen nur um am Ende eventuell recht zu behalten scheint wenig konstruktiv zu sein.

Permanent

 

Antworten
Anti Lemming:

Es ist natürlich auch kein Zufall

3
18.02.12 12:27
dass dieses Inflationierungskonzept ausgerechnet von den Schuldnernationen der Welt - den angelsächsischen Ländern - voran getrieben wird. Sie profitieren am meisten von der Geldentwertung.

Und über das trojanische Goldman-Pferd Draghi soll dieses Inflationierungskonzept nun auch in Europa Einzug halten, nachdem US-Ratingagenturen die Festung Europa passend sturmreif geschossen hatten.

Wobei Draghi wiederum nicht zufällig aus der bedeutendsten europäischen Schuldnernation Italien (mit 120 % Schulden/BIP-Quote) stammt, dem Stammsitz der Mafia.

Ich sehe meine Vorurteile gegen Draghi, der hier im Thread anfangs als "grundsolider und seriöser EZB-Politiker" hingestellt und in Schutz genommen wurde, inzwischen auf's Übelste bestätigt.
Antworten
Malko07:

#93607: Bei manchen

8
18.02.12 12:39
bestimmt die Kursentwicklung die Art der Argumentation. Und wenn die Kurse in die ungewollte Richtung laufen müssen überall Verbrecher am Werk sein. Dabei sollte bekannt sein, wie sich Kurse entwickeln. Braucht es einen großen Zufluss an Geld um die Kurse steigen zu lassen? Bei geringen Umsätzen braucht es fast nichts und deshalb auch nicht das Geld der EZB. Und so können die Kurse lange bei intelligentem Einsatz von wenig Geld steigen. Dazu gibt es ja die Algo-Automaten. Dabei muss der akkumulierte Zufluss auch nicht zunehmen. Bei fallenden Kursen sieht das schon anders aus. Da steigen die Umsätze automatisch an.

Sicherlich beeinflusst die Geldpolitik der EZB indirekt die Kurse. dadurch dass sie die Finanzbranche nicht absaufen lässt, steigt der Mut und damit die Risikobereitschaft. Und ist es so überraschend, dass die EZB ihren Auftrag erfüllt und den Geldmarkt nicht krachen lässt? Sie wird übrigens auch den Euro nicht absaufen lassen, auch das gehört zu ihrem Auftrag. Sollte man bei seinen Spekulationen berücksichtigen. Und die EZB-Politik wird nicht vom Vorsitzenden bestimmt sondern von allen Mitgliedern. Da kann man noch sooft seinen Hass gegen Südländer ausbreiten, es wird trotzdem nicht wahrer. Einfach nur kindisch.
Antworten
Anti Lemming:

Permanent

9
18.02.12 12:44
"Prinzipienreiter zu sein, den Untergang herbeizusehen nur um am Ende eventuell recht zu behalten scheint wenig konstruktiv zu sein."

Du selber hast in der Vergangenheit immer wieder betont, dass ein weiteres Aufpumpen der Schuldenblase ("Bekämpfung" der Überschuldung mit noch mehr - und nun sogar virtuellen - Schulden) den notwendigerweise am Ende auftretenden Systemkollaps nur noch schlimmer macht. Die Inflationierungsmaßnahmen kaufen insofern nur Zeit, bringen aber keine echte Lösung. (Dies ist, denke ich, sogar BT-Konsens.)

Dein Argument, Draghi agiere in der (nicht enden wollenden) Stunde der Not nur vernünftig, kann ich daher ebenfalls nicht teilen. Vernünftiger scheint mir, den Verschuldungswahn bereits JETZT zu stoppen (auch wenn es "unbequem" ist), ehe die Folgen gänzlich unbeherrschbar werden.

Lieber JETZT ein heilsamer, aber nicht grundlegend zerstörerischer Rückschlag - kombiniert mit Rückbesinnung auf echt konservative Werte wie deutsches Sparen - als die angelsächsische Pseudolösung einer Inflationierung, die zwangsläufig in der Katastrophe endet.

Ist vielleicht inzwischen auch Dir die Dauerberieselung in den Medien (US-Gehirnwäsche) über die angebliche Notwendigkeit der Inflationierung zu Kopf gestiegen?

Überlege mal, wer von uns beiden WIRKLICH konservativ argumentiert.

Ich sehe mich jedenfalls nicht als "rechthaberischen Prinzipienreiter, der den Untergang will", diese Interpretation ist reichlich verkürzt und geht an der Sache vorbei.
Antworten
Anti Lemming:

Malko

8
18.02.12 12:58
Ich habe keinesfalls einen Hass gegen Südländer, wie Du behauptest, und spreche sogar fließend Spanisch (würde ein Südstaatenhasser sich die Mühe machen, diese Sprache zu erlernen?).

Ich befürworte allerdings nicht die Politik der Eurozonen-"Südstaaten", ihre größtenteils hausgemachten Finanzprobleme (insbesondere in Griechenland und Italien) zu Lasten einer vermeintlichen Solidargemeinschaft (Eurozone) zu sozialisieren. Draghi ist für mich ein Exponent dieser Politik, die sich übrigens mit der US-Politik teils deckt: Die Amis wollen ja auch die Welt für ihre hauseigenen Probleme zur Kasse bitten (via Dollar-Entwertung).

Wohl dem, lieber Malko und lieber Permanent, der dies zu unterscheiden weiß.
Antworten
Anti Lemming:

Und natürlich

6
18.02.12 13:12
ist es auch Unfug, dass man sich im Bären-Thread erst positioniert (short) und anschließend aufgrund dieser Positionierung seine Meinung bildet.

Wir sind hier doch größtenteils erfahren genug, uns ERST ein Bild von der Welt zu machen und DANN (hoffentlich nicht verfrüht) Positionen einzugehen, oder?

Vor den Anstiegen, die wir seit Dezember sehen, hab ich übrigens hier im Thread im Dezember (als alle noch bärisch waren) ausdrücklich gewarnt, und beim Stand von damals 1200 ein Kursziel von 1350 im SP-500 genannt. (bitte dort nachlesen)

Es geht daher an der Realität vorbei, dass bei mir, so Malko heute, "die Kursentwicklung die Art der Argumentation bestimmt".

Ansonsten scheint auch hier im Thread zu gelten, was sonst nur die BILD-Zeitung prägt:

"Exklusiv" hat man nur, was man erfindet.
Antworten
Anti Lemming:

# 598

4
18.02.12 13:33
Der Artikel

"Ich bin sehr beeindruckt von Mario Draghi"

ist mMn Ausdruck angelsächsischer Verbohrtheit (hinsichtlich der "Notwendigkeit" von Inflationierung), die sich über die im Artikel wortwörtlich genannte "deutsche Verbohrtheit" (Notwendigkeit zu sparen) zu erheben versucht.

Wer nicht mitbläht, versteht gemäß Krugman und Co. offenbar nichts von Wirtschaft.

Man höre und staune.

Hier läuft ein Meinungskrieg, und manche Bären-Threadler scheinen inzwischen der US-Gehirnwäsche erlegen. Dazu zählt selbst Malko, der vor kurzem noch gegen Krugman und Co. polemisierte.
Antworten
permanent:

@AL, wir erleben erfolgversprechende Ansätze für

9
18.02.12 14:01

einen Systemwechsel, dieses sollte mein Posting zum Ausdruck bringen:
http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=3744#jump12859413

Eine reine Liquiditätsflutung zur Unterstützung eines weiteren Leben auf Pump verschiebt/verschleiert Probleme nur.
Nun haben wir in Europa jedoch einen Ansatz der einerseits durch politische Härte (D, NL und Finnland) Reformen radikal einfordert und andererseits eine begleitende Liquiditätsausstattung von Seiten der EZB.
Diese Kombination kann zum Erfolg führen. Ohne Druck würde Griechenland, Spanien, Italien sicher keine Reformen durchführen, ohne die Liquiditätsflutung der EZB bräuchten sie keine mehr da das System kollabieren würde.

So enstand meine Aussage: Draghi macht einen guten Job.

Permanent

Antworten
permanent:

Auf mein Posting habe ich folgende BM erhalten

4
18.02.12 14:06
http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=3743#jump12858923

#93600 BM von Bubblebobble9.11
"Wir haben kaum Antworten für den demographischen Wandel."

Hi, da musste ich doch herzlich wieder lachen. Ist doch gewollt. (Junge) Frauen sollen doch auch arbeiten oder besser "malochen". Männer können ehh allein immer seltener eine Familie ernähren. Vielleicht wird es nach "Inderaufruf" dann einen Aufschrei nach heissen gebärfreudigen Ukrainerinnen geben ;)

Ist ja wie Völkerwanderung in der Antike, nur noch irre, was abgeht, darum habe ich monatelang mich nicht mehr mit Börse oder Nachrichten befasst^^


Ich kann nicht sagen welchen Bezug mein Posting zu dieser BM haben soll, für Aufklärung wäre ich dankbar.

Permanent
Antworten
Anti Lemming:

Permanent - # 614

5
18.02.12 14:24
Die beiden von Dir genannten Positionen widersprechen sich.

Härte und Nicht-Härte kann es nicht gleichzeitig geben.

Draghis Liquiditätsflutung erfolgt mit von der EZB gedrucktem Cyber-Geld und basiert auf bloßer Hoffnung. Wenn die Entschuldung der "Südstaaten", denen mit der Geldflut Zeit erkauft werden soll, anders als erwartet verläuft (was mMn wahrscheinlich ist), dann müssen die abschreibungsbedingten Verluste im Cyber-Geld-Konto der EZB mit richtigem Geld aufgefüllt werden. Und dieses Geld kommt dann vorwiegend von den "harten" Nationen D, NL und F.

Wo ist da der Systemwechsel? Was Draghi jetzt - mit vagen Zielen - verprasst, muss später evtl. von den Hartländern D, NL und F in barer Münze "erstattet" werden. Das ist nichts anderes als eine Transfer-Union auf Zeit bw. "in spe".

Vor allem wird durch Draghis Flutungen der Druck von den PIIGS, inbesondere Italien, genommen, selber ernsthaft zu sparen (was sie, siehe Monti, auch gar nicht ernsthaft wollen). Denn nun können z. B. Italiens Banken bei Auktionen der Italienischen Zentralbank mit Draghis Milliarden (anteilig) die neu aufgenommene italienischen Staatsschulden aufkaufen, für die sich am Markt sonst keine natürlichen Käufer mehr finden würden. Das ist Marktverzerrung und Inflationierung in seiner reinsten Form - und weder der von Dir progagierte "Systemwechsel" noch in irgendeiner Form solide.

Und das blöde Argument, dass anderenfalls jetzt schon das "System kollabiert", die Flutungen daher alternativlos seien, hatten wir auch 2008 von GS-Finanzminster Paulson gehört, als er im AIG-Bailout seine eigene Ex-Firma rettete: www.ariva.de/forum/Der-USA-Baeren-Thread-283343?page=1689#jumppos42226

Vermeintlicher Alternativlosigkeit zu trauen ist ein Fehler, weil damit Handlungsoptionen unter den Tisch gekehrt werden, auch solche, die weit nachhaltiger sind ("sparen jetzt" statt "sparen vielleicht morgen").
Antworten
permanent:

Das ist keineswegs mein Argument

4
18.02.12 14:31

Druck zur Durchführung von Reformen aber gleichzeitig Liquidität um diese auch durchführen zu können schließen sich nicht gegenseitig aus sondern ergänzen sich im Sinne der Möglichkeit ein System zu wandeln.

Permanent

Antworten
Anti Lemming:

Wieso, Permanent,

5
18.02.12 14:35
brauchen Italien und Griechenland mehr Geld, um sparen zu können?

Das leuchtet wohl nicht mal Deiner Großmutter ein.

Der Druck entsteht dabei - leider - auf seiten der Gläubiger, dass hießt in D.. Und wenn dieser Druck dann zu groß wird, weil "nichts mehr geht", kommt die Transferunion mit Eurobonds. Darauf arbeitet Draghi mMn hin - und ich gestatte mir, dagegen zu sein.
Antworten
Anti Lemming:

Ich mache für heute mal Pause

2
18.02.12 14:43
und gehe an die frische Luft, solange es sowas noch zinsfrei gibt.
Antworten
permanent:

AL, die von der EZB bereitgestellte

2
18.02.12 15:30

Liquidität ist im Grundsatz eine Kompensation für den fehlenden Kapitalfluss zwischen den Banken. Das System kapitalisiert sich zur Zeit einfach nicht in ausreichendem Maße selber. Daneben gab es ja noch Kapitalabflüsse in die USA von US Geldmarktfonds. 
Die EZB füllt hier lediglich die entstandene Lücke um das System aufrecht zu erhalten.

Meine Großmutter hätte es wahrscheinlich nicht verstanden. Allerdings leben meine Großmütter nicht mehr.

Permanent 

Antworten
Malko07:

Es alleine an einem

3
18.02.12 19:06
angeblichen Mafiosi Draghi festzumachen (der Beschluss über die beiden 3-jährigen Tender in unbegrenztem Umfang), beinhaltet sehr wohl Hass auf Südländer. Da braucht man sich nicht rauszureden. Immerhin wurde dieser Beschluss einstimmig, also inklusive der deutschen Stimmen (Direktorium und Rat), beschlossen. Beim Aufkauf von Anleihen war es zum Schluss nicht so gewesen. Und zu dem angeblich vorbildlichen deutschen Sparen empfehle ich die Betrachtung der aufgelaufenen Verschuldungen. Diese Aussagen stinken nur ....
Antworten
Navigator.C:

SNAP – Es geht um die Wurst!

6
18.02.12 19:19

Die vergangenen  Jahre werden als Dekade der Nominalwertillusion in die Geschichtsbücher  eingehen. Probleme werden nicht gelöst sondern verdrängt, Ankündigungen  werden als Erfolge gefeiert und die Steigerung der Assetpreise ist zum  Glaubenssatz der Globalsozialisten geworden. Der Beobachter kann  angesichts der Hoffnungen der Nominalwertjünger auf reale Erfolge nur  fassungslos den Kopf schütteln. Waren sich anfangs vielleicht noch alle  einig, dass es sich eher um ein massenpsychologisches Großexperiment  handelt, so scheinen derzeit bereits zahlreiche Vertreter der Sekte zum  Opfer der eigenen Propaganda geworden zu sein.

Die Idee ist  offenbar zu verführerisch und das Rezept von beeindruckender  Einfachheit. Man nehme ein halbvolles Glas Milch und fülle es mit  Leitungswasser auf. Dann muss man nur noch so lange auf das Glas  starren, bis man tatsächlich glaubt, ein volles Glas Milch vor sich zu  haben. Das ist Maggi fix für Kaufkraft. Sollte jemand auf den nicht ganz  stimmigen Mineraliengehalt hinweisen, werft den Elenden auf den  Scheiterhaufen für konterrevolutionäre Schwarzseher! Schöne neue Welt –  „Der Aufschwung“ ist bald auch als App erhältlich!

Während sich die  Meisterköche an ihrem Gericht laben, sind sich die Menschen des mageren  Nährwertes dieser Zauberküche bewusst. Mehr als 14% der  Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten sind mittlerweile auf  Unterstützung aus dem Lebensmittelmarken-Programm SNAP angewiesen –  Tendenz steigend. Die Entwicklung des Gesamtjahres 2011 (gemäß SNAP von  Oktober 2010 bis Oktober 2011) ist von bedrückender Stetigkeit. In den  letzten Monaten hat sich diese Entwicklung nicht geändert.

Der dauerhafte  Berieselungscocktail aus Wachstumsjubel und Terrorpanik soll vermutlich  von der realen Lage ablenken. Real ist dabei wörtlich zu nehmen, denn  wenn man vom nominalen Zauber den Kaufkraftverlust der US-Währung  abzieht, so entpuppt sich die Entwicklung der Einkommen der Bürger als  Desaster. Der Einbruch der realen Haushaltseinkommen hat schon zu Beginn  der Krise ein doppelt so großes Ausmaß erreicht wie in den  vorangegangenen Wirtschaftseinbrüchen. Von der Erholung der paper  economy bleiben vielen betroffenen Menschen lediglich  Lebensmittelmarken.

Wer real immer weniger  einnimmt, der bekommt dauerhaft ebenso reale Probleme. Die derzeit teils  erstaunlich robusten Daten zum privaten Konsum verschleiern die wahre  Breite des Abschwungs. Wenig wird darüber gesprochen, dass die gesamten  realen Konsumausgaben der US-Bürger seit einigen Monaten sogar sämtliche  Einnahmen ohne staatliche Transferleistungen übersteigen. Derzeit wird  in den Staaten ein Prozent mehr aus, als man verdient. Die Verschiebung  ist beeindruckend, zu Beginn der 80er Jahre lag der gesamte reale Konsum  noch 15% unter allen realen Einkommen. Selbst in der Jubelstimmung zum  Jahr 2000 lag der Wert mit rund 7% deutlich im positiven Bereich. Was,  fragt man sich, kommt nach minus 1% und wie lange wird es gut gehen?

Im Kern bedeutet dies,  dass die neuerlich aufgenommenen Schulden der privaten Haushalte per  Saldo nicht mehr für eine Ausweitung des Konsums ausreichen, sondern  lediglich den status quo aufrecht erhalten können. Das ist in etwa so,  als wenn Sie jeden Monat ein paar Hundert Euro bei der Bank leihen, weil  ihr Gehalt nicht mehr für den Alltag reicht. Eine derartige Phase des  hypnotischen Geldausgebens hatte selbst der an Irrsinn nicht arme  US-Konsum vorher nie erreicht.

weiter unter:

www.rottmeyer.de/snap-es-geht-um-die-wurst/2/

Navigator.C

Antworten
Dreiklang:

Permanent - Euphemismus

9
18.02.12 19:31

Liquidität ist im Grundsatz eine Kompensation für den fehlenden  Kapitalfluss zwischen den Banken. Das System kapitalisiert sich zur Zeit  einfach nicht in ausreichendem Maße selber. Daneben gab es ja noch  Kapitalabflüsse in die USA von US Geldmarktfonds. 
Die EZB füllt hier lediglich die entstandene Lücke um das System aufrecht zu erhalten.

Du machst dir etwas vor.

HW Sinn zur aktuellen Entwicklung der Zentralbankkredite:

Wir sitzen in der Falle:

www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...falle-11653095.html#comments

Antworten
Anti Lemming:

Draghi hat einen guten Job gemacht

2
18.02.12 20:09
Sure, a blow job for Goldman
Antworten
Kicky:

Hans Werner Sinn:Wir sitzen in der Falle

7
18.02.12 20:17
18.02.2012 ·  Für den Ökonomen Hans-Werner Sinn ist der Zug in Richtung Transferunion abgefahren. „Die Rettungsschirme werden in Kürze verbraucht sein“, sagt er im Gespräch mit der F.A.Z. Im Endeffekt würden dreieinhalb Billionen Euro Staatsschulden der Südländer vergemeinschaftet.

....Wie geht das alles aus?

Der Zug ist in Richtung Transferunion abgefahren. Die Rettungsschirme werden in Kürze verbraucht sein. Dann wird man Deutschland bedrängen, die Summe zu erhöhen, um die alten Kredite zu schützen. Man wird immer wieder neues Geld dem alten hinterherwerfen, um sich bis zur jeweils nächsten Wahl zu retten. Im Endeffekt werden dreieinhalb Billionen Staatsschulden der Südländer vergemeinschaftet sein. Deutschland wird einen erheblichen Teil seines Auslandsvermögens verlieren - entweder über Staatskonkurse, über Inflation oder, am wahrscheinlichsten, über Steuererhöhungen zur Finanzierung der anstehenden Transferunion......
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...n-in-der-falle-11653095.html
Antworten
Kicky:

Gläubiger dritter Klasse

7
18.02.12 20:20
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...dritter-klasse-11653733.html

Jetzt wissen die Gläubiger, woran sie sind. Käufer von Anleihen der Euro-Krisenstaaten sind nur Anleger dritter Klasse. Gleiches Recht für alle gilt nicht für den Sparer, der so dumm war, sein Geld in griechische Anleihen zu stecken. Denn der wird nun rasiert, während für den größten Gläubiger des bankrotten Landes, die Europäische Zentralbank, Sonderrechte durchgeboxt werden.....

Offenbar sitzen Illusionskünstler nicht nur in der EU-Kommission in Brüssel, sondern auch im Eurotower in Frankfurt. Mitten im Spiel ändert die EZB die Regeln zu ihren Gunsten und gibt vor, sich schützend vor den Steuerzahler zu stellen, den andererseits die Politik für das nächste Hilfspaket für Hellas noch stärker in Haftung nimmt. Dann fordert die EZB die nationalen Notenbanken und Regierungen auch noch auf, ihre Gewinne aus moralischen Gründen den notleidenden Griechen zu spenden. Fremdes Geld lässt sich leicht verschenken
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht ... 3743  3744  3746  3747  ... ZurückZurück WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem S&P 500 Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
29 3.805 Banken & Finanzen in unserer Weltzone lars_3 youmake222 18.02.26 10:12
469 156.456 Der USA Bären-Thread Anti Lemming ARIVA.DE 17.02.26 12:00
  56 PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE 0815ax Lesanto 06.01.26 14:14
    Daytrading 15.05.2024 ARIVA.DE   15.05.24 00:02
    Daytrading 14.05.2024 ARIVA.DE   14.05.24 00:02

--button_text--