Jahrelang haben einschlägige Ariva-IDs (Biomuell u. a.) mit geradezu missionarischem Eifer die Oil Peak Theorie verfochten. Nun sagt selbst Citigroup, dass es eine Lüge war (# 597).
Ich hatte immer dagegengehalten - u. a. in meinem Anti-Rohstoff-Thread - , dass "Oil Peak" lediglich eine Rechtfertigungsstrategie der an den Preisanstiegen verdienenden Zockerbanken ist.
Die tatsächlichen Gründe für den massiven Ölpreisanstieg von 1999 bis 2008 waren
1. die 1999 aufgehobenen CFTC-Beschränkungen im Öl-Terminhandel. Diese Beschränkungen waren per Gesetz in der Großen Depression erlassen worden, weil Politiker damals (nachträglich) erkannt hatten, dass das Gezocke der Großbanken im Ölmarkt eine der Mit-Ursachen für den 1929-Crash samt dem nachfolgenden Massenelend war;
2. die 1999 erfolgte Aufhebung des Glass-Steagall-Acts. Dieses ebenfalls in der Großen Depression erlassene Gesetz trennte Geschäftsbanken strikt von Investmentbanken. Bis zum Inkraftentreten konnten Geschäftsbanken nach Belieben mit Kundengeldern im Ölmarkt herumspekulieren bzw. als "Investmentbanken" tätig werden.
Nach der Aufhebung dieser beiden Gesetze durch die Clinton-Adminstration konnten Geschäftsbanken nun wieder - wie in der Zeit vor 1929 - ungehemmt als "Investmentbanken" im Ölmarkt herumspekulieren. Die Folgen waren ähnlich wie 1929 - es bildeten sich gigantische, mit den Kundeneinlagen der Geschäftsbanken erzockte Blasen. Nicht nur bei Öl, sondern auch bei anderen Metallen und Edelmetallen.
In der Folge stieg der Ölpreis von 10 Dollar pro Fass in 1999 auf bis zu 147 Dollar in 2008. Goldman und Exxon rieben sich die Hände.
Freilich bedufte es dazu einer Rechtfertigung, weil der geneppte Joe Sixpack an der Tanksäule nicht mit der Erklärung abgespeist werden kann, Goldman und Exxon wollten sich eine goldene Nase verdienen.
Folglich zauberten von der Öl-Industrie gekaufte "Wissenschaftler" die Oil-Peak-Theorie aus dem Hut. Sie argumentierten: Öl würde allmählich zur Neige gehen (Fakt ist: die Reserven reichen noch über 100 Jahre), und dies sei, kombiniert mit gestiegener asiatischer Nachfrage, die "Ursache" für die starken Ölpreis-Anstiege. Insgesamt handele es daher nur umAngebot/Nachfrage-Effekte in einem "freien Markt".
In Wahrheit handelt es sich - bis heute - schlicht um Zockerei. Im Masterplan der Umverteilung von unten nach oben ging es darum, Joe Sixpack abzukassieren und die Finanz- und Ölkonzerne noch reicher zu machen. Korrupte US-Politiker, von den Lobbyisten durch Wahlkampfspenden "bestochen", ebneten dazu den Weg, indem sie die beiden o.g. "lästigen" Gesetze aus der Großen Depression kippten.
Diese Tatsachen werden bis heute verkannt. Fragt man einen deutschen Politiker, warum das Öl so teuer geworden ist, wird er mit Sicherheit von knappem Angebot/starker Nachfrage faseln - also genau das wiederkäuen, was ihm von Goldman und Exxon bezahlte Forscher-Scharlatane gebetsmühlenhaft ins Hirn geblasen haben.